bezweifelt werden muß . Zu den Erinnerungsstücken von Köpernitz gehören auch die schon Seite 295 erwähnten Gegengeschenke , die Friedrich Wilhelm IV. der Gräfin machte , wenn , um die Weihnachtszeit , wieder eine Blut- , Trüffel-oder Zervelatwurstsendung von Köpernitz her in Sanssouci eingetroffen war . Der König war dabei höchst erfinderisch und schenkte ( natürlich immer in Wurstform ) erst ein Schuppenarmband , dann ein Schuppenkollier , dann Ohrgehänge ( kleine Saucischen aus Perlen und Diamanten ) , dann eine Tabatiere ( dicke Blutwurst aus Granaten ) . Diese vier habe ich gesehen . Ich weiß nicht , ob die Zahl damit erschöpft ist . Die Briefe , die diese Geschenke begleiteten , laufen von 1849 bis 1854 und paraphrasieren das alte Wurstthema auf immer neue Weise . Zum Schlusse sei noch des Köpernitzer Friedhofes erwähnt , der , ähnlich wie der Berliner Matthäikirchhof , an einem sanften Abhange liegt . Er hat manches Eigentümliche ; beispielsweise das , daß das Terrain nach Familien parzelliert ist . So liegt denn zusammen , was zusammengehört ; die Angehörigen müssen ihre Toten nicht erst jahrgangweise suchen , sondern finden alles an einer und derselben Stelle . Das Grab der Gräfin befindet sich in der Mitte des Friedhofes . Ein graues Marmorkreuz trägt die Inschrift : » Hier ruht Caroline Amalie Marie Marquise de la Roche-Aymon , geb . v. Zeuner , geb . den 7. April 1771 , gest . den 18. Mai 1859 . Selig sind die Todten , die in dem Herrn sterben . « Sie war so beliebt , daß sich immer noch Kränze vorfinden , die , von Zeit zu Zeit , besonders aber an den Gedächtnistagen , von alten Rheinsberger Bekannten auf ihrem Grabe niedergelegt werden . Zernikow Zernikow » So heute Mittag die Sonne scheint , werde ich ausreiten ; kom doch am Fenster , ich wollte dihr gerne sehn . « Friedrich an Fredersdorff In der Nähe von Boberowwald und Huwenowsee liegt noch ein anderer Güterkomplex , der durch den Aufenthalt des Kronprinzen Friedrich in Rheinsberg zu historischem Ansehen gelangt ist – ich meine die sogenannten Fredersdorffschen Güter , die Friedrich der Große , beinah unmittelbar nach seiner Thronbesteigung , seinem Kammerdiener Fredersdorff zum Geschenk machte . Ursprünglich bestand die Schenkung nicht aus jenen vier Besitzungen , die man jetzt wohl als » Fredersdorffsche Güter « zu bezeichnen pflegt ; es war vielmehr ein einziges Gut nur , Zernikow , das der Kronprinz am 17. März 1737 von Leutnant Claude Benjamin le Chenevix de Beville käuflich an sich bringend , nach dreijährigem Besitz unterm 26. Juni 1740 seinem Kammerdiener urkundlich vermachte . Erst nach zehn Jahren begann Fredersdorff selber sein Besitztum durch Ankauf zu erweitern : 1750 erwarb er Kelkendorf , 1753 Dagow und 1755 Burow . Dagow ist seitdem wieder aus der Reihe der Güter ausgeschieden , Schulzenhof aber dafür angekauft worden , so daß der Besitzstand nach wie vor aus vier Gütern besteht . Das Wenige , was man über Fredersdorff weiß , ist oft gedruckt worden , außerdem hat Friedrich Burchardt in seinem Buche » Friedrichs II. eigenhändige Briefe an seinen geheimen Kämmerer Fredersdorff « diesen Briefen auch noch eine Biographie Fredersdorffs beigegeben . Ich verweile deshalb nicht bei Aufzählung bekannter Tatsachen und Anekdoten , deren Verbürgtheit zum Teil sehr zweifelhaft ist , und beschränke mich darauf , bei jenem einzig neuen Resultat einen Augenblick stehen zu bleiben , welches die seitdem erfolgte Durchsicht der Gartzer Kirchenbücher hinsichtlich der Herstammung Fredersdorffs ergeben hat . Es galt bisher für zweifelhaft , ob Fredersdorff wirklich zu Gartz in Pommern ( vier Meilen von Stettin ) oder aber in Mitteldeutschland geboren sei , ja die meisten Stimmen neigten sich der letzteren Ansicht zu und bezeichneten ihn als einen durch Werber aufgebrachten wohlhabenden Kaufmannssohn aus Franken . Diese Ansicht ist aber jetzt mit Bestimmtheit widerlegt . Im Gartzer Kirchenbuche findet sich eine Angabe , daß ein dem Stadtmusikus ( musicus instrumentalis ) Fredersdorff geborener Sohn am 3. Juni 1708 getauft worden sei und die Namen Michael Gabriel erhalten habe . Da nun der Kammerdiener Fredersdorff nach übereinstimmenden Nachrichten wirklich Michael Gabriel hieß , auch wirklich 1708 geboren wurde , so kann nicht gut ein längerer Zweifel in dieser Streitfrage walten . Zwar findet sich auf Fredersdorffs Bild in der Zernikower Kirche die Angabe : » geboren am 6. Juni 1708 « ( wonach er nicht am 3. Juni getauft sein kann ) , diese Angabe ist aber entweder einer jener Irrtümer , wie sie auf derartigen Bildern sehr häufig vorkommen , oder es hat sich umgekehrt bei Eintragung ins Kirchenbuch ein Fehler eingeschlichen . Vielleicht muß es heißen am 13. Juni . Fredersdorff war achtzehn Jahre lang , von 1740 – 1758 , im Besitz von Zernikow , an welche Tatsache wir die Frage knüpfen , ob er dem Dorf und seinen Bewohnern ein Segen war oder nicht ? Die Beantwortung der Frage fällt durchaus zu seinen Gunsten aus . Wie er trotz Ehrgeiz und einem unverkennbaren Verlangen nach Ansehn und Reichtum doch überwiegend eine liebenswürdige und gutgeartete Natur gewesen zu sein scheint , so erwies er sich auch als Gutsherr mild , nachsichtig , hilfebereit . Seine Bauern und Tagelöhner hatten gute Zeit . Und wie den damaligen Bewohnern , so war er dem Dorfe selbst ein Glück . Die meisten Neuerungen , soweit sie nicht bloß der Verschönerung dienen , lassen sich auf ihn zurückführen . Er fand eine vernachlässigte Sandscholle vor und hinterließ ein wohlkultiviertes Gut , dem er teils durch Anlagen aller Art , teils durch Ankauf von Wiesen und Wald das gegeben hatte , dessen es zumeist benötigt war . Die Tätigkeit , die er entwickelte , war groß . Kolonisten und Handwerker wurden herangezogen , und Weberei und Strohflechterei von fleißigen Händen betrieben . Zu gleicher Zeit und mit Vorliebe nahm er sich des Seidenbaues an . Gärten und Wege wurden mit Maulbeerbäumen bepflanzt ( schon 1747 standen deren achttausend ) und das Jahr darauf hatte er zum ersten