zu John hinüberkam , schon längere Zeit bei ihm , um auf mich zu warten , weil ausgemacht worden war , das Frühstück gemeinschaftlich einzunehmen . Sejjid Omar wurde beauftragt , es uns zu bringen . Er war sehr stolz darauf , zeigen zu können , daß er nicht nur ausschließlich zu meiner Bedienung ausreiche , sondern auch noch eine ganze Menge anderer Personen mit einem Male zu speisen und zu tränken vermöge . Und er tat dies in einer so fürsorglichen und tief eingehenden Weise , daß wir ihn bitten mußten , doch auch uns etwas dabei tun zu lassen , sonst hätte er uns in seinem Uebereifer den Honig auf den Schinken gestrichen und den hier gebräuchlichen Arrak in die Milch gegossen . Er war also genötigt , sich zurückzuziehen , warf uns aber dabei einen so bedauernden Blick zu , als ob er überzeugt sei , daß nun unsererseits von einem wahren Genusse keine Rede sein könne . Selbstverständlich machte es uns die Anwesenheit des Malaien unmöglich , über das gestrige Ereignis in der Weise zu sprechen , wie wir es ohne ihn getan hätten . Er selbst erwähnte kein Wort davon , und so konnte auch das , was wir sagten , nur in kurzen , meist einsilbigen Aeußerungen bestehen , durch welche wir zwar unsere Gefühle , aber nicht unsere weiterfragenden Gedanken dokumentierten . Er mußte heut schon wieder fort und sagte uns , daß er gleich nach dem Frühstücke zu dem holländischen Mijnheer gehen werde , um sich für die genossene Gastfreundschaft zu bedanken . Wir waren noch nicht fertig , so erschien zu unserer Genugtuung Tsi . Er hatte noch nichts genossen , erklärte aber , höchstens ein kleines Brötchen nehmen zu können , weil es ihm ganz unmöglich sei , jetzt an sich selbst zu denken . Er war nur gekommen , um uns in Beziehung auf Waller so viel , wie die Umstände erlaubten , zu beruhigen . » Er lebt , « sagte er . » Das heißt , der Körper ist nicht tot . Puls und Atmung sind vorhanden , wenn auch nur sehr schwach . Er liegt noch genau so , wie wir ihn gestern abend hingelegt haben . Sein Inneres aber , also das , was Ihr als Geist und Seele bezeichnet , hat sich noch nicht wieder geregt . Hier liegt der Fragepunkt , wenn nicht für jetzt , so doch für später . Denn die gestrige Katastrophe war keine leibliche , sondern eine geistige . Nicht sein Körper brach unter ihr zusammen , denn diesem gebrach es schon vorher an aller Kraft , sondern etwas ganz Anderes , was , wie ich hoffe , sich niemals wieder erheben wird . Dennoch habe ich es zunächst nur mit dem äußeren Leben zu tun . Es ihm zu erhalten , muß für heut und die nächsten Tage mein ganz ausschließliches Bestreben sein . Ich darf ihn nicht verlassen , und es macht mir ein böses Gewissen , daß ich ihn schon drei Minuten aus dem Auge gelassen habe , indem ich hier bei Euch sitze . Miß Mary ist gefaßt . Sie bereut ihre gestrige Regung keinesfalls . Sie würde auch heut und allezeit und genau wieder so um den Segen bitten , selbst wenn ihr Vater in voller Rüstigkeit dabeistände . Das hat sie mir gesagt , um mich und Euch , wahrscheinlich auch sich selbst zu beruhigen . Sie beauftragte mich , ihr Eure Verzeihung zu bringen , daß sie von ihrer Pflicht verhindert wird , Euch heut persönlich zu sehen , und ich schließe mich auch in Beziehung auf mich diesem Wunsche an , weil meine ärztliche Pflicht jedenfalls nicht geringer als diejenige der Tochter ist ! « » Aerztliche Pflicht und Kindespflicht ! « meinte da der Governor . » Ich meine , es gibt noch eine dritte , die sich wohl auch mit beizugesellen hat , nämlich die Menschenpflicht , oder , nennen wir sie hier in diesem Falle die Freundespflicht ! Wir können zwar weder mit dem Arzte medizinieren , noch dem Patienten die liebevolle Aufmerksamkeit der Tochter ersetzen . Aber Ihr erlaubt es uns vielleicht , mit zu wachen , abwechselnd für die Nacht . Und außerdem versteht es sich ganz von selbst , daß wir Euch drei Leuten auch in jeder anderen Hinsicht zur Verfügung stehen und zur Verfügung bleiben . Ich verspreche Euch , daß wir Kota Radscha nicht eher verlassen werden , als bis wir Waller mitnehmen können , hoffentlich nicht tot , sondern geheilt ! « » Versprecht noch nichts , Mylord ! « antwortete der Chinese . » Es ist nämlich möglich , daß ich Euch sogar bitte , diesen Ort ohne ihn zu verlassen , wenn auch nur für einige Zeit . Es handelt sich zunächst nur um Leben oder Tod im allgemeinen . Dabei könnt Ihr alle gar nichts tun , als höchstens ruhig warten . Bleibt ihm das Leben erhalten , so vermute ich , daß ein wochenlanges , körperliches Stillliegen folgt , während dessen seine Psyche sich wieder einzustellen und zu entwickeln hat . Dann könntet ihr Euch wohl beteiligen , an seinem Lager zu wachen . Für die vorhergehende Zeit aber muß ich ein solches Opfer als überflüssig erklären , wahrscheinlich sogar als bedrückend für die Tochter , wie ich Euch in aller Aufrichtigkeit sage . Der Gedanke , Euch ihret- oder ihres Vaters wegen so ganz untätig hier in Kota Radscha zu wissen , müßte sie beunruhigen , ihr peinlich werden . Darum bitte ich , zu überlegen , ob es nicht vielleicht einen Ausweg gibt , dies zu vermeiden ! « Da drückte ihm der Uncle die Hand und sagte : » Da habt Ihr zwar sehr aufrichtig , aber auch sehr vernünftig gesprochen , junger Mann ! Wir werden also überlegen . Vielleicht machen wir einen Ausflug nach irgendwo in der Nähe von Sumatra , denn in dem Lande selbst herumsteigen , das halte ich nicht für