eine gesetzgebende Behörde bringen , als durch geschäftliche Sach- und Lokalkenntnis ebenso schlichte als unentbehrliche und darum stehende Erscheinungen in denselben und allen Parteien gleichmäßig von Nutzen sind . Er war radikal und stimmte in den politischen Fragen im Sinne des Fortschrittes , aber ohne viel Umstände , indem er mehr durch sein Beispiel als durch Reden wirkte . Nur wenn eine Frage in den Geldbeutel eingriff , pflegte er die Debatte mit genauen Erörterungen und Bedenklichkeiten aufzuhalten ; denn auch der Freisinn war ihm ein Geschäft und er der Meinung , mit den Ersparnissen , die man an den Kosten von sechs Unternehmungen erzielt , könne man eine siebente obendrein ermöglichen . Er wollte die Sache der Freiheit und Aufklärung nach der Weise eines klugen Fabrikanten betrieben wissen , welcher nicht darauf ausgeht , mit ungeheuren Kosten auf einmal ein kolossales Prachtgebäude herzustellen , in welchem er die Arbeiter zur Not beschäftigen könnte , sondern der es vorzieht , unscheinbare räucherige Gebäude , Werkstatt an Werkstatt , Schuppen an Schuppen zu reihen , wie es Bedürfnis und Gewinn erlauben , bald provisorisch , bald solid , nach und nach , aber immer rascher mit der Zeit , daß es raucht und dampft , pocht und hämmert an allen Ecken , während jeder Beschäftigte in dem lustigen Wirrsal seinen Griff und Tritt kennt . Deswegen eiferte er immer gegen die schönen großen Schulhäuser , gegen die erhöhten Besoldungen der Lehrer und dergleichen , weil ein Land , welches mit einer Menge bescheidener , mit wenigen guten Mitteln versehener Schulstuben gespickt sei , in bequemer Nähe überall , wo ein paar Kinder wohnen , und wo an allen Ecken und Enden tapfer und emsig gelernt würde in aller Unscheinbarkeit , erst die wahre Kultur aufzeige . Der prahlerische Aufwand , behauptete der Holzhändler , behindere nur die tüchtige Bewegung ; nicht ein goldenes Schwert tue not , dessen mit Edelsteinen besetzter Griff die Hand drücke , sondern eine scharfe leichte Axt , deren hölzerner Stiel , vom rüstigen Gebrauche geglättet , der Hand vollkommen gerecht sei zur Verteidigung wie zur Arbeit , und die ehrwürdige Politur an einem solchen Axtstiele sei ein viel schönerer Glanz , als Gold und Steine jenes Schwertgriffes darböten . Ein Volk , welches Paläste baue , bestelle sich nur zierliche Grabsteine , und der Wandelbarkeit könne noch am besten widerstanden werden , wenn man sich unter ihrem Panier schlau durch die Zeit bugsiere , leicht und behende ; erst ein Volk , das dies begriffen , immer bewaffnet und marschfertig , ohne unnützes Gepäck , aber mit gefüllter Kriegskasse versehen , dessen Tempel , Palast , Festung und Wohnhaus in einem Stück das leichte , luftige und doch unzerstörbare Wanderzelt seiner geistigen Erfahrung und Grundsätze sei , überall mitzuführen und aufzuschlagen , könne sich Hoffnung auf wahre Dauer machen , und selbst seinen geographischen Wohnsitz vermöge ein solches länger zu behaupten . Besonders von den Schweizern wäre es ein Unsinn , wenn sie ihre Berge mit schönen Gebäuden bekleben wollten ; höchstens am Eingange wären allenfalls ein paar ansehnliche Städte zu dulden , sonst aber müßten wir es ganz der Natur überlassen , die Honneurs zu machen ; dies sei nicht nur das billigste , sondern auch das klügste . Von den Künsten ließ er einzig Beredsamkeit und Gesang gelten , weil sie seinem » Wanderzelte « entsprachen , nichts kosten und keinen Platz einnehmen . Sein eigenes Besitztum sah ganz nach seinen Grundsätzen aus Brenn- und Bauholz , Kohlen , Eisen und Steine bildeten in mächtigen Vorräten eine große Lagerstatt ; dazwischen grünten kleine und große Gärten , denn wenn ein Platz für einen Sommer frei war , so wurde schnell Gemüse darauf gepflanzt ; hie und da beschatteten große Tannen , die er noch hatte stehenlassen , eine Sägemühle oder Schmiede . Sein Wohnhaus lag mehr wie eine Arbeiterhütte als wie ein Herrenhaus dazwischen hingeworfen , und seine Frauensleute mußten für ein bescheidenes Ziergärtchen einen fortwährenden Krieg führen und mit demselben stets um das Haus herum flüchten ; bald wurde es an diese , bald an jene Ecke geschoben , von Hecken oder Geländern war auf dem ganzen Grundstück nichts zu sehen . Es lag ein großer Reichtum darin , aber dieser änderte täglich seine äußere Gestalt ; selbst die Dächer von den Gebäuden verkaufte der Mann manchmal , wenn sich günstige Gelegenheit bot , und doch saß er seit langer Zeit auf diesem Besitze , und die fragliche Straße schien demselben die Krone aufzusetzen ; denn eine gute Straße dünkte ihn das beste Ding von der Welt , nur müsse sie ohne kostspielige Meilenzeiger und ohne Akazienbäumchen und derlei Firlefanz sein . Auch war er fast immer auf der Straße in einem leichten , einfachen , aber vortrefflichen Fuhrwerke , dessen Remise ebenfalls auf steter Wanderung begriffen war und lediglich aus losen Bauhölzern bestand . Der Holzhändler meinte nun , der Wirt müsse oben seine Hütte zuschließen und einen Gasthof unten an die neue Straße und Brücke bauen , wo ein bedeutenderer Verkehr zu erwarten wäre , da hier noch die Schiffleute hinzukämen . Allein der Wirt war der entgegengesetzten Gesinnung . Er saß in dem Hause seiner Väter , welches seit alten Zeiten immer ein Gasthaus gewesen ; von seiner sonnigen Höhe pflegte er weit über das Land hinzublicken , und das Haus hatte er mit schönen Schweizergeschichten bemalen lassen . Von der Verteidigung mit einer schlechten Axt wollte er nichts hören , dieselbe sei höchstens zum gelegentlichen Erschlagen eines Wolfenschießen gut ; sonst bedurfte er einer trefflichen und fein gearbeiteten Büchse , ihre Handhabung war ihm der edelste Zeitvertreib . Er war auch der Meinung , ein freier Bürger müsse arbeiten und sorgen , sich ein unabhängiges Auskommen zu schaffen und zu erhalten , aber nicht mehr , als nötig sei ; und wenn die Sache in sicherm Gange , so zieme dem Mann eine anständige Ruhe , ein vernünftiges Wort beim Glase Wein , eine erbauliche Betrachtung der Vergangenheit des