. » Unser Amtsrichter hat erst letzthin brichtet , es sei ein Land , man sage ihm Irland , dort gehe es strub und mehr als die Halben stürben Hungers , und das komme alles von der Verteilung des Landes , wo eine Haushaltung nur so viel hätte , und zwar nur pachtsweise , daß sie dabei in guten Jahren weder recht leben noch recht sterben könnten , sondern so zwischeninne plampeten wie der Kalle in der Glocke , in schlechten Jahren aber Hungers sterben müßten wie im Herbste die Fliegen . Nein , so ist es bei uns gottlob nicht , da bleibt das Land noch beieinander , daß es sich und eine rechte Familie ernähren kann . Und wo öppe rechte Kinder sind , da gibt es beim Teilen nicht Streit und Keins begehrt zu viel heraus . Es weiß öppe jedes , was so auf einem Hof alles auszurichten ist , und Keins begehrte den Ort , wo es daheim gewesen , zu zerstören , sondern jedes hat Freude daran , wenn es ein rechter Bauernort bleibt , wie von alters her , und öppe auch in der Familie , daß ihn der Jüngste nicht zu verkaufen braucht . Solang eins lebt , weiß es öppe , wo es daheim ist und daß , es mag ihm geben was es will , es dort immer ein Heim findet und nicht gleich auf die Gemeinde muß . Man wurd sich öppe schämen . Nur was es heißt , alles auszurichten , was Vater und Mutter zGvatter gstange sy , bis alles öppe ghüratet het ! Ja , wenn öpper us dr Familie zGvatter gstange ist , so lat sih alles geng gegem Hof zue u meint , er syg halb da daheim , wenn scho Götti oder Gotte nimme lebe oder wyt dadänne ghüratet hey . Daran sinnet öppe esn ieders rechts King u bigehrt , daß dr Jüngst öppe vrma z ' sy . U wenn Vater und Muetter sterbe , so ist dr Jüngst geng dr Jüngst , und wenn der Hof nit zu ihm luegti , so luegti an manchem Orte niemere zu ihm , denn einen Hof kann man ihm doch nicht so liederlig verliederlige . Es wüßt kei Mönsch , wies gieng , we so jungi Büebli ume Geld hätte , wo niemere zu ne meh luegt , wo me ume zu dene luegt , wo könne stimme an ere Wahlversammlig oder gar am Große Rat . « » Ja , ja « , sagte der Dorngrütbauer , » selb wär guet , wes geng so wär , aber mi weiß nie , was dLüt öppe achunt oder was ne gseit wird , darum ists immer guet , we me drvor ist . Und da düecht es mih , ihr solltet den Hof dem Jüngsten verkaufen , daß er dabei sein kann . Was ist er wert ? « Christen sagte : » Aparti gschatziget habe ich ihn nicht , aber mein Vater selig hat immer gesagt , unter Brüdern sei er sechzigtausend Pfund wert . Seither habe ich dazugekauft , und das Land het türet , es wüßt kein Mensch , wie hoch er an einer Steigerung käme , bsungerbar wenn er stuckweise ausgerufen würde . « » So um zweiunddreißig oder dreißigtausend Pfund könntet Ihr ihn also abtreten « , sagte der Dorngrüter , » der Bub kriegte immer noch Schulden und hätte zu tun genug , von wegen , öppe usegä tue ich nicht , es schickt mir sich nicht , ich stümple nicht gerne ; sie können dann einmal alles zusammen nehmen , es gibt nur umso besser aus . « Christen sagte : » Die Schulden werden ihm nicht viel tun , Gülte sind auch da , und dBsatzig ist groß , Schiff und Gschir wird er öppe nit viel bruche la z ' mache , u dr Wald ma o öppis erlyde , wes sy mueß . Es ist de öppe nit , daß ih alles niedergmacht u nit a dKing däicht ha , wies öppe a mängem Ort gscheh ist . « » Dest besser « , sagte der Bauer , » und wenn Gülti sy , so düecht mih , es wäre da auch etwas zu machen . Öppe ds Kumligste könnte man abkündte , sGeld könnte der Bub nehmen und zahlen damit . Es wüßt ke Mönsch , wohers chäm , u wenn öppere frug , su chönnt me sage , es wär Ehstür . U nah dere het ke Tüfel z ' frage , u wenns öppere tuet , su wyset ne ume zu mir , ih will de dem scho Bscheid un Antwort gä . « Änneli seufzte schwer auf diese Rede , aber Christen sagte : Es düeche ihn , selligs sei nicht nötig . Wenn Resli den Hof um fünfzigtausend Pfund nehme , und sechzigtausend möchte es auch erleiden , so seien alle wohl zufrieden und Resli mache einen guten Drittel best . Wenn er dann die Gülten herausgebe und aus dem Wald nehme , was es wohl erleiden möge , so würden die Schulden ihn nicht plagen . Sein Weibergut sei noch da in Gülten und vielleicht noch etwas dazu , und was Resli einmal von seiner Frau bekommen sollte , das brauche er nicht an die Schulden zu verwenden ; so wie jetzt alles gelte , hätte der Hof die längst gezahlt , wenn er einmal z ' erben kommen sollte . Aber so ein Schelm an seinen Kindern zu werden , das begehre er in seinen alten Tagen nicht ; er begehre nicht , daß einmal Enkel und Urenkel ins andere Leben ihm nachkommen und vor Gott es ihm vorhalten möchten , er hätte sie zu Schelmen und Bettlern gemacht . Davor , wie es an manchem Orte gehe , wo nur eins erbe und den Andern nur ein Bettlergeld gebe , hätte es ihm immer gruset , und nicht bloß wegen ihm selbst ; aber es