da fortsetzen zu können und ließ ihn sehr hart an . Aber Konrad schien seine Natur ausgetauscht zu haben , er antwortete nur das Notwendigste in Bescheidenheit und bat ihn , seine früheren Unbesonnenheiten zu vergessen , die Kronenwächter hätten ihn belehrt , daß sie zu einem Ziele alle beide hinarbeiteten . Berthold sah sich durch dies Verhältnis gezwungen , obgleich es ihm unangenehm , Konrad in sein Haus einzuführen . Dieser betrug sich dort ganz bescheiden und anständig , er schien Annen ganz verwandelt und sie faßte ein gewisses Vertrauen zu ihm . Sie sah den Gram , der ihrem Berthold schnell die Haare bleichte , sie hörte die Härte , mit der die Bürger ihn beurteilten , durch Grünewald , der über alles mit jedem sprach , ohne zu beachten , ob es schade . Sie fragte einmal Konrad , was er meine , wie Berthold könne aus den widrigen Geschäften befreit werden . Der riet , daß er sich für den Bund rüste und gegen Herzog Ulrich ziehe , denn wie er höre , deute man es ihm ohnehin übel beim Herzoge Wilhelm , daß er mit seinen Bürgern untätig zurückbleibe , nachdem er versprochen , mit einer Schar zu ihm zu stoßen ; dort sei jetzt für ihn und die Seinen allein noch Sicherheit . Dieses Gespräch wiederholte Anna ihrem Berthold am Abend und dieser erfreute sich des unerwarteten Auswegs ; aber er wagte es nicht , sich demselben zu überlassen , weil er den Vorwurf fürchtete , sich dem drückenden Geschäfte für die Stadt entzogen zu haben . Wer die Seinen in der Not verläßt , dachte er , den verläßt Gott in seiner letzten Not , und konnte nicht einschlafen und sich zu nichts entschließen . Früh stand er auf und fand Apollonien am Brunnen und berichtete ihr seinen Wunsch ins Feld zu ziehen und alle Gründe dagegen , indem er sich ihren Rat als seine älteste , treueste , verwandteste Seele erbat . Apollonia hatte im Ärger über die Ereignisse sich die Erzählungen der Sabina über Anna und Anton erst recht zu Herzen genommen , daß sie diesen für den geheimen Grund seines unerwarteten Entschlusses annahm . Sie suchte ihn zu trösten , indem sie über ihre Tochter heftig weinte , sie habe es immer nicht glauben wollen , die Tochter habe so frei und ruhig jede Warnung abgelehnt , nun müsse sie sehen , daß der edelste und beste Mann das eigne Haus fliehen wolle , das ihre Tochter ihm aus Himmel in Hölle verwandelt habe , es sei die Folge vom übereilten Heiraten . » Hättet Ihr gewußt « , sagte sie , » daß eben der , mit welchem Ihr Blut und Leben getauscht , Euer Leben so verbittern würde , Ihr hättet Euer Siechtum ruhig ertragen . « - Berthold , der gar nichts verstanden hatte , fuhr bei diesen Worten gleichsam beschämt auf : » Woher wißt Ihr die Geschichte meiner Genesung : « - » Von Annen « , sagte die Mutter , » der hat es Anton erzählt . « - » O dieser Anton « , rief Berthold , dem nun auf einmal die Rede der Mutter wie durch einen Blitz erhellt wurde , » dieser Anton ist zu meinem Glück und Verderben geboren , umsonst habe ich mich dem Mißgeschicke meines Stammes entzogen , es hat mich durch Anton ergriffen . Liebe Mutter , sagt mir kein Wort , laßt mich irren in der Dämmerung , es gibt grausame Ähnlichkeiten , aber ich vertraue auf Anna . Was ich zweifelhaft in meinen Gedanken würfelte , das ist entschieden , ich ziehe fort , ich kann nicht bleiben . Sagt mir kein Wort , verschweigt Annen , daß Ihr mir etwas gesagt , verschweigt ihr alles , Gott und die Zeit wird alles schlichten und richten . « - Anna hatte sich ihnen beiden genähert und sagte mit einiger Wehmut : » Mich läßt du allein Berthold , nachdem ich so viel Schmerz und Not bei dem Kinde ausgestanden habe , und setzest dich hier zur früheren Geliebten . « - Frau Apollonia wollte heftig antworten , aber Berthold beschwichtigte beide , indem er sagte : » Ich gehe noch heute einem ungewissen Geschicke entgegen , vergessen wir alles Überflüssige , gedenkt , daß wir nur noch wenige Stunden beisammen sind , meine Ehre fordert , daß ich fortziehe . « - Anna schloß sich weinend an seine Brust und gestand , so schmerzlich ihr seine Abwesenheit falle , er sei es seiner Erhaltung schuldig , sich den Geschäften zu entziehen , die ihm in wenig Wochen die Haare gebleicht hätten , deren Frucht und Lohn ihm die Undankbarkeit und der Starrsinn der Bürger entreiße . - Berthold zuckte mit den Achseln und sagte : » Jetzt rücken sie mir die vermauerte Gasse vor und möchten den Brunnen einreißen , jetzt , wo jeder Tag sie dringend beschäftigen und auf ihr Bestes führen sollte , ich habe die Leute klüger , viel klüger geglaubt , das ist mein Fehler ! « - » Boshaft und undankbar hat sie das kleine Mißgeschick gemacht « , sagte Anna , » die Frauen sagen mir ins Angesicht Böses von dir . « - » Das löst die letzten Bande « , sagte Berthold , küßte Annen und Apollonien und so saßen alle drei wohl eine lange Abschiedsstunde , ohne zu sprechen , von den Ahndungen der Zukunft gerührt . Er versammelte darauf die Bürger , erklärte , daß , wenn sie nicht mit ihm , er ohne sie dem Bunde folgen wolle , sie möchten einen andern an seine Stelle wählen . Zu seiner Kränkung fand er , daß schon ein andrer Bürgermeister heimlich für den Fall erwählt worden , wenn die Fremden abziehen müßten , ein Weinhändler Kranz , sie gaben Berthold der Landesverräterei schuldig . » Ihr richtet nach dem Erfolg , Gott nach der Absicht « , rief Berthold , » ich biete euch die