rum mit die gnagelten Schuh und trauen ihm die Schlechtigkeit zu , er könnt Kameradschaft halten mit - « Sie verstummte . Der Mühltaler ließ den Kopf sinken . » Halten S ' Ihnen net zruck ! Ich kann ' net leugnen , mein Bub is keiner von die Brävern gwesen . Allweil hab ich schelten müssen . Aber gern ghabt hab ich ihn doch . Is mein einziger gwesen ! So ebbes is hart , Frau Förstnerin ! Aber nix für ungut ! Such ich halt weiter ! « Als die Horneggerin in das Haus zurückkehrte , klang es über die Treppe herunter : » Mutter ? « Auf der obersten Stufe stand Franzl , in Hemdärmeln und ohne Schuhe . » Wer war denn da ? « » Einer von die Nachbarsleut . « » Hat er ebbes gredt ? Von mir ? « » Net an einzigs Wörtl . Hab doch a bißl Verstand ! D ' Leut schauen die Sach net so gfahrlich an wie du ! Und kommt der Brief vom Grafen Tassilo , so is doch eh wieder alles in Ordnung . « Die Horneggerin ging in die Küche , um für Mittag zu kochen . Aber es ließ ihr bei der Arbeit keine Ruhe , sie mußte hinauf zu ihrem Buben . Eine kleine , weiß getünchte Stube ; die Dielen gescheuert und mit einem Leinwandläufer belegt ; ein Kruzifix , ein paar Heiligenbilder , vier Farbendrucke , welche Jagdszenen darstellten , ein Zapfenbrett mit der Ausrüstung des Jägers und ein Dutzend Geweihe . Am Fenster stand ein Werktisch mit einem Schraubstock , vor welchem Franzl saß ; er feilte an einem Gewehrhahn , um ihn der zu Schaden gekommenen Büchse anzupassen , und war anzusehen wie nach schwerer Krankheit , die Wangen eingefallen , die Augen von bläulichen Ringen umzogen . Seufzend öffnete er den Schraubstock und drückte den Hahn über den Zapfen der Büchse . » Jetzt paßt er ! ' s Büchsl wär wieder in Ordnung ! Aber ich ? « Die Mutter zog seinen Kopf an ihre Brust , streichelte ihm das Haar und kramte allen Trost wieder aus , den sie ihm schon zu dutzend Malen vorgeredet hatte . Er hörte sie schweigend an und nickte ein paarmal vor sich hin . Vorsichtig begann die Horneggerin von Bernbichl zu reden , von einem Bauernsohn . » Mühltaler heißt er . Kennst ihn vielleicht ? « Als Franzl gleichgültig den Kopf schüttelte , atmete sie erleichtert auf , war aber noch immer nicht ganz beruhigt . » Bub ? Sag mir ' s ehrlich : hast mir nix verschwiegen ? « » Ich ? Verschwiegen ? « stotterte Franzl , während es ihm heiß über die hageren Wangen fuhr . Die alte Frau erschrak . » Schau , Bub , ich kenn dich doch ! Der Pfarr liest net besser im Meßbuch als ich in deine Augen . Ich merk dir ' s an : es druckt dich noch ebbes . « Ein dumpfes Pochen . Die Horneggerin hörte nicht . » So red doch , Bub , ich vergeh ja vor lauter Sorg ! « Es pochte wieder , und Franzl erhob sich . » An der Haustür klopft einer . « » Ich geh net , eh mir net gsagt hast - « » No ja , wenn ' s dich beruhigen kann ! Heut am Abend verzähl ich dir alles . Täuscht hab ich mich halt - in einer , auf die ich gschworen hätt ! « » O du grundgütiger Heiland ! « jammerte die Horneggerin . » Zu allem Unglück noch a Binkel traurige Liebsgschichten ! Dös is uns grad noch abgangen ! « Drunten an der Haustür wurde wieder geklopft . » Ja , ja , ich komm schon ! Dem pressiert ' s aber ! « Sie strich mit der Schürze über die Augen und verließ die Stube . Als sie die Haustür öffnete und Patscheider vor ihr stand , war sie noch zu sehr mit ihrem Buben beschäftigt , um die flackernde Unruhe zu gewahren , die in den Augen des Jägers brannte . » Grüß Gott ! « sagte sie und ging ihm voran in die Stube . Patscheider legte das Gewehr auf die Wandbank . » Was macht er denn ? « Die Horneggerin schüttete ihr bekümmertes Herz aus . Der Jäger saß mit bleichem Gesicht , und als die Försterin auf das üble Leutgerede zu sprechen kam , ballten sich Patscheiders Hände zu zitternden Fäusten . » Hab schon ghört davon , « sagte er heiser , » und grad hat im Wirtshaus einer von die Schiffknecht a Wörtl fallen lassen . Den hab ich hindruckt an d ' Wand . Der wird ' s Maul halten jetzt ! Aber weil wir schon reden davon - d ' Leut sagen , daß der alte Mühltaler grad bei enk da gwesen is ? « Die Försterin nickte . Im Gesicht des Jägers verschärfte sich jeder Zug . » Was hat er denn wollen ? « » Sein ' Buben sucht er . Und völlig erbarmt hat er mich ! Grad auf deim Platz , da is er gsessen . « Der Jäger rückte rasch auf die Seite und guckte das Brett mit scheuen Augen an . » Es is sein einziger gwesen . So ebbes is hart , Patscheider ! « » Ja , Försterin , hart ! « Schweißtropfen standen auf der Stirn des Jägers . » Meint der Bauer , man hätt ihm sein ' Buben erschossen ? Ghört hab ich nix , daß bei uns in der Gegend a Malör passiert wär . Aber gwildert hat er - wie d ' Leut sagen . Freilich , der Vater ! « Patscheiders Stimme schwankte . » Da muß man sich halt in d ' Haut vom Jager einidenken ! Kann sein , er hat Weib und Kind . Und da muß er halt sagen : der ander