und Pair von Frankreich . Einige Jahre vorher ( 1827 ) hatte er auf dem Punkt gestanden , als Kriegsminister in kaiserlich-mexikanische Dienste zu treten . Ein Bruder des Königs Ferdinand VII. von Spanien , der Infant Don Francisco de Paulo , sollte zum Kaiser von Mexiko erhoben werden , und das Kabinett dieses Kaisers war bereits in Paris ernannt . Es bestand aus Baron Alexander von Talleyrand , Herzog von Dino , Marinekapitän Gallois und Graf La Roche-Aymon . Man kann fast beklagen , daß sich ' s zerschlug ; es wäre eine » Aventüre « mehr gewesen , in dem an Aventüren so reichen Leben des Grafen . Er verblieb in Paris . Kurze Zeit vor der Februarrevolution sah ihn ein alter Bekannter aus den Rheinsberger Tagen her in der Pairskammer , als er eben im Begriff stand , das Wort zu nehmen ; er hatte den Grafen in sechsundvierzig Jahren nicht gesehen , seit jenem Tage nicht , wo derselbe dem Sarge des Prinzen zur letzten Ruhestätte gefolgt war . Im Jahre darauf ( 1849 ) starb der Graf . Wir wenden uns nun zum Schlusse der Gräfin zu . Sie war 1815 , nach der völligen Niederwerfung Napoleons , ihrem Gatten nach Paris hin gefolgt , und hatte daselbst , am Hofe Ludwigs XVIII. , Huldigungen entgegengenommen , die fast dazu angetan waren , die Triumphe ihrer Jugend in den Schatten zu stellen . In der Tat , sie war noch immer eine schöne Frau , hatte sie doch das Leben allezeit leicht genommen und im Gefühl , für die Freude geboren zu sein , der anklopfenden Sorge nie geöffnet . Aber wenn sie auch kein Naturell hatte für Gram und Sorge , so war sie doch empfindlich gegen Kränkungen , und diese blieben nicht aus . Sie war eitel und herrschsüchtig , und so leicht es ihr werden mochte , die leichte Moral der Hauptstadt und ihres eigenen Hauses zu tragen , so schwer und unerträglich ward es ihr , die Herrschaft im Hause mit einer Rivalin zu teilen . Das Blatt hatte sich gewandt und die Schuld der Rheinsberger Tage wurde spät gebüßt . Die Marquise beschloß , Paris aufzugeben ; ein Vorwand wurde leicht gefunden ( » der Pächter habe das Gut vernachlässigt « ) , und 1826 zog sie still in das stille Wohnhaus von Köpernitz ein . Dort hat sie noch dreiunddreißig Jahre gelebt und alt und jung daselbst weiß von ihr zu erzählen . Sie war eine resolute Frau , klug , umsichtig und tätig , aber auch rechthaberisch , die , weil sie beständig Recht haben und herrschen wollte , zuletzt schlecht zu regieren verstand . Es lag ihr mehr daran , daß ihr Wille geschah , als daß das Richtige geschah , und die Schmeichler und Jasager hatten leichtes Spiel auf Kosten derer , die ' s wohlmeinten . Es eigneten ihr all die Schwächen alter Leute , die die Triumphe ihrer Jugend nicht vergessen können ; aber was ihr bis zuletzt die Herzen vieler zugetan machte , war das , daß sie , trotz aller Schwächen und Unleidlichkeiten , im Besitz einer wirklichen Vornehmheit war und verblieb . Sie glaubte an sich . Ihre Beziehungen zum Rheinsberger Hofe wie zum Prinzen Louis und kaum minder wohl die Huldigungen , die ihr , später noch , am französischen Hofe zuteil geworden waren , gaben ihr vor der Welt ein Ansehen , und Friedrich Wilhelm IV. kam nie nach Ruppin oder Rheinsberg , ohne der alten Marquise auf Köpernitz seinen Besuch zu machen . Es traf sich , daß sie , bei einem dieser Besuche , ganz wie zu Zeiten der Remusinsel-Diners , durch ihre Kochkunst glänzen und den König durch eine Trüffel- oder Zervelatwurst überraschen konnte . Friedrich Wilhelm IV. erbat sich denn auch etwas davon für seine Potsdamer Küche ( natürlich nicht vergeblich ) , und zum Weihnachtsabend erschien das königliche Gegengeschenk : ein Kollier aus goldenen Würstchen bestehend , die Speilerchen von Perlen , und begleitet von einem verbindlichen Schreiben mit dem Motto : » Wurst wider Wurst « . Geschenk und Gegengeschenk wiederholten sich mehrere Male , so daß sich zu dem Kollier ein Armband und zu dem Armband ein Ohrgehänge gesellte ; zuletzt erschien eine Tabatiere in Form einer kurzen , gedrungenen Blut- und Zungenwurst , äußerst wertvoll , oben und unten mit Rubinen besetzt . Die Freude war groß , aber es war die letzte dieser Art. Aus den Zeitungen ersah die Marquise bald darauf , daß einer der Hofschlächtermeister zu Potsdam , als Gegengeschenk für eine große Fest- oder Jubiläumswurst ( und sogar unter Beifügung desselben Mottos : » Wurst wider Wurst « ) in gleicher Weise durch eine Tabatiere beglückt worden war , und die Sendungen in die Königliche Küche hörten von diesem Augenblick an auf . Ihre letzten Lebensjahre brachten ihr noch einen anderen interessanten Besuch . Ein Neffe des verstorbenen Marquis hatte diesen beerbt , und nicht zufrieden mit den ihm zugefallenen französischen Gütern , machte derselbe bei dem betreffenden Pariser Gerichtshof auch noch ein Verfahren anhängig , um sich des ehemalig Prinz Heinrichschen Köpernitz ' , des Gutes seiner alten Tante , zu versichern . Anfänglich erklärten selbst die französischen Gerichte ihr » nein « , in der zweiten und dritten Instanz aber wurde das » nein « in ein » ja « verwandelt , einfach in Berücksichtigung der Tatsache , daß der Neffe des alten legitimistischen Marquis inzwischen ein besonderer Günstling Napoleons III. geworden war . Und wirklich , der Günstling schickte Bevollmächtigte , die Köpernitz für ihn in Besitz nehmen sollten , und als sich dies , aller Vollmachten unerachtet , nicht tun lassen wollte , kam er endlich selbst . Er nahm in Rheinsberg allerbescheidentlichst einen Einspänner , umkreiste das ganze Gut , dessen Ansehen und Ausdehnung ihm wohlgefiel , und fuhr dann schließlich vor dem Wohnhause der alten Tante vor . Diese empfing ihn aufs artigste , mit dem ganzen Aufwande jenes Zeremoniells ,