Eustach die Abbildung für fertig erklärt . Nach dem Kleiderschreine nahm ich den Schreibtisch mit den Delphinen vor . Weil ich durch die erste Zeichnung schon einige Fertigkeit erlangt hatte , so ging es bei der zweiten schneller , und alles geriet mit mehr Leichtigkeit und Schwung . Ich war fertig geworden , und legte auch diese Abbildung Mathilden , meinem Gastfreunde und Eustach vor . Gustav hatte in der Zeit auch seine Zeichnung des großen Schreines vollendet , und brachte sie herbei . Er wurde ein wenig ausgelacht , und andererseits wurden ihm auch Dinge angegeben , die er noch zu verändern und hinein zu machen hätte . Auch bei mir wurden Verbesserungen vorgeschlagen . Als wir beide mit unsern Ausfeilungen fertig waren , wurden in dem Zimmer , in welchem wir gezeichnet hatten , die Geräte wieder an ihren Platz gerückt , und die Staffelei und unsere Malergerätschaften wurden daraus entfernt . Ich hatte mir in diesem Zimmer nur die zwei Gegenstände abzubilden vorgenommen . Hierauf versuchte ich noch einige kleinere Gegenstände . Unterdessen waren manche Leute zum Besuche in das Rosenhaus gekommen , wir selber hatten auch einige Nachbarn aufgesucht , hatten Spaziergänge gemacht , und an mehreren Abenden saßen wir im Garten oder vor den Rosen oder unter dem großen Kirschbaume , und es wurde von verschiedenen Dingen gesprochen . Eustach sagte mir einmal , da ich von den Geräten in dem Sternenhofe redete und die Äußerung machte , daß meinen Vater Abbildungen von ihnen sehr freuen würden , es könne keinen Schwierigkeiten unterliegen , daß ich in dem Sternenhofe ebenso zeichnen dürfe wie in dem Asperhause . Ich ging auf die Sache nicht ein , da ich nicht den Mut hatte , mit Mathilde darüber zu sprechen . Am andern Tage zeigte mir Eustach die Einwilligung an , und Mathilde lud mich auf das freundlichste ein und sagte , daß mir in ihrem Hause jede Bequemlichkeit zu Gebote stehen würde . Ich dankte sehr freundlich für die Güte , und nach mehreren Tagen fuhr ich mit den Pferden meines Gastfreundes in den Sternenhof , während Mathilde und Natalie noch in dem Rosenhause blieben . Im Sternenhofe fand ich zu meiner Überraschung schon alles zu meinem Empfange vorbereitet . Da Bilder in dem Schlosse waren , hatte man auch mehrere Staffeleien , welche man mir zur Auswahl in das große Zimmer gestellt hatte , in welchem die altertümlichen Geräte standen . Auch ein Zeichnungstisch mit allem Erforderlichen war in das Zimmer geschafft worden . Ich wählte unter den Staffeleien eine , und ließ die übrigen wieder an ihre gewöhnlichen Orte bringen . Den Zeichnungstisch behielt ich zur Bequemlichkeit neben der Staffelei bei mir . Es war nun zum Malen beinahe alles so eingerichtet wie im Asperhofe . Auch durfte ich mir die Geräte , die ich zu zeichnen vorhatte , in das Licht rücken lassen , wie ich wollte . Zum Wohnen und Schlafen hatte man mir das nämliche Zimmer hergerichtet , in welchem ich bei meinem ersten Besuche gewesen war . Zum Speisen wurde mir der Saal , in dem ich arbeitete , oder mein Wohnzimmer frei gestellt . Ich wählte das letzte . Ich betrachtete mir vorerst die Geräte , und wählte diejenigen aus , die ich abbilden wollte . Hierauf ging ich an die Arbeit . Ich malte sehr fleißig , um die Unordnung , welche meine Arbeiten notwendig in dem Hause machen mußten , so kurz als möglich dauern zu lassen . Ich blieb daher den ganzen Tag in dem Saale , nur des Abends , wenn es dämmerte , oder morgens , ehe die Sonne aufging , begab ich mich in das Freie oder in den Garten , um einen Gang in der erquickenden Luft zu machen , oder gelegentlich auch stille stehend oder auf einer Ruhebank sitzend die weite Gegend um mich herum zu betrachten . Oft , wenn ich die Pinsel gereinigt und all das unter Tags gebrauchte Malergeräte geordnet und an seinen Platz gelegt hatte , saß ich unter den alten hohen Linden im Garten und dachte nach , bis das späte Abendrot durch die Blätter derselben herein fiel , und die Schatten auf dem Sandboden so tief geworden waren , daß man die kleinen Gegenstände , die auf diesem Boden lagen , nicht mehr sehen konnte . Noch öfter aber war ich auf dem Platze hinter der Efeuwand , von welchem aus das Schloß in die großen Eichen eingerahmt zu erblicken war , und neben und hinter dem Schlosse sich die Gegend und die Berge zeigten . Es war die Stille des Landes , wenn der heitere Späthimmel sich über das Schloß hinzog , wenn die Spitzen von dessen Dachfähnchen glänzten , sich in Ruhe das Grün herum lagerte , und das Blau der Berge immer sanfter wurde . Zuweilen in besonders heißen Tagen ging ich auch in die Grotte , in welcher die Marmornymphe war , freute mich der Kühle , die da herrschte , sah das gleiche Rinnen des Wassers , und sah den gleichen Marmor , auf dem nur zuweilen ein Lichtchen zuckte , wenn sich ein später Strahl in dem Wasser fing und auf die Gestalt geworfen wurde . In dem Schlosse war es sehr einsam , die Diener waren in ihren abgelegenen Zimmern , ganze Reihen von Fenstern waren durch herabgelassene Vorhänge bedeckt , und zu dem Hofbrunnen ging selten eine Gestalt , um Wasser zu holen , daher er zwischen den großen Ahornen eintönig fortrauschte . Diese Stille machte , daß ich desto mehr der Bewohnerinnen dachte , die jetzt abwesend waren , daß ich meinte , ihre Spuren entdecken zu können , und daß ich dachte , ihren Gestalten irgendwo begegnen zu müssen . Besser war es , wenn ich in die Landschaft hinausging . Dort lebten die Klänge der Arbeit , dort sah ich heitere Menschen , die sich beschäftigten , und regsame Tiere , die ihnen halfen . Es war eine Art von Verwalter in dem Schlosse ,