unter der Haut wenigstens sei es sauber . Eine Kokette , ein Weibel , ein unbedeutendes Staatshaupt fühlen sie , wissen sie aber zu vertuschen , drängen sie nach unten , nach hinten ; aufwärts aber und vorwärts fechten sie mit Lächeln und Nicken . Aber , wie gesagt , gute Kinder , die artig sein sollen , und liebe Mädchen , welche man liebenswürdig möchte , denen sieht man sie am meisten an , die können sie am wenigsten überwinden , merken es wohl , wenigstens die Letztern , möchten sich darüber die Finger abbeißen , wenigstens die Nägel , und während sie am Werweisen , wie sie überwinden sollen , sind , machen sie dazu Gesichter , als wenn sie bereits am Schlucken der Finger wären . Ganz besonders aber kömmt sie junge Weibchen an , an denen man , solange sie Bräute waren , blind gewesen ist , das heißt sie kömmt sie nicht erst an , sondern man merkt sie erst , wenn aus der Braut ein Weibchen geworden . Kurios ! Da , liebe Leute , gilts klug sein , nicht mit dem Holzschlägel lausen wollen , da muß man süferli tun mit Däselen , sachte fortfahren , aber nicht unerchannt , und luegen dazu und nur so zuweilen mit dem nassen Finger ganz leise und süferli ein Brämi abmachen . Mit solcher junger Weiber Liebenswürdigkeit oder Erbsünde ( ist fast ein Tun ) ists ungefähr wie mit einem Bienenstock , der schwärmen will ; wehren kann man ihm nicht , aber reisen kann man ihn mit Süferlitun , das aber versteht gewöhnlich nur , wer schon mehr dabeigewesen ist . Das war Resli nie , darum vermochte er Anne Mareilis Gemüt nicht zu reisen , gäb wie er anwendete und ihm Gelegenheit zu geben meinte , sich zu zeigen in der Holdseligkeit , welche Resli an ihm gerühmt hatte . Die Ankunft des Vaters machte eine Unterbrechung , erleichterte aber Anne Mareili nicht . Es nahm Ärgernis am Vater und hatte die größte Muhe , dieses nicht auszusprechen . Obgleich es selbst nicht recht wußte wie tun , so düechte es ihns doch , es sollte den Vater brichten , was anständig sei und was er reden solle und was nicht , und wenn Resli auf Dornen saß , so saß dagegen Anne Mareili auf glühenden Kohlen . Dem Vater dagegen war es recht behaglich , er aß und trank , und weil er es umsonst hatte , noch zweimal so viel als gewöhnlich ; er kaufte Laden , und weil er sie weit unter dem Preise erhielt , zweimal so viel , als er brauchte , und weil er Großmut am Brett sah , so hätte er dem Liebiwylbauer Roß- und Kuhstall ausgekauft ums halbe Geld , wenn der nicht , klug genug , gesagt hätte , wegem nahen Säet mangle er Zug und wegen den vielen Leuten Milch , so daß er weder Kuh noch Roß entmangeln könne . Darum machte der Dorngrütbauer sich hinter eine Staatskalbete , und da diese weder Milch gab noch Zug , sintemal eine Staatskalbete einstweilen zu nichts anderem taugt als zum Fressen und Ansehen , so galt hier die Ausrede nicht ; wenigstens drei Dublonen zu wohlfeil kriegte er sie . Dies merkten alle , aber niemand verzog dabei ein Gesicht als der Dorngrütbauer selbst ; den lächerte es vrflümeret heimlich , und er dachte , es sei doch noch immer so , daß wer uvrschant tue , dest bas sei . Anne Mareili war bei diesen Staatsaktionen nicht , es besah derweilen mit Annelisi die Plätze . Als es beim Heimfahren sich nicht enthalten konnte , dem Vater zu sagen , es müsse sich fry schämen , wie er die Sache bekommen hätte , so erhielt es zur Antwort : » So schäme dich , es kostet nichts . Aber wennd nit es Babi bist , so laß dir gesagt sein , daß man die Birnen schütteln muß , wenn sie fallen wollen . « So ging der Morgen um , und in die Stube mußten sie wieder , wo ein Mittagessen zwegstand , wie im Dorngrüt noch keines auf den Tisch gekommen , so nett und appetitlich , und nicht bloß so gradane Schnitz und Tellerete voll Fleisch , schwynigs und gräuchts , sondern da war Voressen , es kam sogar Bratis , und war doch nicht Kindbetti , und das ging neue alles so gschlecket , daß es Anne Mareili fry recht dudderte , wenn es dachte , wie sie hier gewohnt seien und wie es sich nicht zu helfen wüßte , wenn dSach an ihm wäre . Das müßten afe Sache in dem Hause sein , für so aufzuwarten , dachte es , und nebenbei mußte es Ärger verwerchen über den Vater , der wiederum aß , als wenn er heute noch nichts gehabt hätte . Je mehr der Vater aß , desto weniger brachte die Tochter hinunter , so daß es die guten Leute recht gmühte und sie vielfach sich entschuldigten , daß sie so schlechtlig aufwarteten ; wenn sie gewußt hätten , daß sie kämen , so hätten sie sich besser versehen , ein andermal wollten sie öppe luegen , daß sie es besser breichten . Das machte Anne Mareili noch verlegener , zog ihm den Hals zu , es mäuelte immer mehr und gäbelte auf dem Teller herum , als wenn es mit bloßen Fingern in Nesseln heuete . Es gmühte die Mutter recht , und als Resli einmal in der Küche an ihr vorüberging , konnte sie sich nicht enthalten , ihn zu fragen , wo sie wohl gefehlt hätte , daß das Meitschi so stills sei und nichts esse , so werde es doch nicht immer sein ? » Nein « , sagte Resli , » es ist sonst fründlich und gspräch ; daß man gefehlt , wüßte ich nicht , es wird öppe ds Fahre nicht mögen erleiden und Kopfweh haben , wies am Wybervolch mängist