anderer Gestalt , als ich mir dachte ! Er fällt nicht um , und er schlägt nicht zu ; aber er ist verrückt geworden vor Schreck ! Er ist übergeschnappt , vollständig übergeschnappt ! Er sagt weiter nichts als weiter , immer weiter ! « » O , ich kann auch noch anderes sagen , « lachte ich . » Sitzen sie denn noch dort - auf dem Steine ? « » Ich hoffe es ! « » Was ? Ihr hofft es ? « » Ja ! Ich hoffe es sogar sehr ! Um sie überführen zu können ! Um sie mit Euch zu überraschen ! « » Das wollen wir tun ! « » Wirklich ? « » Ja , und zwar sofort ! « » So kommt ! Ich führe Euch ! « » Wartet nur noch einen einzigen Augenblick ! Ich muß Euch nämlich vorher sagen , daß ich mit diesem Kiowa nicht so streng verfahren werde , wie Ihr wahrscheinlich erwartet . Wir haben in den letzten Tagen verschiedene Male über die Kiowa gesprochen . Ihr wißt , was ich bei ihnen erlebte , als ich zum letzten Male dort war ? « » Ja . Jedermann weiß es . Und Eure Frau hat es mir unterwegs noch einmal ganz ausführlich erzählt . Daß Ihr zu Tode geschunden werden solltet und nur durch die Tochter eines berühmten Kriegers , welcher Eine Feder hieß , gerettet wurdet . « » Richtig ! Diese Tochter hieß Kakho-Oto . Ihr habe ich mein Leben zu verdanken . « » Wollt Ihr um ihretwillen etwa diesem Kiowa verzeihen , der Euch um Eure Frau betrügt ? « » Ja . « » Hört ! Das geht nicht ! Das wäre Schwäche , unverzeihliche Schwäche ! « » Das bestreite ich . Nun kommt ! « » So wollt Ihr wirklich nichts tun , wirklich gar nichts ? « » Gar nichts ! « » Auch Eurer Frau nicht ? « » Nein . « Da fuhr er auf : » Herr - - - ! Mr. Burton ! Ich muß Euch sagen , daß - daß - - - daß ich eine Bitte , eine sehr , sehr große Bitte habe . « » Welche ? « » Erlaubt wenigstens mir , diesen roten Hallunken bei der Parabel zu nehmen und ihm ein Dutzend Ohrfeigen herunter zu hauen ! « » Würde Euch das ein Vergnügen machen ? « » Ein großes , ein ganz unbändiges ! « » So tut es ! « » Ihr habt nichts dagegen ? « » Ganz und gar nichts . Schlagt zu , so viel und so kräftig Ihr wollt ! « » So rufe nun jetzt ich : Gott sei Dank ! Das sollen Ohrfeigen sein , wie es nicht gleich wieder welche gibt ! Nun kommt ! Schnell , schnell ! « Er schritt voran , und ich folgte . Er führte mich durch das Gebüsch nach einer kleinen Blöße , die er aber nicht sofort betrat , sondern er blieb zwischen den beiden letzten Sträuchern stehen , deutete hindurch und sagte leise : » Da schaut ! Dort sitzen sie noch ! Wie gefällt Euch das ? « Das Herzle saß mit dem Kiowa auf einem niedrigen Felsstücke , welches einen sehr bequemen Sitz bildete . Sie hatte den rechten Arm um seine Schulter geschlungen und hielt mit der linken Hand seine beiden Hände fest . Er war etwas kürzer als sie . Sein Kopf lehnte zärtlich an ihrer Seite . Pappermann sah mich an , als ob er einen gewaltigen Zornesausbruch erwarte . Ich lächelte aber . Das regte ihn auf . » Ihr lacht ? « fragte er , zwar leise , aber doch sehr eindringlich . » Ich frage Euch allen Ernstes , wie Ihr das findet ? « » Etwas intim , weiter nichts , « antwortete ich . » Etwas intim - - - ! Weiter nichts - ! « wiederholte er . » Nun , ich finde es weit mehr als nur intim von diesem Hallunken ; ich finde es verbrecherisch ! Und da Ihr mir gestattet habt , ihm ein Dutzend Maulschellen herunter zu hauen , so werde ich ihn keinen Augenblick länger , als nötig ist , darauf warten lassen ! Also paßt auf ! Es geht los ! Sofort - sofort ! « Er drang zwischen den beiden Büschen durch und eilte auf die Gruppe zu . Ich folgte ihm mit derselben Schnelligkeit . Die beiden vermeintlichen Inkulpaten standen auf , sobald sie uns erblickten . Pappermann schien sein Rächeramt ausüben zu wollen , ohne dabei ein einziges Wort zu sagen . Er packte den Kiowa mit der Linken bei der Brust und holte mit der Rechten aus , um zuzuschlagen . Da griff ich rasch zu , hielt ihm diese Rechte fest und sagte : » Halt , lieber Freund ! Lassen wir ja keine der Vorschriften außer acht , die einem jeden Gentleman für solche Fälle gegeben sind ! « » Welche Vorschriften ? « fragte er , indem er sich bemühte , mir seinen Arm zu entziehen . » Wenn zwei Gentlemen die Absicht haben , einander zu beohrfeigen , so sind sie unbedingt verpflichtet , vorher sich einander vorzustellen ! « » Was heißt das , sich einander vorzustellen ? « » Einander zu sagen , wer und was sie sind . « » Das ist hier unnötig , denn wir kennen uns ja schon . Dieser rote Hallunke , den Ihr einen Gentleman nennt , weiß , daß ich Maksch Pappermann bin , und ich weiß , daß er kein Gentleman , sondern eben ein roter Schurke ist . Darum kann ich - - - « » Aber seinen Namen habt Ihr noch nicht beachtet . Dieser Gentleman ist nämlich eigentlich eine Lady und wird , so lange ich es weiß , Kakho-Oto genannt . So ! Nun schlagt zu ! « Ich gab ihm