empfangen ? « » Wir sind überrascht « , sprach der Abt , » laßt Euch willkommen heißen . « Er hob den rechten Zeigefinger , ihm den Segen zu erteilen . » Brauch keinen Willkomm ! « gab ihm Herr Spazzo zurück . » Der Teufel ist heute Schutzpatron des Tages . Wir sind gekränkt ! schwer gekränkt ! Wir heischen Buße , zweihundert Pfund Silbers zum mindesten . Heraus damit ! ! Mord und Weltbrand ! den landesherrlichen Rechten soll durch klösterliche Anmaßung kein Eintrag geschehen ! Wir sind Gesandter . « Er klirrte mit den Sporen auf dem Fußboden . » Verzeihet « , sprach der Abt , » wir haben am grauen Jagdrock die Tracht des Gesandten nicht zu erkennen vermocht . « » Beim kamelhärenen Kleid des Täufers Johannes ! « brauste Herr Spazzo auf , » und wenn ich im Hemd angeritten käme , so wär ' die Gewandung noch stolz genug , um vor euch schwarze Kutten als Herold zu treten . « Er setzte seinen Helm auf . Die Federn nickten : » Zahlet , damit ich weiters kann . Es ist schlechte Luft hier , schlecht , sehr schlecht ... « » Erlaubet « , sagte der Abt , » im Zorn lassen wir keinen Gast von der Insel reiten . Ihr seid scharf , weil Ihr noch nichts gegessen habt . Lasset Euch ein Klostermahl nicht gereuen . Nachher von Geschäften . « Daß einer für seine Grobheit freundlich zum Mittagsmahl eingeladen wird , machte dem Kämmerer einigen Eindruck . Er nahm seinen Helm wieder ab . » Den landesherrlichen Rechten soll durch klösterliche Anmaßung kein Eintrag geschehen ! « sprach er noch einmal , aber der Abt deutete hinüber : da sah man die offene Klosterküche , der blonde Küchenjunge drehte den Spieß am Feuer und schnalzte mit der Zunge , denn ein lieblicher Bratenduft war in seiner Nase aufgestiegen - ahnungsvoll standen etliche verdeckte Schüsseln im Hintergrund , - ein Mönch wandelte mit riesigem Steinkrug vom Keller her durch den Hof . Das Bild war allzu lockend . Da vergaß Herr Spazzo die amtlichen Stirnfalten und nahm die Einladung an . Bei der dritten Schüssel strömten seine Grobheiten spärlicher . Wie der rote Meersburger im Pokal glänzte , versiegten sie ganz . Der rote Meersburger war gut . - Unterdes ritt Rudimann , der Kellermeister , aus dem Kloster . Der Fischer von Ermatingen hatte einen riesigen Lachs gefangen , frisch und prächtig lag er im kühlen Keller verwahrt , den hatte Rudimann erlesen als Geschenk zur Beschwichtigung der Herzogin . Auf dem Schreibzimmer des Klosters hatte er auch noch zu schaffen , bevor er ausritt . Ein Laienbruder mußte ihn begleiten , das in Stroh verpackte Seeungetüm quer über sein Maultier gelegt . Herr Spazzo war hochmütig herübergeritten , demütig ritt Rudimann hinüber . Er sprach leise und schüchtern , wie er nach der Herzogin fragte . » Sie ist im Garten « , hieß es . » Und mein frommer Mitbruder Ekkehard ? « frug der Kellermeister . » Der hat den wunden Cappan in seine Hütte am Hohenstoffeln geleitet und pflegt ihn , er kommt vor Nacht nicht heim . « » Das tut mir leid « , sprach Rudimann . Höhnisch verzog er seine Lippen . Er ließ den Lachs auspacken und auf die Granitplatte des Tisches im Hofe legen ; die Linde warf ihren Schatten drüber , die Schuppen des Seegewaltigen glänzten , es war , als ob sein kühles Auge noch Leben hätte und schmerzlich stumm vom Berggipfel nach den blauen Wogen drüben schaute . Der Fisch war über eines Mannes Länge ; Praxedis hatte einen hellen Schrei getan , wie die Strohhülle von ihm genommen ward . » Er kommt vor Nacht nicht heim ! « murmelte Rudimann und brach einen starken Lindenzweig und sperrte mit eingeschobenem Holze dem Lachs den Rachen , daß er weit aufgerissen hinausgähnte . Mit grünem Lindenblatt verzierte er das Fischmaul , dann griff er in seinen Busen , dort trug er die Pergamentblätter von Gunzos Schmähschrift , er rollte sie säuberlich zusammen und schob sie in den offenen Rachen . Neugierig sah ihm Praxedis zu ; das war ihr noch nicht vorgekommen . Jetzt nahte die Herzogin . Demütig ging ihr Rudimann entgegen , er bat um Nachsicht für die Klosterleute , es tue dem Abt leid , er sprach mit Anerkennung von dem Verwundeten , mit Zweifel vom Wetterzauber , mit Erfolg im ganzen . » Und mög ' Euch ein unwürdig Geschenk wenigstens den guten Willen des Euch stets getreuen Gotteshauses beweisen « , schloß er und trat zurück , daß der Lachs in seiner vollen Pracht sichtbar wurde . Die Herzogin lächelte halb versöhnt . Jetzt sah sie das Pergament dem Rachen entragen . » Und das ? « sprach sie fragend . » Das Neueste der Literatur ! ... « sprach Rudimann . Er neigte sich mit Anstand , ging zu seinem Saumtier und beeilte sich des Heimritts . Der rote Meersburger war gut . Und Herr Spazzo , nahm ' s nicht als eine leichte Sache , beim Wein zu sitzen , er dauerte aus vor den Krügen wie ein Städtebelagerer und saß festgegossen auf seiner Bank und trank als ein Mann , der sprudelnd Aufschäumen den Knaben überläßt , ernst aber viel . » Der Rote ist die verständigste Einrichtung im ganzen Kloster , habt Ihr noch mehr im Keller ? « hatte er den Abt gefragt , wie der erste Krug leer war . Es sollte eine Höflichkeit sein , ein Zeichen der Versöhnung , daß er weiter trank . Da kam der zweite Krug . » Unbeschadet der landesherrlichen Rechte ! « sprach er grimm , wie er mit dem Abt anstieß . » Unbeschadet ! « antwortete der mit einem Seitenblick . Es war die fünfte Abendstunde , da schallte ein Glöcklein durchs Kloster . » Verzeihet « , sprach der Abt , » wir müssen