Leber und Desoxidation der Haut kann ihr geholfen werden . Hört nur , die beiden Ausdrücke brachten mich ganz von Sinnen ; ich dachte mir , er würde sie wie einen Handschuh umkehren , um sie in Ordnung zu bringen ; vielleicht machten ' s auch die auf dem Ofen langsam schmorenden Krankensuppen , genug es ging alles mit mir um , und die Tränen stürzten mir aus den Augen . « - » Das hätte ich sehen mögen , wie du geweint hast « , riefen viele . - LENARDO : » Wahrhaftig , ich weinte , drei Bauerweiber haben ' s auch noch gesehen , die mit ihren zehnfachen Röcken in die Stube wackelten , mir vom Kindtaufschmause etwas zu verehren . Die gaben auch ihren guten Rat , sprachen von einem Scharfrichter , der eine Messerspitze voll Pulver gegen die Wassersucht gebe . Traupel ergrimmte über den Quacksalber , der seine wenigen Mittel ohne richtige Erkenntnis der Krankheit austeile . - Wie er so demonstrierte , wurden wir durch ein ängstliches Geschrei der Kranken erschreckt ; ich glaubte , sie ersticke , hielt mir beide Ohren zu , laufe wie ein Unsinniger im Zimmer herum und drücke den Kopf endlich gegen die Wand . Die Zeit wird mir lang in dieser Stellung ; ich sehe mich um , denkt euch , da hat sich alles verändert ; die Prediger lachen , der Arzt ist ganz still ; die Frauen sind alle am Bette beschäftigt : Was ist ? fragte ich . In dem Augenblicke hör ich vom Bette her ein kleines Kind schreien ; ich springe hin , da liegt das kleine Unwesen , meine Braut war sehr glücklich entbunden . « - Alle lachten laut auf . - LENARDO : » Ja ihr habt wohlfeil lachen , mir kostete der Spaß meine Pfarre , alle Leute wiesen mit Fingern auf mich , der Skandal war zu groß , auch war ich schon vorher durch mein Trinken und Fluchen in der Gegend verrufen ; was half ' s , daß ich mich für unschuldig erklärte ; denkt euch , das Mädchen war so ochsendumm , sie hatte von ihrem Zustande gar keinen Gedanken gehabt , sonst wär es ja leicht zu verheimlichen gewesen , das Kind war vom Herzoge . In meiner Gutmütigkeit verzeih ich ihr alles ; aber nun denkt euch noch den Spektakel in meinem Hause . Ich sollte alles tun , das Kind wiegen , die Mutter aufwarten ; das war auf Ehre ein Leben , ich wette darauf , ein andrer hätte sich nicht so genommen . An einem schönen Tage , schickte der verteufelte Herzog , an den ich wegen dieses sonderbaren Ereignisses geschrieben , seinen Kammerdiener in einer Kutsche ; da wurde Mutter und Kind sauber eingepackt . Nach ihrer Abreise war mir meine Kabache ganz verhaßt ; ich vermöbelte alles , was ich noch hatte , schrieb ans Konsistorium , daß ich noch studieren müsse , da ich jetzt fühle meine Unwissenheit . Nun bin ich so fidel wie vorher , habe meinen halbjährigen Wechsel , will noch einmal Exegese hören , der Herr Vater wird weiter sorgen , bin ja sein einzig Kind seit meiner lieben Schwester Tode . « - Der Graf wollte wieder fortgehen . - LENARDO : » Wohin Graf ? « - GRAF : » Zum unsichtbaren Mädchen . « - LENARDO : » Gut , sag ihr doch , wie es ihrer Schwester ergangen ; meine Braut war ihre Schwester , oder sonst so was , ich habe nie recht nachgefragt , sie waren lange zusammen bei den spanischen Reitern . « - GRAF : » Ich werde alles bestellen . « Er wollte » Prost « sagen , aber der alte Studentenruf blieb ihm auf der Zunge kleben . Der Graf eilte zu dem unsichtbaren Mädchen und wurde leicht eingelassen ; ein schlankes , aber kränklich blasses Mädchen empfing ihn , so daß er erst bei ihrer schönen Stimme sie für dieselbe erkannte , die ihn unsichtbar gerührt hatte . Sie war sittsam gekleidet und hatte viele schwarzgebundene Bücher um sich liegen . Der Graf erklärte ihr , sein Besuch sei einzig dem Interesse zuzuschreiben , das ihr wunderbares Schicksal ihm eingeflößt habe ; er würde es sich für ein Glück achten , es zu erleichtern . Arnika antwortete , daß er ihr in nichts , in gar nichts helfen könne ; sie wolle ihm ihr Schicksal , da sie allein wären , ganz erzählen , um ihn davon zu überzeugen . Wir wollen es in möglicher Kürze zusammenziehen . Arnika Montana ist die Tochter eines italienischen Kunstreiters , der seine meiste Zeit in Deutschland zugebracht hat ; sie selbst ist unter dem Namen Angelique allgemein bewundert worden , doch mehr wegen ihrer Geschicklichkeit , als wegen ihrer Schönheit , welche Divina , einer andern Reiterin viel reichlicher geschenkt war . Ihr Vater kaufte das Geheimnis des unsichtbaren Mädchens ; der Zulauf dieser neuen Kunst und die geringen Unkosten und Mühe dabei veranlaßten ihn , seine Pferde und Gesellschaft abzudanken ; Arnika mußte bei ihrem Witze und ihrer schönen Stimme mit den Zuschauern reden ; Divina , die sehr dumm war , und eine rauhe männliche Stimme in ihrem weichen Munde verschloß , spielte die schöne Stumme und zog durch ihre Schönheit vielleicht so viele Zuschauer herbei , als jene durch ihr Wunder der Unsichtbarkeit . Ein Sizilianer , der Herzog von D ... , kaufte durchreisend die beiden Mädchen und den Apparat vom Vater und trieb damit seine Späße , einen großen Hof auf allerlei Art zu necken . In einigen Tagen des Müßiggangs machte er Divina sich ganz ergeben ; er wußte , daß er sie verführen konnte , zur Verführung war sie ihm noch zu einfältig . - Bei dieser Stelle unterbrach Arnika ihre Rede und fragte den Grafen , woher er den Karneol an seinem Finger habe ; der Herzog habe ihn damals getragen ; dies habe ihre große