Euch berührten Thema zu thun hat . « » Ich sprach von Damen , welche die Herren verführerisch anlächeln ! Und in letzter Zeit hat sich so manches Lächeln in Mr. Rochesters Augen wiedergespiegelt , daß diese davon überfließen wie zwei Schalen , die bis an den Rand mit edlem Rebensaft gefüllt sind . Haben Sie das niemals bemerkt ? « » Mr. Rochester hat ein Recht , sich an der Gesellschaft seiner Gäste zu erfreuen , sollte ich doch meinen . « » Sein Recht stellt niemand in Frage ! Aber ist es Ihnen denn niemals aufgefallen , daß die meisten und interessantesten und wildesten Heiratsgeschichten , die hier mit so großem Eifer kolportiert werden , stets Mr. Rochester zum Helden haben ? « » Die Neugierde und die gespannte Aufmerksamkeit des Zuhörers spornen die Zunge des Erzählers zu immer größeren Anstrengungen an . « Diese Worte sprach ich mehr zu mir selbst als zu der Zigeunerin , deren seltsame Sprache , Stimme und Art mich nach und nach in einen Traumzustand versetzt hatte . Eine unerwartete Redensart nach der anderen kam von ihren Lippen , bis ich mich in ein förmliches Netz von Mystifikation verwickelt sah . Ich dachte nur noch verwundert darüber nach , welch unsichtbarer Geist seit Wochen an meinem Herzen gesessen haben könne , um sein Fühlen und Zittern und Zweifeln und Zagen auszukundschaften und es getreulich bis in das leiseste Empfinden hinein zu verzeichnen . » Die Neugierde des Zuhörers ! « wiederholte sie , » ja , Mr. Rochester hat stundenlang gesessen und sein Ohr den Worten jener bezaubernden Lippen geliehen , denen das Sprechen eine so unsagbare Wonne bereitete ; und Mr. Rochester war so unendlich dankbar für die Zerstreuung und den Zeitvertreib , welcher ihm auf diese Weise gewährt wurde . Haben Sie es bemerkt ? « » Dankbar ! Ich erinnere mich nicht , den Ausdruck der Dankbarkeit in seinem Gesichte entdeckt zu haben ! « » Entdeckt ! Sie haben also doch versucht , es zu analysieren ! Und was haben Sie sonst entdeckt , wenn es nicht Dankbarkeit war ? « Ich antwortete nicht . » Sie haben Liebe in seinen Zügen gesehen , nicht wahr ? – und in die Zukunft blickend , sahen Sie ihn verheiratet – und seine Gattin war ein glückliches Weib ? « » Hm ! Nicht gerade das ! Eure Hexenkunst irrt sich doch auch manchmal , wie ich sehe ! « » Was zum Teufel sahen Sie denn ? « » Das kümmert Euch nicht . Ich kam hierher um zu fragen , nicht um zu beichten . Ist es allgemein bekannt , daß Mr. Rochester sich verheiraten wird ? « » Ja . Und zwar mit der schönen Miß Ingram . « » Binnen kurzem ? « » Wie es scheint , ist man zu dieser Schlußfolgerung berechtigt ; und ohne Zweifel werden sie ein außergewöhnlich glückliches Paar sein , obgleich Sie mit einer Kühnheit daran zu zweifeln sich erlauben , daß man beinahe versucht wäre , Sie dafür zu strafen . Er muß eine so schöne , vornehme , kluge und hochgebildete Dame doch lieben ! Und höchst wahrscheinlich liebt sie ihn auch ; oder wenn auch nicht seine Person , so doch seinen Geldbeutel . Ich weiß , daß sie das Familiengut der Rochesters für außerordentlich begehrenswert hält ; obgleich ich ihr ( Gott verzeihe mir die Sünde ! ) vor einer Stunde Dinge darüber gesagt habe , die sie seltsam ernst gestimmt haben ; die Winkel ihres schönen Mundes fielen um einen halben Zoll . Ich würde ihrem dunkeläugigen Anbeter doch raten , tüchtig auf seiner Hut zu sein . Wenn ein anderer kommt , der ein größeres und gesicherteres Einkommen hat , so läßt sie ihn einfach laufen – – « » Aber , Mutter , Ihr wißt doch , daß ich nicht hierher gekommen bin , um Euch über Mr. Rochesters Zukunft zu befragen ! Ich wollte von der meinen hören – und Ihr habt mir noch nicht eine Silbe darüber gesagt . « » Ihre Zukunft ist noch zweifelhaft ! Als ich Ihr Antlitz prüfte , widersprach ein Zug dem andern . Das Geschick hat auch für Sie ein gewisses Maß von Glück bestimmt – so viel weiß ich . Ich wußte es bereits , ehe ich heute Abend hierher kam . Es ist sorgsam für Sie auf die Seite gelegt worden . Ich selbst sah das Schicksal es thun . Es hängt von Ihnen ab , ob Sie die Hand ausstrecken und es nehmen wollen . Aber gerade ob Sie wollen , ist das Problem , welches ich zu lösen suche . Knieen Sie noch einmal dort auf jenem Teppich ! « » Aber Mutter , laßt mich nicht lange knieen , Die Flammen versengen mich fast . « Ich kniete nieder . Sie beugte sich nicht mehr zu mir herab , sondern blickte mich nur unverwandt an , indem sie sich in den Stuhl zurücklehnte . Dann begann sie zu murmeln : » Die Flamme zittert in dem Auge ; das Auge erglänzt wie Thautropfen ; es ist weich und sanft und voll Gefühl ; es lächelt über mein Geschwätz ; es ist empfänglich ; ein Eindruck jagt den andern durch jene klare Sphäre ; wenn es zu lächeln aufhört , wird es traurig ; eine unbewußte Müdigkeit lagert schwer auf den Lidern : das bedeutet Traurigkeit , welche aus der Einsamkeit entspringt . Es wendet sich von mir ab ; es will die genaue Prüfung nicht länger über sich ergehen lassen ; sein spöttischer Blick scheint die Wahrheit der Entdeckungen , welche ich gemacht habe , leugnen zu wollen – es will die Anklage auf Empfindlichkeit entkräften – und doch bestärken sein Stolz und seine Zurückhaltung mich nur in meiner Meinung . Das Auge verspricht Gutes . » Was den Mund betrifft , so hat er zuweilen Freude am Lachen ; er hat die Gewohnheit , alles auszusprechen , was das