Tanne zu . Wie die sich nicht rührte , zog er sein Schwert . » Vorwärts , Falada ! « spornte er die Mähre und setzte in kühnem Satze über den Baum . Im Drüberspringen tat er einen Schwerthieb ins Geäst , daß die Zweige herumflogen . Nach weniger denn anderthalb Stunden war er schon vor der Klosterpforte . Der schmale Streif Landes , der bei niederem Wasserstand des Sees das Ufer mit der Insel verbindet , war frei von Überschwemmung und gestattete das Hinüberreiten . Ein dienender Bruder tat ihm auf . Es war um Mittagszeit . Der blödsinnige Heribald kam neugierig aus dem Klostergarten hergelaufen , zu schauen , wer der fremde Reiter . Er drängte sich nah ' ans Roß , wie Herr Spazzo absprang . Der Hofhund tobte an seiner Kette mit Gebell dem Rappen des Kämmerers entgegen , daß er sich aufbäumte . Schier hätte Herr Spazzo Schaden genommen . Wie er mit beiden Füßen auf die Erde gesprungen war , griff er seine Schwertscheide und hieb dem Heribald flach über den Rücken . » Es ist nicht für Euch ! « rief er und strich seinen Bart , » es ist für den Hofhund . Gebt ' s weiter ! « Heribald stand betroffen und griff nach seiner Schulter . » Heiliger Pirmin ! « jammerte er . » Es gibt heute keinen heiligen Pirmin ! « sprach Herr Spazzo entschieden . Da lachte Heribald , als wenn er seinen Mann kennte . » Eia , gnädiger Herr , die Hunnen sind auch bei uns gewesen , und war niemand da als Heribald , sie zu empfangen , aber so gottlos haben sie nicht mit ihm gesprochen . « » Die Hunnen , sind keine herzoglichen Kämmerer ! « sprach Herr Spazzo mit Stolz . In Heribalds blödsinnigem Gehirn begann der Gedanke aufzudämmern , die Hunnen seien nicht die schlimmsten Gäste auf deutscher Erde . Er schwieg und ging in den Garten . Dort riß er ein paar Salbeiblätter ab und rieb seinen Rücken . Herr Spazzo schritt über den Klosterhof zum Tor , das durch den Kreuzgang ins Innere führte . Er trat fest auf . Die Glocke zum Mittagsmahl läutete . Einer der Brüder kam schnellen Ganges über den Hof . Herr Spazzo faßte ihn am dunkeln Gewand . » Rufet mir den Abt herunter ! « sprach er . Der Mönch sah ihn verwundert an und tat einen Seitenblick auf des Kämmerers abgetragen Jagdhabit . » Es ist die Stunde der Mahlzeit « , sprach er . » Wenn Ihr geladen seid , was ich aber ... « er schaute wiederum etwas spöttisch auf Spazzos Jagdrock ; der Schluß ward ihm erspart , der Kämmerer würdigte den hungrigen Bruder eines gediegenen Faustschlages , daß er taumelnd von der Schwelle in den Hof hinausflog wie ein wohlgeschleuderter Federball . Die Mittagssonne schien auf des Gefallenen Tonsur . Dem Abt war bereits gemeldet worden , welch einen Frevel der Klostermeier sich an der Herzogin Mann erlaubt . Jetzt vernahm er den Tumult im Klosterhof . Wie er an sein Fenster trat , erschaute er just den frommen Bruder Yvo faustschlagbefördert in den Hof hinausfliegen . Glücklich , wer der Dinge geheimste Ursachen erkannt hat , singt Virgilius . Abt Wazmann erkannte sie , er hatte aus dem Dunkel des Kreuzgangs Herrn Spazzos Helmzier drohend herübernicken gesehen . » Ruft mir den Abt herunter ! « rief ' s zum zweitenmal vom Hofe herauf , daß die Scheiben der Zellenfenster klirrten . Unterdessen ward die Reichenauer Mittagssuppe kalt ; die im Refektorium Versammelten griffen endlich zu , ohne des Abts zu warten . Der Abt Wazmann hatte Rudimann , den Kellermeister , zu sich entboten . » Das alles « , sprach er , » hat uns der Grünspecht von Sankt Gallen wieder angezettelt . O Gunzo , Gunzo ! Keiner soll seinem Nächsten ein Leid wünschen , aber doch überdenkt mein Gemüt die Frage , ob unsere Hofbauern , das riesige Geschlecht vor dem Herrn , nicht wohlgetan hätten , dem Gleisner Ekkehard die Steine an den Kopf zu werfen , die sie dem hunnischen Hexenmeister bestimmt ... « Ein Mönch trat scheu in des Abts Gemach . » Ihr sollt herunterkommen « , sagte er leise , » es ist einer drunten und tobt und griesgramt wie ein Gewaltiger . « Da wandte sich der Abt zu Rudimann , dem Kellermeister , und sprach : » Es muß schlecht Wetter sein bei der Herzogin ; ich kenne den Kämmerer , der ist ein sicher Wetterzeichen . Wenn seine Herrin ihren stolzen Mund zur Heiterkeit zuspitzt , so lacht er mit dem ganzen Gesicht , und wenn Wolken über ihre Stirn ziehen , so geht bei ihm ein volles Donnerwetter los ... « » ... und schlägt ein « , ergänzte Rudimann . Schwere Tritte klirrten durch den Gang . » Es ist keine Zeit mehr zu verlieren « , sprach der Abt . » Macht Euch schnell auf den Weg , Kellermeister , reitet hinüber und drückt der Herzogin unser Bedauern aus ; nehmt ein paar Silberlinge aus der Klostertruhe mit als Schmerzensgeld für den Zerschlagenen und saget , daß man für seine Genesung beten wolle . Vorwärts , Ihr seid ja sein Pate und ein kluger Mann . « » Es wird schwer halten « , sprach Rudimann . » Sie wird recht giftig sein . « » Bringt ihr ein Geschenk mit « , sprach der Abt . » Kinder und Frauen lassen sich gern die Augen blenden . « » Was für eines ? « wollte Rudimann fragen , da ward die Tür aufgerissen . Herr Spazzo trat ein . Sein Gesicht lag in den richtigen Falten . » Beim Leben meiner Herzogin ! ! « rief er , » hat der Abt dieses Rattennestes heute Blei in seine Ohren gegossen , oder ist ihm Gichtbruch in die Füße gefahren ? Was kommet Ihr nicht , Euern Besuch zu