war , die Verbindung zurück , und so kam es , daß erst nach Theodors Tode Fürst Alexander sich mit Paolo Franceskos Tochter vermählte . Prinz Johann hatte auf dem Heimwege seinen Bruder Franz kennen gelernt und fand an dem Jünglinge , dessen nahe Verwandtschaft mit ihm er nicht ahnte , solches Behagen , daß er sich nicht mehr von ihm trennen mochte . Franz war die Ursache , daß der Prinz , statt heimzukehren nach der Residenz des Bruders , nach Italien zurückging . Das ewige unerforschliche Verhältnis wollte es , daß beide , Prinz Johann und Franz , Vittorias und Pietros Tochter Giazinta sahen und beide in heftiger Liebe zu ihr entbrannten . - Das Verbrechen keimt , wer vermag zu widerstehen den dunkeln Mächten ! Wohl waren die Sünden und Frevel meiner Jugend entsetzlich , aber durch die Fürsprache der Gebenedeiten und der heiligen Rosalia bin ich errettet vom ewigen Verderben , und es ist mir vergönnt , die Qualen der Verdammnis zu erdulden hier auf Erden , bis der verbrecherische Stamm verdorret ist und keine Früchte mehr trägt . Über geistige Kräfte gebietend , drückt mich die Last des Irdischen nieder , und das Geheimnis der düstern Zukunft ahnend , blendet mich der trügerische Farbenglanz des Lebens , und das blöde Auge verwirrt sich in zerfließenden Bildern , ohne daß es die wahre innere Gestaltung zu erkennen vermag ! - Ich erblicke oft den Faden , den die dunkle Macht , sich auflehnend gegen das Heil meiner Seele , fortspinnt , und glaube töricht ihn erfassen , ihn zerreißen zu können . Aber dulden soll ich und gläubig und fromm in fortwährender reuiger Buße die Marter ertragen , die mir auferlegt worden , um meine Missetaten zu sühnen . Ich habe den Prinzen und Franz von Giazinta weggescheucht , aber der Satan ist geschäftig , dem Franz das Verderben zu bereiten , dem er nicht entgehen wird . - Franz kam mit dem Prinzen an den Ort , wo sich Graf Pietro mit seiner Gemahlin und seiner Tochter Aurelie , die eben fünfzehn Jahr alt worden , aufhielt . So wie der verbrecherische Vater Paolo Francesko in wilder Begier entbrannte , als er Angiola sah , so loderte das Feuer verbotener Lust auf in dem Sohn , als er das holde Kind Aurelie erblickte . Durch allerlei teuflische Künste der Verführung wußte er die fromme , kaum erblühte Aurelie zu umstricken , daß sie mit ganzer Seele ihm sich ergab , und sie hatte gesündigt , ehe der Gedanke der Sünde aufgegangen in ihrem Innern . Als die Tat nicht mehr verschwiegen bleiben konnte , da warf er sich , wie voll Verzweiflung über das , was er begangen , der Mutter zu Füßen und gestand alles . Graf Pietro , unerachtet selbst in Sünde und Frevel befangen , hätte Franz und Aurelie ermordet . Die Mutter ließ den Franz ihren gerechten Zorn fühlen , indem sie ihn mit der Drohung , die verruchte Tat dem Grafen Pietro zu entdecken , auf immer aus ihren und der verführten Tochter Augen verbannte . Es gelang der Gräfin , die Tochter den Augen des Grafen Pietro zu entziehen , und sie gebar an entfernten Orten ein Töchterlein . Aber Franz konnte nicht lassen von Aurelien , er erfuhr ihren Aufenthalt , eilte hin und trat in das Zimmer , als eben die Gräfin , verlassen vom Hausgesinde , neben dem Bette der Tochter saß und das Töchterlein , das erst acht Tage alt worden , auf dem Schoße hielt . Die Gräfin stand voller Schreck und Entsetzen über den unvermuteten Anblick des Bösewichts auf und gebot ihm , das Zimmer zu verlassen . » Fort ... fort , sonst bist du verloren ; Graf Pietro weiß , was du Verruchter begonnen ! « So rief sie , um dem Franz Furcht einzujagen , und drängte ihn nach der Türe ; da übermannte den Franz wilde , teuflische Wut , er riß der Gräfin das Kind vom Arme , versetzte ihr einen Faustschlag vor die Brust , daß sie rücklings niederstürzte , und rannte fort . Als Aurelie aus tiefer Ohnmacht erwachte , war die Mutter nicht mehr am Leben , die tiefe Kopfwunde ( sie war auf einen mit Eisen beschlagenen Kasten gestürzt ) hatte sie getötet . Franz hatte im Sinn , das Kind zu ermorden , er wickelte es in Tücher , lief am finstern Abend die Treppe hinab und wollte eben zum Hause hinaus , als er ein dumpfes Wimmern vernahm , das aus einem Zimmer des Erdgeschosses zu kommen schien . Unwillkürlich blieb er stehen , horchte und schlich endlich jenem Zimmer näher . In dem Augenblick trat eine Frau , welche er für die Kinderwärterin der Baronesse S. , in deren Hause er wohnte , erkannte , unter kläglichem Jammern heraus . Franz frug , weshalb sie sich so gebärde . » Ach Herr , « sagte die Frau , » mein Unglück ist gewiß , soeben saß die kleine Euphemie auf meinem Schoße und juchzte und lachte , aber mit einemmal läßt sie das Köpfchen sinken und ist tot . - Blaue Flecken hat sie auf der Stirn , und so wird man mir Schuld geben , daß ich sie habe fallen lassen ! « - Schnell trat Franz hinein , und als er das tote Kind erblickte , gewahrte er , wie das Verhängnis das Leben seines Kindes wollte , denn es war mit der toten Euphemie auf wunderbare Weise gleich gebildet und gestaltet . Die Wärterin , vielleicht nicht so unschuldig an dem Tode des Kindes , als sie vorgab , und bestochen durch Franzens reichliches Geschenk , ließ sich den Tausch gefallen ; Franz wickelte nun das tote Kind in die Tücher und warf es in den Strom . Aureliens Kind wurde als die Tochter der Baronesse von S. , Euphemie mit Namen , erzogen , und der Welt blieb das Geheimnis ihrer Geburt verborgen . Die Unselige wurde