es ein Rennen ? « » Ja . « » Wo ? « » Hier . Rund um den See . « » Wann ? « » In zwei Wochen . « » So ein kleiner Ritt ? - Ganz gewöhnlich und gelegentlich ? « » O nein ! Es wird ein großes Fest bei uns gefeiert , zu welchem Tausende von Menschen herbeiströmen werden . Es dauert mehrere Tage , und wir werden vieles thun , die Gäste zu unterhalten . Das Hauptstück wird ein Wettrennen sein , welches aus mehreren Abteilungen besteht . « » Groß ? - Mehrere ? - Hanneh , Hanneh ! - Gieb mir deinen Arm ! - Richte mich auf ! - Das muß ich weiterhören ! - Alles , alles will ich hören ! « Es hatte sich seiner eine Energie bemächtigt , die man vorher für vollständig unmöglich gehalten hätte . Sein Gesicht , sein Blick , seine Stimme , alles , alles war im Handumdrehen anders geworden . Es schien , als ob ganz plötzlich die volle Lebenskraft durch seine Adern pulsiere . » Reg dich nicht auf ! Schone dich ! « warnte der Pedehr . » Aufregen ? Schonen ? « antwortete er . » Ich spreche doch bloß ! Ich strenge mich ja gar nicht an ! « Er machte jetzt zwischen den Sätzen nicht mehr , wie vorher , eine Pause , um Atem zu suchen . » Sag , was für Pferde werden laufen ? « erkundigte er sich . » Es werden nicht bloß Pferde sein . Wir lassen alle Arten der Tiere laufen , die es bei uns giebt , Schafe , Ziegen , Esel , Maultiere , Lastkamele , Reitkamele , gewöhnliche Pferde , und zum Schlusse wird es mehrere Rennen zwischen Tieren edelster Rasse geben . « » Wem gehören sie ? « » Das weiß ich noch nicht . Jeder Gast darf sich beteiligen , und es werden viele kommen , welche gute Renner besitzen . « » Allah , wallah , tallah ! Darf ich mich mit melden ? « » Du ? « » Ja ich ! « » Verzeihe mir , o Scheik der Haddedihn ! Eure drei Pferde werden wahrscheinlich die besten sein , und ich bin sehr überzeugt , daß du rasch gesunden wirst ; aber die zum Reiten nötige Stärke wirst du in zwei Wochen doch noch nicht besitzen . « » Wer hat das gesagt ? Wer wagt es , das zu behaupten ? « » Jeder Hekim muß das sagen ! « » Allah verderbe alle Hekims , die es - - - Nein , Allah verzeihe mir ! Ich will nie wieder solche böse Worte sprechen ! « Hanneh hatte ihn durch Kissen so gestützt , daß er mit dem Oberkörper halb aufrecht lag . Er machte einen geradezu mehr als bloß Hoffnung erweckenden Eindruck . Der Pedehr aber ließ ihn keinen Augenblick aus dem Auge . Wenn er sich auch nichts merken ließ , so war es für ihn doch selbstverständlich , daß auf die jetzige An- oder vielmehr Aufregung die unausbleibliche Abspannung folgen werde . » Wird mein Sihdi in zwei Wochen wieder hergestellt sein ? « erkundigte sich Halef . » Ja ; aber wettreiten darf er mir noch nicht ! « » Du bist grausam . Aber Kara , meinem Sohne wirst du es nicht verbieten ? Er ist nicht krank . « » Ich wünsche sogar , daß er sich beteilige . « » In drei Rennen ? Mit jedem unserer Pferde einmal ? « » Wenn du es wünschest , gern ! « » Oh , wüßte ich doch schon jetzt , was für Renner zu besiegen sein werden ! « » Ich kann dir sagen , daß es feine Perser , vorzügliche Turkmenen und echte Araber geben wird . « » Das ist für heut genug . Kara , mein Sohn , du wirst von jetzt an mit jedem unserer Pferde täglich einen Eilritt unternehmen ! Ueberwache sie beim Füttern und beim Tränken ! Laß sie - - - laß sie biß zur - - - zur Schnelligkeit der Geheimnisse gehen - - - aber zwinge sie - - - ja zu dieser nicht - - - ! « Er begann jetzt wieder , Pausen zu machen . Seine Stimme wurde matter . » Hanneh , laß mich wieder nieder ! « bat er . Sie nahm die stützenden Kissen weg . Nun lag er wieder wie vorher . Da fuhr er langsamer und leiser fort : » Ghalib wird siegen - - - ganz gewiß ! - - - Barkh überholt jedes - - - jedes andere Pferd ! - - - Assil Ben Rih aber wird - - - sie alle mit Leichtigkeit - - - mit Wonne in ihre - - - in ihre Schande rennen ! Mit dem reinen - - - echten Blut der Haddedihn - - - ist kein anderes - - - kein anderes zu vergleichen - - - ! « Er schloß die Augen . Alle waren still . Nach einiger Zeit hörte ich ihn wie befehlend sagen : » Kara - Kara , der Bügel - - - ist zu scharf - - - ! « Der Pedehr nickte befriedigt vor sich hin . Was er dann leise zu Hanneh und ihrem Sohne sagte , konnte ich nicht verstehen . Dann aber kam er her zu mir und sagte : » Ich fürchtete entweder die Gleichgültigkeit oder eine größere Aufregung . Nun bin ich doch zufrieden ! « » Und deine Hoffnung - - - ? « fragte ich . » Ist zur Gewißheit geworden . Wenn keine unvorherzusehende Störung kommt , wird er gerettet sein . Das Rennen wird ihn beschäftigen , auch wenn er zu schlafen scheint . Ja , es wird ihn vielleicht sogar bis in den Traum begleiten . Er wird , wie du gestern sagtest , mit seiner ganzen Seele