wird dies als eine kleine vorläufige Begrüßung ansehn , setzte er hinzu , einen schweren grünseidnen Beutel Porter darreichend . Solltest Du , mein ehrlicher Freund , für den solche Dinge keinen Werth haben , solltest Du nicht Auslagen gemacht haben ? Der Orden würde es verweigern , Deine Rechnungen zu sehen , da Du aber an der Kasse heiliger Zwecke Deinen Antheil hast , so nimm dies vorläufig ; Du darfst solche elende Mittel nicht schonen . - Porter nahm mit völlig gleichgültiger Miene eine ähnliche Summe , indem er mit Stolz hinzusetzte : Bemerkt wohl , nicht in meinem Interesse empfange ich dieses elende Mittel , wie Ihr mit Recht sagt . Ohne zu antworten , wandte ihm Mazarin den Rücken . Er hatte Erfahrungen genug gemacht über die Wirksamkeit dieser Mittel , und hatte nie ermangelt , die Empfänglichkeit dafür in seinen Werkzeugen zu unterhalten , wenn es auch bei Porter nur zu den Nebenwirkungen diente , die nicht ausbleiben durften . Dieser hatte die Befehle für seine nächsten Dienste mit aller Unterwürfigkeit empfangen und sich dann auf demselben geheimen Wege entfernt , der ihn sicher hierher geführt , während Mazarin sich den Händen Benvilles übergab , um nach einem höchst bewegten Tage sein Lager und den Schlaf zu suchen , wenn er dem willig erscheinen möchte , vor dessen Seele das Leben gerade nur so viel Werth und Bedeutung hat , als er durch eignen Willen hinein legt . Diese Ansicht macht allerdings die Sorge für den kommenden Tag zu einer Aufgabe unserer Willkür , jenen Frieden , jene Ruhe fern haltend , welche willig nur den erreichen , dem die Ueberzeugung von der eignen Kraftbegrenzung zum freudigen Vertrauen wird auf eine höhere , überall ausreichende Kraft . Es würde schwer sein , in das Chaos der Gedanken , welche in Buckingham wogten , einzudringen ; er fühlte jedoch die Nothwendigkeit eines zu fassenden Entschlusses , weil das wiederkehrende Bewußtsein des Prinzen sogleich entscheidende Anforderungen hervorrufen konnte , denen irgend eine Richtung zu geben , er alsdann gerüstet sein mußte . Die Ueberzeugung erbitterte ihn , daß ihm ein so wichtiges Geheimniß entzogen ward , daß seine heimlichen Spione eine so große Begebenheit in seinem nächsten Interesse übersehen konnten , daß der Prinz , den er so lange als einen unmündigen Knaben aus Gnade geduldet und geschont hatte , ebenso seine Schwester , die als unbrauchbar von ihm verachtet und vergessen war , daß Beide ihn so zu täuschen vermocht , ihm das entzogen hatten , was seinem Ehrgeiz aufs Höchste geschmeichelt und ihn zum Meister alles Glanzes erhoben haben würde . Dies Mittel , Bristol mitten in seinen Operationen tödtlich zu treffen und die Familie dessen auf die höchste Stufe zu heben , welchen dieser unerschütterliche Mann stets mit der verdienten Nichtachtung behandelt hatte ; dies Ereigniß endlich , welches er selbst herbeizurufen bemüht gewesen war , ehe die Erhebung des Prinzen zum Thronerben ihn an der Möglichkeit hatte verzweifeln lassen , welches nun ohne seinen Willen , seinen Schutz dennoch geschehen ; dies alles und die hieraus hervorgehende beschämende Ueberzeugung , daß seine Macht nicht überall ausreiche , brachte in ihm einen Groll , eine Wuth hervor , die jeder andern Rücksicht vorherrschen wollte . Daß dies Gefühl gemäßigter in ihm geworden wäre , hätte seine Schwester noch gelebt , und wäre das noch zu erringen gewesen , was ihm so große Befriedigung verhieß , scheint uns allerdings wahrscheinlich . Ihr Tod aber machte den Prinzen wieder zu einem freien Eigenthum des Staates , und er sah voraus , daß diese versäumten Vortheile , wenn sie bekannt würden , ihn in den Augen seiner Feinde mehr lächerlich , als beneidenswerth machen würden . Er mußte sich mit Zähneknirschen gestehen , daß er dem Prinzen bei der Reise nach Spanien als Werkzeug von Plänen gedient , die ihm so nahe lagen , und worüber ihm dennoch das Vertrauen entzogen ward , während er wähnte , den Prinzen zu dieser Reise in dem Interesse seiner Pläne gegen Bristol benutzt zu haben . Für so viele Demüthigungen und so vielen möglich gewesenen Vortheil schien ihm eine königliche Nichte ein trauriger Ersatz . Sie war ihm in seinen bis jetzt verfolgten Plänen sogar lästig und hinderlich , und alle Kränkungen , welche sein stolzes Herz durch die Urheber ihres Daseins empfangen zu haben glaubte , vereinigten sich in Widerwillen gegen dies unschuldige Wesen , das zu opfern , ihm nur eine sehr geringe Befriedigung der Rache für so viele ihm zugefügte Unbilden schien . Zwar mußte er sich sagen , daß die Erklärung ihres rechtmäßigen Daseins vor der Welt , in Spanien nur vollenden mußte , was er begonnen , aber diese Sache war für ihn abgemacht ; denn Spanien hatte bereits Noten überreicht , die nicht nur jede Täuschung über etwaige freundschaftliche Verbindungen oder nähere Verhältnisse aufhoben , sondern sogar auf offene Feindschaft deuteten ; ja , er wollte diesen Bruch , den er , über Bristol triumphirend , sich allein zuzuschreiben trachtete , nicht scheinbar der Bekanntwerdung einer allerdings unter allen Umständen beleidigenden und trennenden Veranlassung beigemessen wissen . Man sollte sagen : Buckingham habe diese Verbindung nicht gewollt , also hat er sie getrennt . Ebenso wenig paßte die Lautwerdung dieser geheimen Verbindung zu den neueren Absichten Buckinghams , die er angeknüpft , um das große Werk einer Vermählung des Prinzen nicht allein dem Grafen Bristol zu entreißen , sondern sich selbst anzueignen . Er hatte die unbesonnene Reise des Prinzen nach Spanien durch Frankreich geleitet , und indem er den Hof Ludwigs des Dreizehnten durch die natürlichen Vorzüge des Prinzen gewinnen ließ , und der Prinz die aufblühende Schönheit der Prinzessin Henriette , der reizenden Tochter Heinrichs des Vierten , kennen lernte , wußte er Richelieu für eine Verbindung Beider zu stimmen , ihm den Prinzen schon jetzt liebend zu schildern und , was seinen Besuch in Spanien betraf , der wahren Absicht die Lüge unterzuschieben , daß es dabei auf Henriettens Besitz abgesehen