eignen zu erwarten stände . Der Herr Graf hatte übrigens gewünscht , dem Herrn Herzog Nachricht über die junge Lady zu geben , über deren Zusammenhang mit der verstorbenen Dame er nicht ohne Verdacht geblieben war . Bei Gersems angehender Besserung versuchte ein Abgesandter des Herrn Grafen ihn auszuforschen ; aber Gersem war ganz unerbittlich . Auf die Frage , wer sie sei , hat Gersem geantwortet , daß er es nicht wisse ; auf die Frage , wo sie sei , hat der Schmerz , den er geäußert , nur zu sehr bestätigt , daß er sie selbst verloren habe , und das Einzige , was er nicht verborgen , war sein früherer Entschluß , die Lady nach London zu bringen . Dessen ungeachtet ist es gelungen , den Aufenthaltsort der jungen Dame auszuforschen , denn der Herr Graf wünschten sie wieder in Verwahr zu nehmen , und ließen daher von Alois und seinen Leuten die Gegend ausspähen , da zu erwarten stand , daß diese junge und zarte Dame nicht sehr weit vorgedrungen sein könne , ohne Schutz und Hülfe in der Nachbarschaft zu finden , was ihre Entdeckung erleichtern mußte . Dies bestätigte sich auch bald . In der Gegend von Cheffield stieß nämlich Alois in Bettlertracht auf eine glänzende Cavalcade von Herren und Damen , in deren Mitte die junge Lady Maria , die Alois sogleich wieder erkannte . Es waren Damen und Herren aus Godwie-Castle , und der junge Herzog von Nottingham an der Spitze des Zuges . Eingang in das Schloß zu gewinnen , war zwar leicht , da jedem Bedürftigen Nahrung gereicht wird , aber die junge Dame von dort zu entführen , schien unmöglich , da sie im Schooß der Familie von allem , was die Etikette und die Sicherheit erfordert , umgeben lebt , und der Graf haben nunmehr das Weitere bis zur Ankunft des Herrn Herzogs aufgeschoben . - Mazarin hatte mehrere Male , während der Alte , ohne einzuhalten , seine Berichte mit der aufs Neue bestätigten Devotion gegen die Befehle des Ordens ihm vortrug , auf einer kleinen Tafel neben sich einige Worte notirt , während sein scharfes Auge , dann wieder halb gesenkt , keinen Zug , keine Bewegung des verführten Greises verabsäumte . Auch gehörte die Mimik des Alten sehr wesentlich zu seinen Worten . Obwol zu dem blassen , dürftigen Ausdruck , der in seinen Zügen herrschend war , zurückgekehrt , und ohne den Blick beim Sprechen aufzuschlagen , hatte er eine Art , mit der seitwärts am Leibe niederhängenden Hand hinterwärts ganz wenig und blitzschnell in die Luft zu haschen ; und diese Bewegung war , von einem Lächeln um den Mund begleitet , so bitter und verächtlich , daß es die innere Verdammung der Sache andeutete , wenn auch die Worte seines Mundes nie über die devote Sprache des demüthigen Dieners sich erhoben . Mazarin sah so vor seinen Augen die Personen bezeichnen , gegen die der Privathaß des Alten den Eifer unterstützte , zu dem er im Bunde des Ordens verpflichtet war . Wenn er auch im Ganzen einen solchen Verrath innerer Meinungen tadeln mußte , als eine mangelhafte Ausbildung an einem Schüler der heiligen und strengen Väter , deren erste Regel die vollkommene Beherrschung des Aeußern war , so glaubte er sie doch weniger in diesem Falle rügen zu dürfen . Die Zeit hatte hier längst jeden Verdacht entkräftet , da der Greis mit dem vollständigsten Verrathe seines Prinzen zugleich eine Sorgfalt und aufopfernde Liebe für denselben verband , von der er zu viele Beweise gegeben , um nicht von ihm als ein völlig geprüfter und bewährter Diener zum Theilnehmer an den wichtigsten Beziehungen seines Lebens gemacht zu werden . Auch hüteten sich die klugen Väter sehr wohl , den Alten auf Proben des Gehorsams zu setzen , die gegen die scheinbare Treue , welche sich Porter in der persönlichen Behütung des Prinzen vorbehalten hatte , stritten , fürchtend , der Gehorsam desselben könne sich dort zu ihrem Nachtheil zeigen , da seine oft erregten Gewissensskrupel schon jetzt der Gesellschaft des Prinzen zuzurechnen waren , dessen reiner , gerechter und tugendhafter Sinn auf die sophistischen Lehren und Grundsätze , welche Porter erzogen hatten , bedenklich einwirkte . Im Gegentheil wußte man ihm sein schweres Amt stets aus dem Gesichtspunkt einer aufopfernden Liebe für den Prinzen darzustellen ; derselbe solle geschützt werden gegen Feinde des Thrones , er solle dadurch dem Einfluß der heiligen Väter erhalten werden , die bei ihrer großen Liebe zu dem hoffnungsvollen Prinzen ihn aus der schrecklichen Gefangenschaft der Ketzerei dereinst zu erlösen hofften . Weiter reichten die wohl erwogenen Fähigkeiten Porters nicht ; hierzu hatte er aber die den geringeren Ständen oft in hohem Grade eigene Beobachtungsgabe , und seine Meldungen haben bewiesen , daß er weder etwas Wesentliches übersah , noch über die Mittel , sich in Kenntniß zu setzen , verlegen war . Er war so im Mittelpunkt des Hofes eine unschätzbare Person geworden , die man dabei mit nichts weiter zu nähren hatte , als mit den fanatischen Mitteln der heiligen Kirche und der gleich großen Furcht , welche die vornehmen und mächtigen Ordensbrüder ihm einzuflößen wußten . Sein natürlicher Hang zur Intrigue , der , von Jugend auf in ihm entwickelt , jetzt der einzige Reiz seines öden , von allen wärmeren Beziehungen des Lebens völlig entblößten Daseins ausmachte , unterhielt diese Absichten . Vorerst , sprach Mazarin mit der Kälte des Obern , welcher den befohlenen Bericht angehört , wirst Du mir jetzt zu hinterbringen wissen , was Buckingham über das heut Erfahrene beschließt , ob er den Aufenthalt der Lady kennt , und was er ihr zugedacht ? Zweitens , setzte er hinzu , indem ein etwas rötherer Glanz um seine Züge spielte und einer jener stechenden Blicke hervor brach , wodurch er zuweilen sein Herz erleichterte , zweitens will ich jeden Boten , jeden Brief , den Buckingham oder Membrocke in dieser Zeit absendet , vorher gesehn haben . Devenant