den sie unter keiner Bedingung nehmen will - aber - er quält sie doch . « » Das ist freilich schlimm , « sagte Brown - » wie alt ist sie ? « » Ach , leider erst siebzehn Jahre , « seufzte Wilson - » wäre sie einundzwanzig , so brauchten wir den Alten nicht zu fragen . « » Hat sie Euch denn recht von Herzen lieb ? « » Sie hat es mir mehr als tausendmal gestanden . « » Nun , worin besteht denn da eigentlich die große Noth ? Das Herz der Eltern wird sich doch Wohl noch mit der Zeit erweichen lassen , « tröstete ihn Brown . » Ja , wenn es nur Zeit hätte ! « rief Wilson ungeduldig aus ; » Rowson hält morgen Hochzeit , und da soll Ellen hinüber kommen und den jungen Leuten die Wirthschaft führen helfen . « » Morgen ? « hauchte Brown erbleichend . » Ja - am Nachmittag , « fuhr Wilson , ohne es zu bemerken , fort . » Hat Atkins dann ausverkauft , so will er nach Texas , und - das Mädchen muß mit . « » Nun , so geht Ihr mit ihm , « sagte Brown , der kaum noch hörte , was der Andere sprach . » Das geht nicht , « erwiderte dieser - » ich habe meine alte Mutter in Tennessee , nicht weit von Memphis , wohnend , und die müßt ' ich auf jeden Fall erst holen . Sie lebt jetzt bei fremden Leuten , und dort soll sie mir einmal nicht sterben . « » Da werd ' ich freilich wenig für Euch thun können , « seufzte Brown etwas zerstreut , » ich kenne Atkins gar nicht , habe ihn erst einmal gesehen , und es ist doch höchst unwahrscheinlich , daß er auf meine Fürsprache auch nur das geringste Gewicht legen würde . « » Das sollt Ihr auch nicht bei Atkins versuchen , sondern bei jemand ganz Anderem . « » Und bei wem ? « » Bei Madame Rowson . - Ihr seid mit Roberts gut bekannt , und Marion hält viel auf Euch , das weiß ich . Wenn Ihr sie recht schön für mich bitten wolltet , sie thät ' es Euch sicherlich zu Gefallen . « » Madame Rowson , « sagte Brown leise und wie in tiefen Gedanken verloren , - » Madame Rowson - kann sie helfen ? « » Oh , sie gilt sehr viel bei Atkins , « betheuerte Wilson . » Als Atkins ' Frau im letzten Sommer so lange und gefährlich krank lag , hat sie ganze Wochen lang mit Ellen an ihrem Bette gewacht . - Ihr thun sie Alles zu Liebe , es ist ein gar so gutes Mädchen - « » Ja - ja ! « seufzte Brown tief auf . » Nicht wahr , das glaubt Ihr auch ? « » Was ? « » Daß sie ihr Alles zu Gefallen thun werden . « » Guter Wilson , « sagte Brown , sich halb von seinem Begleiter abwendend - » Ihr hättet Euch in dieser Sache sicherlich an einen Besseren wenden können , als an mich . Rowson selbst würde da vielleicht ein nützlicherer Fürsprecher sein . « » Ja , « sagte Wilson halb ärgerlich , » das weiß ich ; aber verdammt will ich sein , wenn ich den Mann leiden kann . Die ganze Nachbarschaft hat ihn gern , die Frauen wenigstens , die ganz versessen auf ihn sind , doch ich , ich weiß nicht , mir wird ' s immer unbehaglich , wenn ich mit ihm freundlich thun soll . Sonderbar müssen auch seine Verhältnisse sein . Vor einem Jahr kommt er hierher , sagt selbst , daß er arm ist , arbeitet nicht das Mindeste , predigt nur und bekommt von keinem Menschen einen Cent dafür , hat aber immer Geld , treibt sich auf solche Art zwölf Monate im ganzen County umher und heirathet auf einmal das schönste Mädchen am Fourche la fave ( Ellen ausgenommen , denn , ich weiß nicht , die gefällt mir doch noch besser ) . Ich selbst habe weiter nichts gegen Rowson , kann nichts gegen ihn haben , denn daß er feig ist , nun , was kümmert das mich , aber - um eine Gefälligkeit möcht ' ich ihn nicht bitten , und wenn mein ganzes Lebensglück auf dem Spiele stände . « » Habt Geduld , Wilson , « tröstete ihn Brown , » wenn Euch das Mädchen liebt und der andere Mann ihr Wort noch nicht hat , so wird sich auch Alles noch einrichten lassen . Ihr habt viele Freunde hier und seid jung und fleißig - was wollt Ihr mehr ? « » Das Mädchen will ich , Brown , « sagte Wilson treuherzig , » und wenn Ihr auch noch so schön predigt , so seht Ihr mir doch ebenfalls aus , als wenn Ihr den entsetzlichsten Kummer auf der Welt hättet und keinem Menschen ein Wort davon anvertrauen könntet . Nein , so still halt ' ich ' s nicht aus . Bis Atkins fortgeht , muß sich mein Schicksal entscheiden , und will oder kann mir bis dahin Keiner von Euch helfen , daß ich das Mädchen im Guten bekomme , nun so hol ' mich der Teufel , wenn ich sie nicht entführe - und mit geht sie , das weiß ich . « » Habt Ihr denn schon bei Atkins um sie angehalten ? « » Ja , und sie - die Alte - ein bitterböses Weib , hat mir gedroht , mich zur Thür hinauszuwerfen , wenn ich mich noch einmal dort blicken ließe . « » Und jetzt wollt Ihr hin ? « » Allerdings - aber nicht in ' s Haus , « lachte Wilson - » so auf den Kopf gefallen bin ich nicht . Nein