. Und so mir nichts dir nichts , bis man mehr zu klagen habe , ihn fortzuschicken , reue sie auch . Und wenn sie es täte , so wäre Joggeli der Erste , der ihr immer vorhielte , sie hätte aus leerem Kummer den besten Knecht fortgeschickt , den sie noch gehabt . Aber er mache es immer so : da , wo sie möchte , daß er rede , da schweige er , und wo er schweigen sollte , da möffele er drein . Vreneli solle immer gut Achtung geben , und wenn es etwas Apartes sehe , es ihr sagen . Aber von Vreneli hatte die Alte wenig Trost , das tat , als ob die Sache ihns nichts anginge . Ds Elisi konnte sich nicht enthalten , dem Vreneli von Uli zu reden , wie er ein Hübscher und Freiner sei und wie es sich nicht verschworen wolle , daß es ihn nicht noch einmal heirate ; wenn sie es einmal taub machten und ihm nicht tun wollten , was es begehre , so sollten sie nur sehen , was es mache . Es besinne sich dann nicht lange und es brauche nur ein Wörtlein zu sagen , so gehe Uli und gebe das Hochzeit an . Wenn Vreneli dann auch zu diesem wenig sagte , so hielt ds Elisi ihm vor , es sei schalus . Oder wenn Vreneli ihm zusprechen wollte , es solle doch Uli nicht so zum Narren halten , es begehre ihn doch nicht , oder es solle den Eltern nicht diesen Verdruß machen , so hielt es ihm vor , es möchte Uli selbst und wolle ihns nur abspenstig machen , um selbst ans Brett zu kommen ; aber so eine mit einem blutten Füdle nehme Uli nicht , dafür sei er zu gescheut . Es solle sich nicht einbilden , daß es so bald einen Mann bekäme ; der leidest Knecht besinne sich , ehe er so ein arm Meitli nehme , und zweimal , ehe er ein unehliches nehme . Das sei immer noch die größte Schand , die es gebe . Obgleich Vrenel solche Reden tief empfand , so ließ es es doch nicht merken , weinte nicht und zankte nicht , sagte höchstens : » Elisi , daß du nicht auch unehlich bist , dafür kannst du nichts , und daß du nicht schon ein Unehliches hast , daran bist du auch nicht schuld . « Am meisten Not machte Vreneli das eigene Betragen gegen Uli . Je mehr diesem Elisis Geld zu Kopfe wuchs , desto mehr fühlte er sich zu Vreneli gezogen ; er konnte es gar nicht leiden , wenn es ihm kurzen Bescheid gab oder böse über ihn schien , und suchte es auf alle Weise zu versöhnen , gut zu stimmen . Er floh Elisi oft und suchte es nie auf ; er floh Vreneli nie , suchte es aber oft auf , während es ihn floh und Elisi ihn suchte . Vreneli wollte mit Uli kurz sein und trocken , und doch konnte es , wenn es den besten Vorsatz hatte , oft nicht anders als freundlich mit dem freundlichen Burschen sein , konnte zuweilen sich bei ihm vergessen und zwei , drei Minuten mit ihm schwatzen und lachen . Wenn das dann zufällig ds Elisi sah , so gab es gräßliche Geschichten . Zuerst hielt es Vreneli die wüstesten Sachen vor , bis es nicht mehr reden , kaum Atem finden konnte . In diesem Zustande schoß es manchmal an ihns hin und hätte es prügeln mögen , wenn es ihm nicht an Kraft gebrochen hätte . Dann ging es über Uli her ; er mußte hundertmal hören , daß er ein Unflat sei und nur der Knecht . Und es sehe jetzt , was es zu erwarten hätte , wenn es so dumms wäre , wie man meine . Aber es sei Gottlob noch früh genug und es wolle nicht so ein Narr sein , sein Geld einem zu bringen , von dem es fürchten müsse , er verbrauche es mit Huren . Dann fing es an zu heulen über solche Falschheit , und wie es sterben wolle . Manchmal versöhnte es sich schon während diesen Tränen und Uli mußte versprechen , nicht mehr Andern nachzulaufen , dem wüsten Vreni , das ihn locken , verführen wolle , kein gutes Wort zu geben . Bald dauerte der Unfriede lange , und ds Elisi kupete . Dann kam es Uli doch vor : eine , die so schalus sei , die ihm den Knecht so oft vorhalte , so heulen oder kupen könne , sei doch nicht die liebenswürdigste Frau , und da gebe es ein bös Dabeisein und es wäre besser , wenn er die ganze Sache sich aus dem Sinne schlüge . So wie er nun gleichgültig gegen das Kupen ward , so ward es Elisi angst und es suchte die Versöhnung , kramete etwas oder suchte sonst eine Gelegenheit , wo es Uli flattieren , ihm anhalten konnte , er solle es doch lieb haben , es habe sonst keine Freude mehr am Leben . Und wenn es ihn so bös mache , so solle er ihm nicht zürnen , das geschehe nur , weil seine Liebe so groß sei , weil es ihn keiner Andern gönne usw. Wenn es ihn einst recht hätte , so wollte es nicht mehr schalus sein , aber solange es so dahange und nicht wisse , woran es sei , komme es ihm manchmal , als ob es lieber sterben wollte . Es wisse auch nie recht , ob Uli ihns lieb habe ; es dunke ihns manchmal , wenn er es recht lieb hätte , so setzte er ganz anders an und nähme die Sache besser in die Hand , er sei da so wie ein Gstabi und mache kein Gleich . Wenn dann Uli sagte , er wüßte es nicht besser zu machen , er wisse ja auch