an , so sprich doch aus , Was hat dich so betrübet , Es stehet noch alles wie gestern im Haus ; Wie hast du mich gestern geliebet ! ICH : Verliebet und fröhlich schlief ich hier ein , Und traurig bin ich erwachet , Die Liebe scheinet mir nun ein Schein , Sie hat mich im Traume verlachet ; Im Traume da sahest du mich recht an Mit allen Liebesgewalten , Ich stürzte nieder , ich freute mich dran , Doch du schienst dich zu halten . Du gabst mir die Hand und sahst mich an , Dann mußtest du dich drehen , Du sagtest : » Da steht der Jedermann , Den muß ich auch noch sehen . « Den Jedermann sahst du so freundlich an , Wie du mir nie erschienen , O fände ich nur den glücklichen Mann , Ich legte ihn nieder im Grünen . Wollt Gott , daß früh ich gestorben wär In meinen jungen Jahren , So hätt ich an Liebe , so hätt ich an Ehr , Nie solchen Schmerz erfahren . Hier mußte er vor Schmerz abbrechen ; was sie ihm geantwortet hatte , war ihm zu unerhört ; er ritt aus und malte sich tausend Arten ihrer Untreue vor . Als er nach Hause kam , fand er einen Brief des alten Bedienten , der ungeachtet seiner Schwäche sich die Oberaufsicht im Hause und das Berichten an den Herrn nicht nehmen ließ . Nach mehreren Nachrichten , ermahnte ihn der alte Mann aus einem gewissen innern Antriebe , es sei nicht recht , daß er seine Frau so lange habe allein gelassen ; er kenne ihre Art von Kindheit , sie wolle immer geführt sein und weil sie das fühle , tue sie stolz und herrisch , wer wisse , was daraus entstehen könne . Diese Worte , so wie die Warnung des Marchese auf dem Wege , die ihm erst jetzt auffiel , schienen dem Grafen in seiner Stimmung ganz überzeugend , daß ein Unrecht geschehen sei ; er aber wagte es nicht zu wissen . Jetzt erinnerte er sich auch , daß ihm im Traume ein gewaltiger wilder Mann erschienen , der jene Waffen und Armringe getragen , die er in dem Denkmale des Riesensteines gefunden und aufgestellt hatte ; der habe ihm mit dem Schwerte gewinkt , in alle Welt zu gehen . Sein Entschluß war bald gefaßt ; an seiner Liebe verzweifelnd wollte er nichts , als weit von dem Orte fort . Er ordnete flüchtig das Notwendigste im Hause , sagte niemand , wohin er reise , und fuhr ohne Bedienten in einem leichten Wagen mit Postpferden nach der nächsten Station . Auf dem Wege nahm er manchmal in seinen Gedanken zärtlichen Abschied von ihr ; es war ihm , als ob eine fremde Gewalt sie von einander risse , und wie an einer Wetterscheide , sein Schiff nach Westen und das ihre nach Osten getrieben würde . Wir hassen alle schauderhaften Bilder , die das Gemüt trostlos verwirren ; wir halten es gefährlich sogar , den Menschen unnötig mit zerrissenem Herzen auszustellen , um die Mitmenschen zu rühren , oder ihn neugierig zu beobachten ; wir unterdrücken gern das meiste , was uns aus jener Zeit von ihm übrig geblieben ; nur einige Stationen seiner Reise heben wir aus , um seinen Ideengang zur Verbindung der Geschichte uns zu versinnlichen ; sie rühren uns bei aller Nachlässigkeit ungemein , denn es ist Sprache eines tiefgekränkten Herzens . 1. Über Stock , über Stein , drein , drein , ohne Bewußtsein ; knackt ' s , bricht ' s , wirft ' s um , ich sitze stumm ; meiner Blicke einzige Sprache ist ewiges Wachen , ein nordischer Tag ohne Nacht in hallender rastloser Jagd . Der Schweißfuchs trabt , der Braune hinkt , das Sattelpferd springt - ein Heimchen noch singt : Halt still , wie mir ' s das Herz erlabt . Der Schwager sagt : » Wir sind gleich da , wir sind gleich da ! « - Das Posthorn klagt : » Die Hände riß ich auseinander , die Herzen zerreiß ich elende , und wandre hin und zurück ; dies ist Geschick . « Berge , ihr hemmenden , neblig beklemmenden , Berge , ihr trennenden , abendlich brennenden , seid mir nun nah , und wir sind nah , und wir sind da . 2. Die müden Pferde ausgespannt werden , matt und dürr zum Einbrechen bleiben sie stehen ; lassen die Fliegen stechen , in den Brunnen sie sehen . Verlassen stehet der Wagen , es wehet ! Und von den spielenden Lüften bleibt kühlender Schauer der Trauer des harrenden starrenden greisenden Reisenden . Und sinken die Winde , so ruhet geschwinde alles umher , öde und schwer , wenig Bewegliches , lauter Alltägliches , alles ist gleich ; hier ein paar Blasen im Teich heften den Blick an ihr Geschick ; Luftbälle der Unterwelt an der Sonne zerschellt , dort trockener Blätter Geflügel , hier schmilzt der Schnee vom Hügel , und rieselt zu nähren die Zähren . Brand ! Brand ! Ich trink ihn aus meiner Hand . Er fließet zum Munde , da schreiet die Wunde des Herzens zum Himmel - sie schließet sich nimmer ! - Das Herz , das bewegliche , urleidend klägliche , nimmermehr rastende , ewig nun fastende still sich verzehrende , nimmer sich leerende , läßt sich der heiligen Stille enthüllen . 3. Wie bin ich zur Küste des Meeres gekommen allhier , oder kam das Meer zu mir ? - Ich seh mich im Spiegel des Meeres an , ein jeder über sich selbst wohl lachen kann ; ich meinte , das Glück mir lächle zurück . Wie Stoßvögel drüber die Sorgen viel trüber , sie dringen hernieder und weichen nicht wieder . Die Narben und Falten sich zeigen und halten , selbst von den Toten nicht scheiden ; doch spurlos sind Freuden , ein gleitender Strahl hin