Conradi , Hermann Adam Mensch www.digitale-bibliothek.de / ebooks & nbsp ; Diese Datei wurde aus den Daten des Bandes DB125 : Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky mit der Software der Digitalen Bibliothek 5 erstellt und ist nur für den privaten Gebrauch des Nutzers der CD-ROM bzw. der DVD-ROM bestimmt . Bitte beachten Sie die Urheber- und Leistungsschutzrechte der Rechteinhaber der Daten . Herman Conradi Adam Mensch » Sünde ist das Vergehen wider das Gesetz der Zukunft . « Oskar Hänichen . Laß fahren , was dich traurig macht , Und was die Enge dir geboren - : In dieser großen Freudennacht Bleibt dir dein Genius unverloren Wir leben , mein geliebtes Weib - Und unser Leben athmet Fülle - : Der Dinge unverstand ' ne Fülle Fiel ab vom nackten Gottesleib . Oskar Hänichen zugeeignet . Von einem Grabe komm ' ich her . - Du weißt , Mein lieber Freund - : von welchem Grabe - Du weißt - : wie viele Träume , wie viel Glück - Wie viele Vergangenheit ich da begraben habe ... Von des vergessens Fluth unüberspült Mahnt dieser Hügel noch im fernen Süden - Da wir so groß gelebt , so stark gefühlt , So heiß gekämpft um uns ' res Willens Frieden . Ob wir ihn fanden - ? Nun , mein lieber Freund - Wir lächeln schmerzlich - doch wir lächeln eben - Wir sind allein - wir haben nur noch uns - So bleiben wir Zusammen für das Leben ... Der Regen klatscht an meine Fensterscheiben - In ' s Nordland wieder wurden wir verbannt - Getrost mein Freund ! wir werden südwärts treiben In uns ' rer Sehnsucht - uns ' res Sieges Land ! Ein Grab zu hüten gilt ' s. Mit weißen Kerzen Hat ' s unterweil der junge Lenz geschmückt - Für das Unsterbliche verglüh ' n die Kerzen - Mit rothem Blut getauft der tiefsten Schmerzen Ward uns der Geist , der Zukunftsfrüchte pflückt . - I. Es gab gerade die Zeit um die vierte und fünfte Nachmittagsstunde an einem Märztage . Der Wirth vom Café Caesar stand hinter dem Buffet und zählte Geld . Das Klimpern und Klirren der Metallstücke klang deutlich zu dem Tische herüber , an dem Herr Dr. Adam Mensch und Herr Referendar Clemens von Bodenburg saßen . Bodenburg zog sich jetzt hinter den Figaro zurück . Nur ein Paar Gäste noch lebten da und dort im Lokal herum . Der Verkehr war im Ganzen geringfügig um diese Stunde . Adam Mensch trank den letzten Schluck seines cognacgemischten Kaffees aus und rückte seiner Börse auf den Leib . » Kellner ! « » Herr Doctor ! « » Bitte zahlen ! « » Jawohl ! « Der Kellner kam herangelaufen . » Ein Kaffee - schwarz - und einen Cognac - « » Vierzig Pfennige ! « Adam gab einen Fünfziger hin : » Bitte ! « » Danke sehr ! « Der Kellner raffte die Zeitungen zusammen , die auf dem Tische und den nächsten Stühlen herumlagen , bückte sich nach einem Journal , das ihm entglitten war , und schleppte die papierne Bürde von dannen . Adam Mensch stand auf , fuhr sich mit der linken , etwas fieberfrostrothen Hand über Stirn und Haar und griff mit einer Bewegung , die nicht ganz frei von Pose war , nach seinem Ueberzieher . Der Kellner , der sich seiner Zeitungen entledigt hatte und eben um das Buffet bog , stürzte wieder auf Adam zu , um ihm beim Anlegen behülflich zu sein . » Danke ! « » Bitte ! « Da that sich die Thür des Café ' s auf und eine Dame trat herein , machte ein paar Schritte , blieb sodann stehen , wurde etwas verlegen , etwas roth , sah sich fragend um , ging noch einen Schritt weiter - und blieb wiederum stehen . Das Buffet war jetzt leer , der Wirth zufällig abwesend . Nun tauchte vom hinteren Raume des Café ' s der Zeitungskellner , ein kleiner , beweglicher Gesell mit einem angenehm verkniffenen Gesicht , auf . Er trug eine Zeitung in der Hand , die er der Dame übergab . Diese drehte sich , ohne ein Wort zu sagen , um und verließ mit nicht ganz sicherem Schritt das Lokal . Adam bemerkte , wie sie von den Blicken der meisten Gäste zuvorkommend hinausbegleitet wurde . Auch Herr von Bodenburg hatte seinen breitblättrigen Figaro sinken lassen . » Ganz niedliches Kind ! « urtheilte er schmunzelnd . » Wer ist die Dame eigentlich - ? « fragte Adam den Kellner , der noch immer in seiner Nähe stand und natürlich an der allgemeinen Aeugelei theilgenommen hatte . » Ich habe sie schon mehrere Male um diese Zeit hier gesehen « , fuhr der Herr Doctor fort . » Ich glaube , Fräulein Irmer heißt sie - sie holt immer die Volkszeitung für ihren Vater - der hat nachabonnirt « , berichtete der Kellner . » So ! Danke schön ! Adieu , Herr von Bodenburg ! « » Adieu , Herr Doctor ! « Adam Mensch ging langsam hinaus , Herr von Bodenburg sah ihm nach und schüttelte den Kopf . » Sonderbarer Kerl ! « murmelte er . » Kellner , nehmen Sie das Schachbrett weg und bringen Sie mir noch - ach ja ! ich wollte ja einmal Ihren Absynth probiren - also bitte ! ... « rief der wackere Herr Referendar sodann laut . » Ja wohl - ! « - Adam hatte vor dem Café nach rechts und links ausgeschaut , um die Spur von Fräulein Irmer - » ja ja ! so hieß sie doch - ? hatte der Kellner nicht diesen Namen genannt ? « - wiederzufinden . Richtig ! Da drüben ging sie . Nud jetzt bog sie um die Ecke . Sollte er ihr folgen ? Aber warum ? Hatte er einen Grund dazu - ? Ließ er sich , indem er diesem