Fouqué , Caroline de la Motte Resignation www.digitale-bibliothek.de / ebooks & nbsp ; Diese Datei wurde aus den Daten des Bandes DB125 : Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky mit der Software der Digitalen Bibliothek 5 erstellt und ist nur für den privaten Gebrauch des Nutzers der CD-ROM bzw. der DVD-ROM bestimmt . Bitte beachten Sie die Urheber- und Leistungsschutzrechte der Rechteinhaber der Daten . Caroline de la Motte Fouqué Resignation Ein Roman Erster Theil Elise an Sophie Der redselige Walter hat nicht zuviel gesagt . Der erwartete Gast ist wirklich auf dem Schlosse des alten Comthur angekommen . Gestern , bei unserer Rückkehr von Ihnen , sahen wir , während das Schiffchen den Strom hinabglitt , die Fenster im obern Stockwerk der Burg erleuchtet . Dort brannte seit ewigen Zeiten kein Licht . Mein kleiner Georg , der unter dem Vorwande der Müdigkeit , sich von mir auf dem Schoos hätscheln ließ , machte mich zuerst aufmerksam darauf , denn , indem er die allerliebsten Augen bald zusammen kniff , als wollte er schlafen , bald von hunderterlei , das um ihn vorging , angeregt , sie wieder öffnete , streckte plötzlich das Händchen aus , und rief : » ein großer Stern , Mama ! « Ich mußte lachen , als ich , der Richtung seiner kleinen Finger folgend , den zusammengezogenen Lichtstrahl hinter den Bäumen entdeckte , und mich dabei Walters Wichtigthun , bei Erwähnung des unbekannten Fremden , erinnerte , der Gevatterinnen und Gastwirthen ein erwünschtes Räthsel sein wird , über das ich schon viele die Köpfe zusammen stecken sehe . Nun ich merke , ich , ich mache es nicht besser , als jene ! Die Neugier gehört gewiß zu den Erbsünden ; denn es theilen sie meist alle Menschen mit einander . Und was man gleich für Mährchen zusammen spinnt . Unten im Amthofe hat man in vorletzter Nacht eine sechsspännige Kutsche , von mehreren Leuten zu Pferde begleitet , vorbei fahren sehen . Sie nahmen die Richtung nach den Bergen zu . Höchstwahrscheinlich waren es die Schloßgäste . Denke ich nun an Georgs großen Stern und die geheimen Anstalten auf der Burg , so haben wir das intrikanteste Abentheuer von der Welt ganz in der Nähe . Ich schreibe Ihnen das in aller Eile ! theils um Recht von Ihnen zu behalten , in Bezug unsers gestrigen Streites über des Comthur bizarre Hypochondrie , theils um die Anwesenheit unsers Merkurs , des flinken Walters , zu benutzen , der stehenden Fußes zu Ihnen hinüber will , um seinen neu auf der Frankfurter Messe erhandelten Kram , vor Ihnen auszulegen . Beiläufig gesagt , solche umherstreifende Hausirer sind doch bequeme Werkzeuge für den Verkehr auf dem Lande ! Mit den Waaren tragen sie auch gelegentlich Bestellungen , Briefchen und diese und jene Botschaft zu ihrer Behörde . So schaffen sie Theilnehmer für Freude und Leid . Nach dieser Lobrede auf Walters Beruf , die eigentlich ihm selbst , und dem Zufalle galt , der mir ihn gerade heute in den Weg wirft , will ich denn nun auch mit dem Bekenntnisse schließen , daß mir die Unvorsichtigkeit , so spät durch die Nacht mit dem Kinde über den Fluß gefahren zu sein , einen kleinen Verweis von Eduard zugezogen hat , der mich weniger verletzt , als ihn verstimmt , was denn immer wie Wolken an meinem Himmel vorübergeht . Liebe Sophie , es wäre noch Manches über das rasche Umschlagen der Laune , und das Aetzende der Uebel zu sagen , die alles , am liebsten aber die Süßigkeit des Friedens wegzehrt , führte das Eine nicht zu vielem Andern , was keine Erörterung erlaubt . Leugnen kann ich mir es aber nicht , daß ein Instrument , welches den Ton nicht mehr halten kann , an dem die Wirbel zu lose wurden , um die schlaffen Saiten wieder straff anzuziehen , vergeblich vor jeder Berührung bewahrt wird , die äußere Lebensluft dringt hinein und reißt disharmonische Töne heraus . Ganz mag das mein langes Außenbleiben gestern wohl nicht entschuldigen , aber glauben Sie nur , zu manchen Zeiten kann der Wind so oder so herkommen , es giebt immer Gewitter ! Nun , auf baldiges gutes Wetter ! was wir auch in gewöhnlichem Sinne gebrauchen können , denn ich möchte Ihnen wohl auf morgen eine Partie auf den Burgwall , bei der Tannenhäuserin , vorschlagen . Die Frau hat eine saubere Wirthschaft , und ihre wohleingerichtete Wohnung am See ist vielfach von Gästen besucht . Bedenken Sie , den Sonnabend bin ich frei . Eduard hat Vortrag , und muß zur Stadt , wo er bis zum folgenden Tage bleibt . Also - - Und bringen Sie mit , wen Sie werben können . Ich , meiner Seits , werde alles anordnen . Sie denken wohl , daß ich mich für die kleine Mühe reichlich durch die Unterhaltung mit der ehemaligen Schaffnerin des Comthur wieder bezahlt machen will ! Merken Sie jetzt die Absicht ? - Lachen Sie mich immer aus . Man lebte nur halb , bekümmerte sich nicht Einer um den Andern , und gäbe es nicht Geschwätz und Geschichten . E. N. S. Zur Steuer der Wahrheit kann ich das Blatt nicht ohne Commentar abschicken . Die sechsspännige Kutsche hat sich in eine offne leere Chaise , mit vier Pferden bespannt , verwandelt , welcher ein Reuter , in einiger Entfernung , folgte . Ob der nun zu der Equipage gehörte oder nicht ? das steht dahin . So schrumpft meist alles zur Unbedeutenheit zusammen , was einem , Wunder wie wichtig , zur Behauptung einer abentheuerlichen Grille dünkte ! Adieu , liebe Sophie ! Antwort Für diesmal muß ich ihre Nachsicht in Anspruch nehmen , liebste Elise . Briefe einer ältern Bekannten geben mir heute und morgen zu thun , wodurch ich verhindert werde , Ihren Vorschlag anzunehmen . Mir ist das Letztere doppelt leid , da Sie Freude davon erwarteten , und ich in Ihrer Gesellschaft immer