dunkler sind als Kohle und doch wie Demant glänzen! Wenn die Alten am Lagerfeuer sitzen und von jenem Wunderpferd erzählen, welches des Nachts von Stern zu Stern galoppiert, um einen Geist zu suchen, der es reiten könne, so ist es stets ein Mischki en Nur. Der Glanz der Sterne wurde seinem Haar zu eigen; einen würdigen Reiter aber hat es bis heut noch nicht gefunden.« Diese Spitzenfärbung war umso erstaunlicher, als sie sich nicht nur bei den kurzen Härchen des Körpers sondern auch bei den langen Haaren der Mähne und des Schwanzes zeigte. Wenn er den Letzteren bewegte, so war dieses leise Flimmern, um mich so auszudrücken, eine wahre Augenfreude. Aber nun erst die Gestalt, der Körperbau des Hengstes! Ich habe Rih beschrieben und auch Assil Ben Rih, seinen Sohn, zu beschreiben versucht. Das war ein Fehler. So wenig, wie man die Schönheit einer Blume, einer Frau, eines Kunstwerkes beschreiben kann, ebenso wenig lässt sich durch Worte eine Anschauung von der Schönheit eines Rassepferdes geben. Ich werde mich also hüten, meinen Fehler zu wiederholen, indem ich Syrr beschreibe. Zudem weiß ich sehr wohl, welche Vorurteile im Abendlande gegen den ächten Araber herrschen. Der Europäer bezeichnet den Beduinen als den größten Dieb und Lügner im Pferdehandel, verbreitet aber doch die »Lügen«, welche man ihm aufgehängt hat, und glaubt sie auch selbst! Die Beduinen wissen sehr wohl, was es heißt, wenn fremde Völker den Europäern ihre Schätze zeigen und ihnen erklären, worin der Wert derselben besteht. Die Folgen solcher Aufrichtigkeiten liegen allüberall so zu Tage, dass sie gar nicht zu übersehen sind. Wenn der größte Reichtum des Arabers in seinen edlen Pferden liegt, so fällt es ihm gar nicht ein, jeden Franken über Alles, was diese Pferde betrifft, bereitwilligst zu unterrichten. Die bösen Erfahrungen, welche Andere gemacht haben, zwingen ihn zu Ausflüchten, Täuschungen und Unwahrheiten, durch welche er zwar seinen Ruf verschlechtert, aber fremde Gelüste von sich weist. Was man in Büchern über das arabische Pferd zu lesen bekommt, ist häufig ein Beweis für diese Täuschungen. Selbst berühmte Hippologen behaupten in ihren Schriften, dass der Araber selten Rappen züchte, weil er die schwarze Farbe für ordinär halte, dass eine volle Mähne und ein voller, langer Schweif für hässlich gelte, und was dergleichen Dinge weiter sind. Hiernach wäre Syrr als ein unschönes, gemeines Pferd zu bezeichnen. Wenn ich höflich sein und dies als Wahrheit gelten lassen will, so muss ich begeistert hinzufügen, dass der Bau seines Körpers noch viel, viel hässlicher und gemeiner war als seine Farbe! Ich trat ein Stück von ihm zurück, um diese herrlichen Formen zu betrachten, die jeden Kenner