den inneren Kern seiner wilden Genialität zu dringen? unglücklicher Mann, dessen düstern Groll ich mitempfinde, ob er auch wie ein russiger Titane allein abseit steht und nie dem olympischen Donnerer sich beugt! Er verkörpert gleichsam das Elementare des Irdisch-Tierischen, wie ich das Elementare des Transcendental-Dämonischen. Die Andern alle sind Schein-Puppen. Und die Hauptsache, bleibt eben doch immer, dass man überhaupt elementar sei, das Element eines wirklichen Seins in sich trage. Und darum, ob ich ihn auch hassen sollte, wurzelt in mir eine unzerstörbare Sympatie für diesen einzigen Wahlverwandten, diesen Bastard-Halbbruder meiner Wesenheit. Wer weiß, ob nicht trotzalledem in ihm unbewusst ein gleiches Gefühl schlummert! Wohl erkenne ich, dass solche Naturen vulkanischem Granit vergleichbar sind: Das Feuer sprengt sie, aber schmelzt sie nicht. Mit all seinen Mängeln und Schwächen und Sünden kämpft er ja dennoch für sein gutes Recht. Das Recht des Werdens aus dem Recht des Seins. Man will, dieweil man muss, muss, weil man will. Ja, Recht, das Recht - du wunderbares Wort, so unergründlich wie die Ewigkeit! Dies das Gesetz, nach dem die Sterne in vorbestimmter Ordnung schweben, - das gleich mächtig in jedem Einzelwesen wirkt, - das, wo das Chaos in die Schöpfung mündet, zuerst den Keimtrieb in die Welt gepflanzt: Sein Recht zu suchen und das klug gefundene Recht auch zu behaupten, fest und unbedingt, im Wirbeltanz der ringenden Geschöpfe. Und so denn, unter eines Schicksals rechtloser Last zusammenbrechend, fühlt man im Innern noch den wuchtigen Takt der Waage, die uns zur Selbsterfüllung aufwärts reißt. Den Auserkorenen ward immer früh bewusst das eherne Gesetz in ihrem Busen: Das Recht des Wollens ist das Recht des Sollens. Ich kann ihn nicht verdammen, diesen Schmoller. Das Recht der finsteren Notwendigkeit, das uns unwiderstehlich übermannt und dämonisch fortschleift auf ungemessener Wünsche Irrfahrt, bis ein letztes Riff ihm ein Ende setzt, - das wird in ihm doch triumphiren müssen. Der Stärkere hat Recht. Wohl ist er nur ein eitler Sclav der Selbsucht, falsch ist sein Recht und nackte Eigensucht sein Rechtsgefühl. So sollte er zähneknirschend von hinnen fahren und dem geborenen König die Herrschaft lassen. Die Herrschaft - hahaha! Eine schöne Herrschaft, weiß Gott! Nein, bleiben wir beim Realen! So sollte es sein, so ist es nicht. Er ist stärker als ich, weil seine Roheit ihn knorrig erhält. Ich bin schwaches zartes Porzelan, ich zerspringe beim ersten Fall. Mit wehmütiger Freude ahne ich, wie er das Gesindel noch zu Paaren treiben wird mit seiner Peitsche, wenn ich schon unter der Erde liege. Ich peitschte euch mit Ruten, er aber wird euch