Ihrer Lippen Erdbeerblüte schien aus dem Kranz der Wälder zu duften, ihrer Augen helle Wunder den Glanz eitler Perle zu bergen. Liebe mag der Fischer heißen, dem dieser holde Fund geglückt, der die Perle gehoben. Ach, wenn man nur Zeit und Geld hätte, hier ewig umherzustreifen! Wie, Zeit und Geld, bedarf es dessen? Könnte man doch Alles, Alles abtun, was fesselt an den Pferch der Gesellschaft, und hier als schlichter Tagelöhner sein Brot verdienen, hinter dem Pfluge herschreiten über die dampfende Wiese! Welch ein elendes Leben führen die Städter, die Culturfexen, die Schneidergesellen der Bildung! Wozu das Alles, statt sich auszusingen in die freie Luft, unbekümmert ob die Welt es höre! Gesund sein und leben, leben und lieben, - das sind die höchsten Güter, wenn man sie zu genießen weiß - Gold, Macht und Ruhm schmälern und verbittern nur das stille Genügen. Diese stählende Hochlandluft, die alles Unreine bei Seite fegte, das frische Erdbeeraroma, das aus allen Moosgründen und Hecken entgegenduftete, wirkte auf Eugen Wolffert's Nerven so reinigend und männlichend, dass in ihm der Wunsch nach einer entschlussreichen Tat, etwas Grossem und Befreiendem erwachte. Er reckte sich gleichsam körperlich und geistig; er straffte die Muskeln seiner Arme und seines verlotterten Hirns, um etwas Besonderes, ihn Emporreissendes zu versuchen. Angesichts dieser gigantischen Natur zersprangen alle Schranken des Konventionellen, als wären sie gemaltes Papier. Denn diese Schranken hat ja nicht die Natur gesetzt, sondern die Torheit der Menschen. Er sah das kernige Weib neben sich, die gleichsam aufblühte in dieser Urnatur, als wäre sie hier in den mütterlichen Keimboden verpflanzt - und je mehr er sie sah, desto klarer wurde ihm ein Wunsch, ein Entschluss. Ja, das wäre etwas, um zu zeigen, ob noch Schneid in ihm stecke - das wäre hochherzig und kühn! Sie plauderten am Uferrand eines Fjords, sie plauderten über das Leben. »O die Feigheit oder Unwissenheit dieser Schriftsteller von Profession! Wie schildern sie das Leben! Du mein Gott, sie verschweigen Alles! - Ich für mein Teil, ich habe keinen Knaben und kein Mädchen gewissen Alters gekannt, die nicht von Grund aus verdorben gewesen wären.« »Ja, verdorben, nicht wahr?« Kati geriet ordentlich in triumphirenden Eifer. »Bei uns auf'm Land liegen schon die Kinder zusammen. Ach, i weiß noch, wenn ich in den Kuhstall ging, um zu melken, was für gemeine Redensarten unser Grossknecht da führte. Die Welt ist heut so schlecht!« »Ja gewiss. Na, Du musst Dich gut ausgenommen haben, als Du melktest!« Eugen umfasste sie funkelnden Auges - die Ganglien seiner