und aus der glühenden Leidenschaft, die in ihm brannte, loderten in einzelnen Augenblicken zuckend die Flammen der Verzweiflung in ihm empor. Und doch war es ihm nichts Neues, was er in sich wahrnahm. Er hatte auch nichts Unerwartetes erlebt. Warum traf es ihn denn so furchtbar, was er lange hatte kommen sehen? Warum zerriss sie ihm denn das Herz, die Entscheidung, die er längst getroffen hatte? Seit er Eleonore gesehen, war er nie über die Empfindung im Zweifel oder im Unklaren gewesen, die sie in ihm wachgerufen hatte. Von früh auf zur strengsten Selbstprüfung gewöhnt, hatte er sich nicht darüber täuschen können, dass er sie mit glühendem Verlangen begehrte, dass er sie leidenschaftlich liebte, aber sein stolzer Sinn hatte sich nicht entschließen mögen, die Gefahr zu meiden; er hatte seinen geistigen Ruhm darein gesetzt, sich zu besiegen, und wie er bis dahin auf der Welt nichts Höheres gekannt hatte, als seine Kirche und ihre Macht, so hatte er sich gelobt, seine Aufgabe in ihrem Dienste zu lösen und ihr mit Verleugnung und Überwindung seiner selbst die starke Seele und das reiche Erbe Eleonorens zuzuführen und zu gewinnen. Tage und Nächte hatte er mit sich gerungen in wildem Schmerze, in brünstigem Gebete. Er wusste, was Eleonore sich nie deutlich gemacht hatte, dass es nur eines Wortes von ihm bedurfte, um sie ihm anzueignen ganz und gar, und heute zum ersten Male fühlte er sich nicht sicher, dass er dieses Wort nicht sprechen, dass sein Blick ihr nicht verraten würde, was in seiner Seele vorging. Er sah sie, als er so umherwandelte, mit seines Geistes Augen deutlich vor sich, wie sie auf das Geständnis seiner Liebe in seine Arme sinken, er kannte sie darauf, dass sie nicht zurückschrecken würde, mit ihm zu fliehen, um in irgend einem fernen Winkel der Erde sein Weib zu werden, das Weib des geweihten Priesters, des Meineidigen Weib. - Aber wer hinderte ihn, sich mit Offenheit von diesem Eide loszusagen? Wer hinderte ihn, einem Glauben zu entsagen, der seinem Menschenrechte, seiner Manneskraft und Würde unnatürliche Schranken setzte, unwürdige Gewalt antat? Wer hinderte ihn, zu tun, was vor zweihundert Jahren, in den Zeiten der großen kirchlichen Umwälzung, Tausende von Priestern vor ihm getan hatten? Was hielt Eleonoren ab, einem durch sie bekehrten Manne ihre Hand zu geben? Sie war unabhängig und reich genug, in Haughton Kastle, in ihrem freien Vaterlande, von dem Gesetze unangefochten und die öffentliche Meinung stolz verachtend, glücklich mit ihm zu sein. Die Stirn brannte ihm wie im Fieber, alle seine Pulse klopften. Trotz der winterlichen Kälte riss er den Mantel auf, entblößte er sein Haupt.