, Verurteilte zum Tode, Verurteilte, die zuvor Meere von Trübsal und Drangsal durchschwimmen müssen und immer Kopf und Herz höher behalten müssen, als ihre Wellen und Fluten. Was gibt uns dazu den Nerv und den langen Atemzug? der eucharistische Christus! Er bevölkerte die alte Welt mit Martyrern und die späteren Tage mit Martyrern - immer mit der Art, die am meisten die Verherrlichung Gottes förderte. Und so wird es bleiben bis zum Ende der Zeiten; denn die heilige Liebe, Judit, ist ein Martertum und muss es sein, weil sie am Kreuz geboren ist und vom Herzen Jesu sich nährt.« »Wie göttlich wird das Leben im Licht des Glaubens!« rief Judit entzückt. Ihr zusammengekrümmtes, staubumwölktes Herz erhob sich gerade und frisch vor der Gnadenluft, die vom göttlichen Opfer auf dem Altar sie anwehte. Jeder edle Instinkt ihrer Seele und jeder hohe Aufflug ihres Geistes fand Maß, Schwung, Ziel. »Ich habe,« fuhr sie fort, »nicht die leiseste Ahnung, wie sich mein ferneres Leben gestalten und auf welchem Punkt unseres Erdballs ich mein Zelt aufschlagen werde; ich muss brechen mit meinen Freunden und Freuden, mit meinen Beschäftigungen, ja, mit meinem Talent, damit ich tot für Orest sei; aber ich weiß eines: der grässliche Druck ist von meinem Herzen genommen, unter dem ich erlag, der sich unter allen Formen und Gestalten auf mich wälzte, den Stempel des Todes auf alle Erscheinungen prägte und der in dem Gedanken liegt: ich finde nichts, was der Mühe des Lebens wert ist! Ich glaube, Lelio! und nun kann ich leben!« Er fragte sie, ob sie gesonnen sei, den Vorschlag der Oberin anzunehmen und in Trinità dei Monti zu bleiben. Sie antwortete: »O hätte ich jemand, der sich außerhalb all meiner tumultuarischen Verhältnisse befände und gleichsam von Oben herab in sie hineinblickte und zu mir spräche, wie von Oben herab: dem wollte ich folgen! Ich bin bis jetzt immer sehr schnell zu irgend einem Entschluss gekommen. Ich ging nur mit mir selbst zu Rat, und je nachdem eine Sache mir zusagte oder nicht, entschied ich mich für oder gegen sie. Allein wenn ich bedenke, wohin ich auf diese Weise geraten bin und dass unser höchstes Opfer darin besteht, unseren egoistischen Eigenwillen zu opfern: so sehne ich mich nach erleuchteten Ratschlägen, die mich über das Richtige und das Beste aufklären und denen ich vertrauend folgen dürfte.« »So heiligt man sich!« erwiderte Lelio. »Ja, das Leben im Licht des Glaubens ist göttlich, Judit! doch nicht, weil es unserem Geist göttliche Geheimnisse zu betrachten gibt, nicht, weil es unser Herz durch göttliche Gefühle beflügelte;