ein nächstes mal kommen und dafür sorgen, dass sie vom Messner den Vortritt erhielten. Soll es denn so sein? rief es wie ein Weheschrei in ihm auf, als dann endlich drei Stunden vorüber waren. Darf es eine Institution geben, die uns der Sünde gegenüber nur zu Hörenden macht, nur zu Belauschern dieses bunten, entsetzlichen Lebens? Soll das Bedrängte nicht sofort Entsatz erhalten von jedem, der davon nur die leiseste Kunde vernimmt? Soll eine in Erfahrung gebrachte Wahrheit nicht sofort laut verkündigt, ein Verbrechen durch uns zur Bestrafung gebracht werden? ... Wie viel Hülfeschreie verhallten nun schon so in seiner Brust! ... Wozu das alles! seufzte er ... Wozu? Wozu? Ein feierliches Hochamt in einem entlegneren Teile des großen Baues hatte begonnen ... Niemand kam mehr, um an sein Ohr zu gelangen ... Aber noch saß er, als blutete er aus tausend Wunden ... Ein Erzittern, ein fieberhaftes Frösteln fühlte er bis tief in sein Allinnerstes ... Im Begriff sich jetzt zu erheben, faltete er sein Tuch zusammen. Schon hatte er den Drücker der Tür in der Hand, um sein enges Gefängnis zu verlassen, schon sah er im Geist gewohntermassen den Messner vor sich, der voll Ehrfurcht und mit einem nie so reich gewesenen Ertrag von »Beichtpfennigen«, wie sich jetzt ein solcher seit der Erhebung dieses gefeierten Priesters zum Domherrn ergab, ihn empfing und zur Sakristei geleitete ... Als er mit einem Fuße schon aus dem Beichtstuhl war, bemerkte er, dass der Messner einen Zuspätgekommenen, der an der linken Seite des Stuhles kniete, entfernen wollte ... Es war ein Mann aus dem untersten Volke, mit einer Blouse über dem Rock. Ein Filzhut bedeckte das nicht sichtbare Antlitz ... nur ein krauses, struppiges, rötlich blondes Haar sah er. Der Betende schien sich nicht wollen stören zu lassen ... Bonaventura winkte dem Messner und trat in den Stuhl zurück ... Mächtig schollen die Klänge des Hochamts, heute sogar, wie oft, begleitet von einer Instrumentalmusik. Sie wogten durch das hohe Gewölbe und dennoch blieb in diesem entlegenen, dunkeln Winkel die geflüsterte Zwiesprache innerhalb des Stuhles deutlich vernehmbar. Eine heisere, fremdartig betonende Stimme war es, die mit ihm sprach ... Bald erkannte er, dass sich ihm ein ruheloses Gemüt offenbaren wollte ... Er erkannte, dass er mit einem Verbrecher sprach ... Eine Zeit lang hörte er ruhig zu. Der Ton schien von einer nicht gänzlich verwahrlosten Seele zu kommen, aber auch von einem Gemüte höchster Beschränkung ... Der Mann sprach von einer unterirdischen Erscheinung, von einem Marienbilde unter der Erde, das