Staatsmänner vernünftig werden. Die Engländer auch; sie werden, um des allgemeinen Besten willen, Hannover freiwillig abtreten.« Der Regierungsrat sprang auf: »Beim Himmel, es ist nicht Zeit zu Epigrammen!« »Bittere Wahrheit, liebster Fuchsius. Der Sturm im Ministerrat ging in ein sanftes Adagio aus. Man schwärmte, da man nicht Mut hatte, für sich selbst zu handeln wie es notwendig, für das Wohl der allgemeinen Menschheit!« »Und Stein - auch Hardenberg?« »Überstimmt. Und weil sie überstimmt, fügten sie sich. Man darf doch nicht gegen den Strom schwimmen. Es gab sanfte Händedrücke, beinahe kam's zu Umarmungen.« »Finis Germaniae!« seufzte der Rat. »Gott bewahre! jetzt wird sich erst der eigentümliche Glanz der Staatskunst entfalten. Nichts tun, und wenn man in der Klemme steckt, sich justificiren und glorificiren, dah man die Hände in den Schoss gelegt«. Warten Sie nur auf die herrlichen Staatsschriften und Zeitungsartikel. Das wird salbungsvoll riechen. Mit Humanität und Philosophie und Christentum wird man dem Volke beweisen, dass die Weisheit selbst nicht weiser hätte handeln können. Die guten Bürger werden sich die Augen wischen vor Rührung, und das »Heil Dir im Siegerkranz« wird noch einmal so schön klingen, als wenn der König gesiegt hätte. Man wird auf uns hetzen, die wir gehetzt haben, bis das Volk es glaubt, dass wir nur ehrgeizige, unruhige Köpfe waren. Sie glauben nicht, was das Volk glaubt, wenn man ihm sagt, dass wir seine Fleischtöpfe am Feuer verrücken wollten. Man wird anrüchig werden, wenn es heißt, dass man zur Kriegspartei gehört hat. Salviren Sie sich bei Zeiten. »Spitzen Sie Ihre Feder, auch Sie werden Artikel für den Frieden schreiben müssen.« »Nimmermehr! - Ich nehme meinen Abschied!« »Das hat Mancher gesagt, und bleibt doch, - aus höherer Staatsraison. Weshalb auch um solche Bagatell, als eine Meinung ist, seine Existenz aufs Spiel setzen?« »Herr von Eisenhauch!« »Nichts Persönliches! Gott bewahre! Die Personen verschwimmen wie die Charaktere in diesem Mengelmuss. Da tut der Beste am Besten, wenn er still mitschwimmt. Wo steht denn geschrieben, dass wir nicht niederträchtig denken, nicht feig handeln sollen? Nur einen Brei sollen wir darum kneten, einen Firnis des Anstandes. - Und dann, ja man muss sich für eine bessere Zukunft konserviren.« Der Regierungsrat blickte ihn ernst wehmütig an: »Wir gingen so lange mit einander! Sollen wir so scheiden!« »Ein zerronnener Traum! Preußen hatte die Aufgabe, Deutschland zu retten, es hat sich nicht selbst zu retten gewusst.