also, ich werde Euch verraten? - Teufel, Ihr seid schnell von Begriffen: das meine ich, ja. - Ihr möchtet unter anderen Umständen so Unrecht nicht haben - lächelte Jener - doch diesmal irrt Ihr. Meint Ihr wirklich, dass ein Mann, wie ich, aus bloßer Geldlust dergleichen unternimmt? Nein. Dänemark ist mir eben so gleichgültig wie Deutschland, und vollends dieser lächerliche Krieg, von der einen Seite aus Renommage, von der andern aus Hochmut und Ländergier unternommen, von keiner mit Ernst geführt. Bei Gott, ich rührte keinen Finger deshalb, hätte ich nicht andere Gründe. Es war zu dunkel, um das Gesicht des Redenden zu erkennen, aber in seinem erregten, zitternden Tone lag ein solcher Ausdruck von Wahrheit, dass der Kapitain davon getroffen wurde. - Nun, ich habe Euch nicht beleidigen wollen - sagte er einlenkend. - Hört jetzt, was ich Euch zu sagen habe. Ich weiß bestimmt, dass Preußen Alles aufbieten will, um einen Waffenstillstand quand même zu Stande zu bringen. In Frankfurt wird bereits, obschon bisher ohne Erfolg, deshalb intriguirt. Willigen die Frankfurter bis zum 20. dieses Monats, heute ist der 16., also innerhalb 4 Tagen, nicht ein, so wird es Preußen auf einen Separatfriedensschluss ankommen lassen. Die Vorbereitungen dazu sind bereits getroffen. Die Ausführung scheiterte bisher an der Hartnäckigkeit Wrangels, der eitel genug ist, sich auf den Titel: »Oberkommandeur der Truppen der Reichscentralgewalt« etwas einzubilden. Aber er wird sich fügen, wenn man ihm die Wahl lässt, nachzugeben oder den preußischen Dienst zu verlassen. Habt Ihr mich verstanden? - Vollkommen. Fahrt fort! - Ihr seht hiernach ein, dass es völlig unpolitisch und gegen Euer eigenes Interesse wäre, den Hafen zu forciren und Apenrade zu beschiessen. Denn erstlich würde Wrangels Widerstand gegen die Abschliessung des Waffenstillstandes dadurch hartnäckiger und zweitens würde das preußische Kabinet selbst nicht mehr seinen friedlichen Absichten folgen können, ohne sich zu sehr zu compromittiren. Es ist klar, dass man laut über Verrat schreien würde. - Hm! Ihr scheint mir in gutem Fahrwasser zu steuern. Doch Eins erklärt mir noch. Wie soll ich mich mit meiner Instruktion abfinden, die ausdrücklich die Beschiessung, respektive Überrumpelung von Apenrade anbefiehlt. - Habt Ihr sie bei Euch? - Ja wohl; aber es ist zu dunkel, Ihr könnt nicht sehen. - Gebt nur - erwiderte jener, eine kleine Laterne anzündend. - Stellt Euch auf diese Seite, damit der Schein nicht nach dem Lande fällt. Der Chevalier entfaltete das Papier und las es aufmerksam durch, während der Kapitain leuchtete. - Hier steht ja noch etwas von einer zweiten, speciellen Instruktion, die Ihr am Orte Eurer