lodert. Hier hingen wir unsere Kränze an dem Altar und den Säulen auf, Mucius zündete das Feuer an und sprach: »Wir weihen diesen Tempel dem Ewigen, dem Schöpfer und Regierer des Weltalls, der in jeder Menschenbrust wohnt! Ihm weihen wir unsere Herzen! Wir erkennen, dass menschliche Vernunft sich nicht bis zu ihm erheben kann, sowenig als wir uns von der Ewigkeit und Unendlichkeit einen klaren Begriff zu machen vermögen, dass also die verschiedenen Vorstellungen und Myten der Völker menschliche Erkenntnisse sind und mehr und minder irren, dass aber in allen eine und dieselbe Wahrheit herrscht. Er ist unser Schöpfer und Erhalter, der Geber alles Guten, ihm sind wir Dankbarkeit und Ergebung schuldig.« Wir knieten alle um die heilige Flamme, und im stillen, heißen Gebet erhoben sich unsre Herzen zum Ewigen. Fröhlich kehrten wir zurück zum einfachen Frühmahle. Dann durchgingen wir unsere nächsten Umgebungen, ein wahres Paradies, in welchem sich fast alle Zonen des Erdkreises zu verbinden scheinen. Italiens Orangenbäume duften dicht neben den deutschen Eichen; die Dattelpalme Asiens und der südliche Kokos verschmähen die Nachbarschaft der nordischen Tanne nicht, und Libanons Zeder prangt neben den heimischen Tulpenbäumen, Zypressen, Lerchenbäumen und Pappeln; Ahorn, Buchen, Platanen und die weiße Birke, der Sumach und die Tamarinde, Kastanien-, Nuss- und Mandelbäume stehen einzeln und gemischt in malerischen Gruppen. Alle Obstarten der bekannten Welt gedeihen hier in einem hohen Grade der Veredelung. Kirschen, Aprikosen, Apfelsinen, Pfirsichen, Pflaumen, Birnen, Äpfel, Pisang und Bananen gibt es in großer Menge; Stauden- und Rankengewächse, voll Blüten und Beeren, laden alle Sinne zum Genuss. Myrten und Rosengesträuche bilden die Hecken um die umhegten, mit Sorgfalt angelegten Pflanzungen, wo Vanhusen die köstlichsten Ananas und Melonen zieht. Auch den Kaffeebaum und die chinesische Teestaude hat der Mühsame hierher verpflanzt, und es ist Hoffnung zu ihrem Gedeihen. Der Mais steht mit seinen breiten Blättern in Manneshöhe da, und das wallende Korn neigt die schweren Ähren zu Boden. Kartoffeln und Yams wetteifern an Ergiebigkeit; die Baumwollenstaude, Lein und Hanf streiten um den Vorzug; auch die feineren Gemüse fehlen nicht, und was mich vor allem entzückt, ich habe den Öl- und den Maulbeerbaum meiner Provence und die köstlichsten Rebenhügel wiedergefunden. Wir könnten hier ebenso wie Moses' erste Menschen ein Leben ohne Mühe und Arbeit führen; für alle unsere Bedürfnisse hat die überreiche Natur im Überfluss gesorgt. Die Dattel, der Kokos, die Kartoffel, die Yams, die Kastanie würden uns nie Mangel leiden lassen; die saftigsten Früchte wachsen ohne Pflege, der Zuckerahorn und die Palme bieten ihren süßen Saft, der Schawanoe führt die schmackhaftesten Fische und Krebse, die Herden und das Geflügel