Speise zu mir nehmen, und so kann und wird mein Dasein wohl noch lange währen. So zwecklos, so klein, so nichtsbedeutend, wie dies Dasein mir damals erschien, und noch jetzt zuweilen in seiner ganzen Schaalheit unabsehlich vor mir liegt, hätte ich es vielleicht von mir geworfen, oder in der nächsten Schlacht verschleudert; aber das sollen, das dürfen wir nicht. - Ein Strahl überirdischen Lichtes senkt sich in meine Nacht, und das Leben bekommt wieder Gehalt, obwohl nicht für meine Hoffnungen, und nicht für diese Welt. Ein Pfad öffnet sich mir, um zur Wahrheit zu gelangen. Es ist des Forschers Pflicht, darauf fortzuschreiten, und wenigstens zu sehen, wohin er führt, selbst dann, wenn sicherer Verlust die Folge seiner Forschungen wäre. Könnte er auch anders? Würde sich nicht die schreckliche Wahrheit selbst Bahn zu ihm machen, wenn er auch seine Augen vor ihr verschließen wollte? O es hat schon so manche traurige Gewissheit den Weg gefunden, um dies Herz unfehlbar zu zerreißen! Jetzt erscheint sie in mildem Lichte, und ich folge dem leitenden Strahl, der mich in eine tröstende Helle zu führen verspricht. Ein Christ, jener Apelles, den du als den Lehrer und Freund der vorausgegangenen Jugendgespielin aus ihren Briefen kennst, war das erste Wesen, das mir in schrecklichen Augenblicken teilnehmend erschien. Menschenfreundlich und weise behandelte er den Kranken, ihm danke ich zuerst die wiederkehrende Besinnung, ihm später die Kraft, da nicht zu erliegen, wo menschliche Stärke allein bei einem sehr reizbaren Gefühl, wie meines, vielleicht nicht zu stehen vermocht hatte. Seine Tröstungen waren von mehr als gewöhnlicher Art. Er nahm sie aus den innersten Tiefen des verarmten zerrissenen Herzens, er eröffnete ihm den Himmel, ließ überirdische Strahlen in dasselbe fallen, füllte es mit Hoffnungen auf Jenseits, und richtete alle Kräfte und Neigungen, denen hier kein würdiger Gegenstand mehr entsprechen konnte, auf große Aussichten und Wirkungen in die Zukunft. Meine Seelenkräfte kamen nach und nach zurück, und an ihnen richtete sich der irdische Gefährte auf. Ich genas, und bin wieder fähig zu denken, zu wirken, wenn auch nicht für mich, doch für Andre. Phocion! Ein weiser Christ ist ein erhabenes Wesen, ist vielleicht das Höchste, was die menschliche Natur erreichen kann, die höchste Vollendung, deren sie fähig ist. Sie ganz zu erstreben, ist nicht das Loos des Sterblichen, aber das erhabenste Ziel hat ihnen ihr mehr als menschlich weiser Lehrer gesteckt: Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist! Kein geringeres Urbild, als die Gottheit, gab er ihnen nachzuahmen, und welcher Gott ist der Gott der Christen! Kein leidenschaftliches, sinnliches, allen menschlichen Schwächen unterworfenes Phantom,