, zeigt eine solche Lücke in der Vollkommenheit an, dass alles darauf treibt, sie bald zu ersetzen.« »Der Ausdruck dieser Dreiklänge wird etwas verändert, wenn man die Töne verwechselt, und entweder die Terz oder die Quinte zum Grundton nimmt. Bei der Terz als Grundton, entsteht die Sext; gleichsam eine höhere Stufe, auf welche das Wesen steigt, oder Fluss und Regung; und bei der Quint als Grundton, die Quart und Sext, worin die Existenz, das Leben, auf seine höchste Stufe gebracht wird. Nichts kann in der Musik mehr blitzen und strahlen, als wenn der harte Dreiklang von den Instrumenten eines großen Orchesters so aus einander gebreitet in der ganzen Fülle und Verdoppelung durch alle Oktaven des Sextquartenaccords in der Luft schwebt. Die Kadenzen werden auf ihm gemacht, damit die Stimme, oder die Melodie der Instrumente, aus seinem hohen Leben sich nach und nach, wie ein Adler oder Falk, in weiten Kreisen aus dem Äther, wieder herablasse; wozu auch das Wort (Kadenz) erfunden ward. Er ist der Accord des Enthusiasmus. Wahrscheinlich schrieb Rousseau, als er eben matt und von der Arbeit erschöpft war, in seinem musikalischen Wörterbuche unter andern seichten und falschen Zeilen, auch die: La Fadeur de Sixte-Quart. Welche Pracht und Herrlichkeit, welcher Inbegriff von allen Gefühlen des Ganzen, herrscht nicht darin am Ende der Komposizionen von großen Meistern!« »Freilich kann man in dieser Höhe ein Stück weder anfangen noch endigen; und die Natur verlangt in der Musik immer Grund und Boden, sowohl beim Anfang als am Ende.« »Das Wort Accord hat nach und nach einen weitläuftigen Sinn bekommen. Vorher verstand man darunter den Zusammenklang von vier Konsonanzen, oder von mehreren bei der Verdoppelung einiger von denselben; jetzt bedeutet es den Zusammenklang von vier oder mehreren Tönen überhaupt, sie mögen Konsonanzen oder Dissonanzen unter sich sein.« »Die vier Hauptaccorde, nächst den Accorden der Dreiklänge, sind vier Septimenaccorde, von denen jeder mit vier Tönen in der diatonischen Tonleiter liegt. Sie machen in ihren unendlich mannigfaltigen Umkehrungen, Verwechselungen und Vorhaltungen gleichsam fast alle übrigen Elemente der musikalischen Welt aus.« »Der erste ist der Accord der kleinen Septime mit dem harten Dreiklang der Dominante, oder Quinte des Grundtons. Er kommt in der diatonischen Leiter nur Einmal vor, ist der erste Matador, und entscheidet. Aus seinen Verwechselungen entstehen, so wie aus den Verwechselungen aller Septimenaccorde, der Quintsext-, der Terzquartsext-, und der Secund-Accord; je nachdem die Terz, die Quinte, oder Septime in der Tiefe liegen.« »Sein Ausdruck ist das Zeugen und Werden des Dreiklangs, und alles dessen, was dieser für Leben,