jemand hier? fing er, und zwar in eben der Minute an, da die Nachbarin mit ihrer Wiederholung: wer ist da? zum Vorschein kam, und ihm ins Wort fiel. - Wer fragt mich? war seine Antwort. - Eine Abgeordnete, erwiderte sie, die es lieber gesehen hätte, wenn Sie ihre Frage abgewartet hätten. Neugierde und Schwatzhaftigkeit sind, wo nicht wirklich verwandt, so doch verschwägert oder in nachbarlicher Verbindung. - Sie hieß ihm die Augen aufbinden, und es war ihm nicht anders, als sei er zu den Fingerlein unter die Erde geraten; so gut er auch jedes Zimmer im Rosentalschen Schloss kannte, wo er geboren, notgetauft und erzogen worden war. Er hielt sich still, um sich nicht neuen Weisungen auszusetzen, worauf es die schlaue Nachbarin anlegen mochte. Da er schwieg, so musste sie anfangen. - Was denken Sie? - da, von seinem Ich zu sprechen, oft verzeihlicher sein kann, als an dieses allerliebste Ich unablässig zu denken. Was denken Sie? - An den Vorzug der Sprache und an die Schande der Menschheit, auf Mittel denken zu müssen, sich Zaum und Gebiss anzulegen. - Dieser Seitensprung brachte die Nachbarin aus ihrer Rolle; ihre Gemeinsprüche passten nicht, und sie fand sich, trotz dem Herrn Gemahl, in Verlegenheit. - Da Sie so schön denken, so verbinden Sie sich wieder die Augen. - Der Stock steht im Winkel, also wird es regnen. - Unser Held fand in dieser inconsequenten Rede doch einen Sinn, und übersetzte sich die letzten Worte: so stören Sie sich durch kein Sinnenspiel auf der olympischen Gedankenbahn, die zum Kleinod führt. - Wie Feierlichkeit ansteckt! Alles deutet sie feierlich. - Mit verbundenen Augen ward der Kandidat in das Heiligtum, und zwar rücklings, eingeführt. - Nun musste er dreimal einen Zirkel machen. Dies brachte ihn aus aller Konnexion mit dem Zimmer, in welchem er war, und er musste glauben, in einem bezauberten Schloss zu sein. Nach dieser Kopfverdrehung blieb er ganz allein stehen; und nach einer Viertelstunde fing sich folgende Unterredung an. Verschwiegene Grossmeisterin, wir sind nicht allein! (Die Grossmeisterin machte die Ritterin.) »Wer ist, antwortete sie, der Ungeweihete, der es wagt, in unserem Areopag zu erscheinen?« Ein Jüngling, der sich der Verschwiegenheit heiligen will. »Ein Jüngling, sagt Ihr? - Wohlan! Lasst ihn Mann werden, und dann führt ihn wieder zu uns! - Lasst ihn die Welt kennen lernen, aus Erfahrung klug werden, und dann erst melde er sich zu seiner Aufnahme!« Wohlgesprochen, verschwiegene Grossmeisterin! Wohlgesprochen in der Regel; allein war je eine ohne Ausnahme? Wird