Wo ist solch ein Kodex? Ich habe noch keinen von dieser Art gesehen. Ich will mich nicht über die positiven göttlichen Gesetze auslassen. Die Frage: ob es allgemeine göttliche positive Gesetze geben könne? kann wohl keinem Streit unterworfen sein, da es bei dieser Frage auf die Frage ankommt: ob es Gesetze gibt, die aus der Natur nicht zu erkennen, und die Gott außerdem dem menschlichen Geschlecht eröffnet hat? Gibts solche? Diese Frage ist streitig. Herr v. G. nahm das Wort: Streitig? sagte er. Unstreitig ists, dass es keine dergleichen gibt und gegeben hat und geben kann. Mein Vater fuhr fort: Jeder Staat ist eine Teokratie. Gott ist nicht fern von einem jeglichen unter uns. In ihm leben, weben und sind wir. Das jüdische Volk behauptet, dass es im besonderen Sinne Gottes Volk wäre, obgleich es sich am wenigsten als ein Volk Gottes unter allen Völkern aufgeführt hat, und doch ist aus ihm allen Völkern Heil widerfahren. Menschliche positive Gesetze heißen auch, und das mit Recht, bürgerliche. Das Volk selbst, oder der oder die, dem oder denen es das Volk überträgt, geben Gesetze. Hier gibts gemeine und Provincialgesetze. Ich wünschte, es wären keine Provincialgesetze. Was sollen sie, wenn sie nicht Polizei- und solche sind, wozu Boden und Sonne Gelegenheit gibt, und die aufs Mein und Dein wenig oder gar keinen Einfluss haben? Wir sind alle Kinder Gottes; alle Söhne der Mutter E de. Wir haben eine Sonne; wir sind alle Brüder. Alle Augenblicke der Wunsch: o wenn doch Gottes Reich leiblich und geistlich, das Reich der Gnaden und der Herrlichkeit, käme! Es gibt Provinzen, die einem Herrn unterworfen sind, und in jeder Provinz sind andere Gesetztafeln. Ein Staat scheint kein Ganzes zu sein, wenn er seine Gesetzbücher nach Provinzen zählt. Man sieht ihm Nabel und Zwirn an, womit er zusammengenäht worden. Er scheint nicht für sich zusammengeboren; die Vereinigung scheint nicht im Himmel geschlossen zu sein. Wer liebt nicht selbst in seinem eigenen Hause eine Übereinstimmung seiner fahrenden Habe? Wer hält nicht lieber Auction wenn er erbt, als dass er fremdes Gut und das seinige unschicklich zusammenbringt? Excipe! Wenn es Sachen sind, auf die man einen Accent legt, die einen Lieblingswert haben. Natürlich sind in einem so unübereinstimmenden, so zusammengerafften Staate die Bürger sich auch fremd; sie machen einen Staat im Staate; es kommt unter ihnen zu Anfeindungen, und am Ende wird dieser Staat wüste; keine Provinz, kein Stein bleibt bei einander. So gewonnen, so zerronnen! Aber sagte Herr v. G. (das passende Wort zum aber wird freilich schwer zu finden sein