es aus eurem Tempel ins Freie gebracht wird, lächerlich ist? Gehört denn dazu soviel Kunst zu sagen: wir wissen nichts! und das ist doch das Ende aller eurer Kunst. Wahrlich eine menschliche Kunst, die aber natürlich vorgetragen werden muss, wenn sie Frucht bringen soll in Geduld. Was ist denn positiv, so wie ihr es nehmt, hochgelahrte Herren? Das Format des Positiven ist Duodez. Warum doch alle die Formalien, wo es auf Ja und Nein ankommt? So sei eure Rede! Was darüber ist, sagt, ist es nicht vom Übel? Wir leben nicht mehr im alten Bunde, sondern in der christlichen Freiheit, wo das Ceremonialgesetz, Gott sei gedankt! abgestellt ist; warum wollt ihr solch einen Kopfzwang, solche Daumenschrauben einführen? Gesteht aufrichtig, legt ihr es nicht recht geflissentlich darauf an, das Allerleichteste schwer zu machen, das Lichte zu verfinstern und euch vom Leben zu entfernen? Hat denn diese Welt nicht Mühseligkeiten genug und ihr wollt sie noch mit mehr Drangsalen belästigen? Seht! Ich vergelte nicht Böses mit Bösem, nicht Kunstwort mit Kunstwort, ich begegne nicht trocknen Wahrheiten mit trocknen Einfällen, obgleich trockne Wahrheiten und trockne Einfälle Gevattersleute sind und in canonischer Verbindung stehen. Wie kann ich euch aber retten, wenn sich dergleichen trockne Einfällisten wirklich fänden, die euch über kurz oder lang darstellten, wie ihr seid? - Um des armen Menschengeschlechts willen bitt' ich euch, lasst ab vom Ziegelstreichen und von egyptischer Dienstbarkeit und vom Morde der geistvollen Knäblein, und wollt und könnt ihr nicht? Es wird ein Moses kommen, der uns nach Kanaan führt, wo Milch und Honig fleusst. * * * Dass das Studiren tröste, hab' ich erfahren. Der einzige Trost in der Welt, wenn ja die Welt Trost hat, liegt in den Wissenschaften. Selbst die Unvollkommenheit unseres Wissens ist tröstlich; die edle Art uns zu zerstreuen, die den Wissenschaften eigen ist, hat weder die Welt noch etwas, das in der Welt ist! - Die Wissenschaften allein können zerstreuen! - In ihnen liegt Lehr- und Trostamt eines guten, eines heiligen Geistes, den der Vater in unsern letzten Tagen gesendet hat, denen zur Stärke, welche ob dem Jammer, ob dem Elend dieser im Argen liegenden Welt darnieder liegen! Wir haben die Natur, die Freiheit verlassen und uns selbst in die Festung gebracht. Die Wissenschaften sind da, um uns wenigstens in der Festung eine gute Aussicht zu verschaffen, um uns die Zeit zu vertreiben. Studiren ist eine Art von Geisterseherei, eine Empfindung höherer Kräfte, ein Vorschmack des Himmels! - Die Alten, welche die Ideen der andern Welt nur für schöne Träume hielten, wussten nicht, wie dieser Trost