, was mir nicht weit genauer und richtiger bekannt war, so lenkt' ich ihn auf die Universitäten, allein ich fand ihn nicht bewährt. Er sagte davon weniger, wie mein Vater von seinem Vaterlande, und dies war wohl natürlich, da mein Vater gewiss ein Vaterland hatte, der Herr Kandidat aber schwerlich auf irgend einer Universität gewesen sein wird. - Des Herrn Kandidaten frühere Spargel, Pfeife in der freien Luft und Wein bei der Quelle waren bei dieser Gelegenheit ein Vademecum von Studentenstreichen, womit er meine Fragen nicht befriedigte. Ich brach also ab, ohne ihm, so schlecht er auch beim Examen bestand, den Kandidatentitel zu entziehen. Ich weiß nicht, ob ich schon wo bemerkt habe, dass er kein Curländer von Geburt war, und dass man ihm seine Literatenwürde aus der ersten Hand nicht widerlegen konnte. Ich merkte aus meiner Munterkeit, dass ich diese Nacht Minchens wegen ebenso wenig schlafen würde, als ich die vorige Nacht des neuen Bettes halber geschlafen; indessen sah ich dem Herrn Kandidaten, meinem sehr werten Herrn Kollegen, der seine Bouteille Wein ausgetrunken und seinen Teller mit Tabak bis auf eine halbe Pfeife ausgeraucht hatte, an, dass er schlaftrunken war. Wein und Tabak hatten hiebei, wie es mir vorkam, nicht den mindesten Einfluss. Er fing mit mir zu complimentiren an, in welchem Bett ich schlafen wollte, und verlangte durchaus das Bett, wo das Depositum lag, weil das, so ich ihm bestimmt hatte, und in welchem mein Vater geschlafen, mit einem Gesimse war. Vorhänge konnten in dem Hause des Herrn v. G - an dem Bette nicht sein. Ich glaube, sagte der Herr Kandidat, da wir über diesen Umstand sprachen, Herr v. G - hätte, wenn er Adam im Paradiese gewesen, sich keine Schürze von Feigenblättern gemacht. Der Herr v. W. brachte sich, wenn er zum Herrn v. G. kam, seine seidenen Vorhänge mit. Unfehlbar wird wohl die Farbe der Vorhänge nach Beschaffenheit des Festes gewesen sein. Mit Zuverlässigkeit weiß ich's nicht. - Da ich den Herrn Kandidaten versicherte, dass ich in diesem Bette schon eine Nacht schlaflos zugebracht und den Tribut bezahlt hätte, so bat er sich, wenn es, ohne mir etwas zu entziehen, geschehen könnte, ein Kopfkissen von den meinigen aus. Das war eine neue Verlegenheit für mich wegen des letzten Willens, den ich seinem Aug' entziehen wollte. Er stand an meinem Bett und wollt' aus Bescheidenheit und Dankbarkeit das Kissen selbst nehmen; ich hatte viele Kunst nötig, ihm das unterste in die Hand zu spielen. Kaum war er im Bette, so schlief er, wovon er durch sein Schnarchen untrügliche Beweise gab.