unter ihren Buben zum Liebling, der Vater den gesetztesten? HERR v. G. Die Weiber brauchen Leute, die sich balgen; die Männer Leute, die vernünftig eine Pfeife rauchen. VATER. Ich wollte fragen und antworten; allein meine Fragen haben ihren Mann gefunden. HERR v. G. Nun geb' ich Karten? was denken Sie von dem monarchischen Staat? - (dass dich! wie komm' ich auf den monarchischen Staat?) ich wollte sagen vom Despotismus der Empfindung? VATER. Wir empfinden nichts, was nicht sinnlich ist - wer es sich gemächlich als Philosoph machen will, nennt dunkle Vorstellungen: Empfindungen, und anstatt sie zu entwickeln, tut er seine Augen nicht auf, sondern schlägt an seine Brust, und spricht: ich empfinde! ICH. Gott sei dem Sünder gnädig - HERR v. G. Und barmherzig. VATER. Amen! HERR v. G. Solch ein Empfinder kann doch nicht mit Recht behaupten, ich soll ihm nachempfinden. VATER. Durch die Evidenz und öftere Wiederholung der Vernunftideen werden diese geläufiger, so, dass sie uns von selbst anwandeln. Wir kennen sie im Dunkeln. Diese Kette dunkler, hurtigfolgender Ideen nennen wir Empfindungen. HERR v. G. Das lass ich gelten - und Ordnung, lieber Pastor? VATER. Ordnung ist nur Mittel, an sich hat sie keinen Wert. Es ist das Schweisstuch, worin man das vergräbt, was man erhalten hat. Es ist ein Bücherschrank mit Glastüren. Weiber müssen ordentlich sein. Reinlichkeit und Ordnung, oder die Entfernung des Fremdartigen sind ihre Fächer. Die Weiberordnung muss aussehen wie gesucht, die Männerordnung wie in der Lotterie gewonnen, von selbst zugefallen. Ordnung ist übrigens bloß das Formale; daher kann man den größten Teil der Wissenschaften, ich hätte bald gesagt die ganze Philosophie, das Formale nennen. HERR v. G. Wie kommt's aber, dass die Menschen die Formen höher schätzen als die Materialien? VATER. Die Form gibt die Kunst, das Geschick, die Materialien die Natur. Jedes Kind schätzt den Vater höher als die Mutter, und den, der regiert, höher als den, der ernährt. Den Verstand hält man höher als die Sinnlichkeit, ohne die doch der Verstand untätig wäre. HERR v. G. Aber das Genie? wer schätzt es nicht höher als den Fleiß? VATER. Fleiß und Kunst ist zweierlei. HERR v. G. Zur Kunst gehört Fleiß. VATER. Und Genie. Ein Verstand, der seine Erkenntnisse sinnlich zu machen weiß, ist für mich vorzüglicher Verstand; wenn er Sinnlichkeit den Verstandesbegriffen erteilt, macht er sie anschauend, und ein solcher Verstand heißt ein gesunder Verstand. HERR v.