1932_Hofmannsthal_Andreas_69.topic_12.txt

sich ganz als Geschöpf Sacramozos vor, aber ohne Gedrückteit. Er weiß nicht, ob er sich über diese Frau mehr erstaunen soll als über diesen Mann. Letztes Buch. Was Sacramozo fehlt, um diese Frau zu gewinnen, ist hohe Selbstliebe, Religion zu sich selbst. Sacramozo schreibt sich den Tod einer geliebten Person zu; Mariquita behauptet direkt, er habe eine vergiftet. Sacramozo gibt sich schuld an der Geisteszerstörung einer liebenswürdigen jungen Person, die nun wie ein genäschiges Tier dahinlebt. In ihren Augen die »andere« zu sehen, - das hat ihn zum Philosophen gemacht. Ebenso war sein Vater kurz vor seinem Tode so merkwürdig verändert. So kommt er darauf, die Masken das Unterscheidende zu finden. In diesem Sinne sagt er, dass weder Goldoni noch Molière einen Charakter im Individuum geschaffen haben. Er wirft sich besonders vor, dass er mit der Person, wie sie schon »eine Irrsinnige« war, noch geschlafen hat. Möchte sie eine Muschel besitzen, in der die Stimme ihres toten Geliebten enthalten wäre? auch die Doppelheit der Schrift von Maria kommt in diesem Zusammenhang zur Sprache. Beim Sacramozo: Bild der Sternkreuzordensdame: Gräfin Welsberg (seine Mutter). - Sacramozo über die Worte seiner deutschen Mutter: er verbietet sich, sich ihrer zu erinnern; später wird er sich ihrer um so völliger erinnern dürfen. - Sacramozo hat die Fügung mit der Wiederkehr des Vetters verstanden und hat sich exilieren gelernt: in Welsberg hätte seine niedrige Natur prävaliert, die höhere Entwicklung seiner Natur wäre gehindert gewesen. - Sacramozo wollte die Burg Welsberg kaufen. Sein Übernachten in dem Zimmer, an dessen Wand die Lebenspyramide gemalt ist (seine Gedanken vielfach über die Lebensalter, sein 93jähriger Oheim) - Sacramozo nimmt als selbstverständlich an, dass von zwei Träumen der spätere den früheren aufklärt, - so verhält sich alles Spätere zu allem Früheren, - nach allen Richtungen. - Der Welsberger Traum: im zweiten ist er Landpfleger, als solcher unerkannt: der an allem schuld ist, der das Todesurteil verhängen musste usw. Sacramozo: Glaube und Aberglaube in der Zeit: in Stunden der Exaltation ist er sicher, nur er habe den wahren Schlüssel der Welt, alle anderen gleiten an dem Geheimschloss vorbei, - alles dient ihm, auch eine einmal gesehene Landschaft, ein Pfuhl dunklen Wassers in Westindien. Er wäre wahnwitzig, wenn er nicht recht hätte. Er hat in allem recht, auch dass er der Gräfin den Andreas zubrachte. Seine Kenntnisse: er weiß, dass der Körper nichts vergisst (ebenso der Weltkörper, der große Körper) - Er kennt Marias Leben, wie nicht die Beichtväter. - Sacramozos Geschick: der Schlüssel Salomonis in Hebbels Epigramm. Das Symbolische an den Rosenkreuzern ist