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könnte. Die Realität der Empfindungen kann ich doch nicht so ohne Weiteres leugnen. King Tutmosis: Halt! Das geht denn doch zu weit. Wenn Du schon die Realität der sogenannten Gegenstände und Tatsachen leugnest, so wird Dir doch nichts Andres übrig bleiben als - auch die Realität Deiner Lust- und Schmerzempfindungen zu leugnen. Ich möchte bloß wissen, wo bei diesen die Realität sitzen soll. Die sogenannten seelischen Schmerzen erscheinen uns nicht einmal als direkt aus einer veritablen Ursache entspringende Empfindungen; man schneide die Raisonnements ab oder ändere sie um, so ist die Seelenqual nicht mehr da. Und der »physisch« genannte Schmerz wird in den meisten fällen auch bloß durch Raisonnements dazu. Wir können Dir sogar verraten, dass alle Schmerzen nur durch die Raisonnements entstehen - und solchen ganz künstlich entstehenden Empfindungen willst Du Realität beimessen? Die Schmerzen bekommen gewöhnlich erst in der Erinnerung Existenzgewänder. Ich: So - also: wenn mir ein Bein abgehackt wird, so ist das gar kein Schmerz? King Tutmosis: Zieh nur die Furcht vorher und die Raisonnements für die Zukunft nachher von dem Schmerze ab, so wird von diesem höchstens ein Etwas zurückbleiben, das Dir notwendiger Weise unangenehm nicht zu sein braucht. Ich: Wie steht es nun aber mit den sogenannten moralischen Raisonnements? King Necho: Mir erscheint doch, dass sich die Behandlung dieser Frage auch ganz von selbst ergibt. Da wir sämtlichen Raisonnements den realen Wert abstreiten müssen, so haben auch die moralischen keinen realen Wert. Und hieraus folgt sehr viel! Ich: Das glaube ich schon; eine veritable Gemeinheit ist nicht mehr eine veritable. Die Schurken und die Gewissensbisse werden zu Nebelgebilden, die man einfach wegblasen kann. King Necho: Und es ist nicht mehr nötig, dass Du Dich über einen Parademarsch allzu sehr entrüstest. Ja - der ganze Entrüstungszauber nimmt bedenklich-komische Physiognomieen an, wenn man auch die moralischen Qualitäten der menschlichen Handlungsweise als Gedankenkompositionen hinstellt, die nur im Banne menschlicher Sinnesorgane ein Daseinsrecht haben. Und höhere Lebewesen gar, die über Gestirne oder über noch Größeres gebieten, nach menschlicher Moral behandeln zu wollen, wirkt einfach komisch. Ich: Aber jedenfalls darf man deshalb die Rohheiten nicht für eine göttliche Sache halten. King Amenophis: Wer als Mensch erkannt hat, dass er überall von Dingen umgeben ist, die reale Bedeutung nicht haben - und wer daher davon überzeugt ist, dass die Welt in Wahrheit unendlich viele Male bedeutender und grandioser ist, als sie menschlichen Augen erscheint - der ist gar nicht mehr im Stande, etwas zu begehen, was andre Menschen roh nennen könnten. Dass eine jede Lehre auch missverstanden wird, ist doch eine natürliche Folge der unendlich großen Vielseitigkeit aller Dinge. Es haben eben unsre gesamten kosmischen Vorstellungskombinationen