erlösen vom Dasein, vom Dasein, das durch sein Da-Sein schuldig geworden, vom Gedanken, der durch sein Denken in Sünde gefallen - haha! der Gedanke denkt! - Tandaradei! Das da hat die Wahrheit, Das da ist die leibgewordene Wahrheit! - Ach! die Wahrheit! ach! die Lüge! ach! das Geschwätz! ach! die Eitelkeit! ach! die schwätzende lügende Eitelkeit! Ein anderes Organ, geboren aus klappernder Furcht, genährt durch Hunger und Not, gewachsen in schwälender Rache, in Wut, Schwäche und Eitelkeit - umgeschwätzt zu einem Organ der Erkenntnis, der interesselosen Selbsterkenntnis des Dings! O Narr, o Kind! Und ist das Mittel ein Gedankending, so ist's erst recht sein Handhaber, ist das Organ Gedanke, wie sollte sein Besitzer nicht Gedanke sein: so ward die Welt ein Gedanke, der sich mit Hilfe des Gedankens denkt, um sich zu denken! Ein Herdenorgan, ein »Bewusstsein« zum Ding an sich gelogen! O du Tausendsassa! O du köstlicher Wortklauber! Das wusstest du doch alles - und nun? - Ach ja, die Ehrfurcht, die Stimmung! Hege doch Ehrfurcht vor der glitzernden Rauhreifwelt da draußen - aber nicht deswegen, weil sie unerklärlich ist - sie ist weder unerklärlich noch erklärlich - auch nicht deswegen, weil sie so tief, so bedeutungschwer ist - deine Unfähigkeit ist tief, dein Fabulieren bedeutungschwer - auch nicht deswegen, weil sie Schein, Bild, Erscheinung eines hinterweltischen Dings ist - wie hangen die zusammen? was heißt Schein, was Ding an sich? Worte sind's, Wünsche sind's, Lügen sind's! - hege doch Ehrfurcht vor der glitzernden Rauhreifwelt, vor den rollenden Sternen, den leuchtenden Abendröten, den reinen Himmeln, deinem gesunden Leib innen und außen! Aber du wolltest mehr, du wolltest Gründe haben! Hinterher hinzu gelogene Gründe für deine kindische Ehrfurcht, deinen Stimmungsdusel. O ja, Gründe für deine Stimmungen, die suchtest du, und da - fandest du sie, wie leicht, ach! wie leicht. Nun, da sind sie! Schau sie dir an, die schmauchenden Bierbäuche und ihre Affenjungen! Wahrheit wolltest du, willst nur Wahrheit, das ist deine dunkelblaue Sehnsucht von Jugend an? - Gewiss, du wolltest deiner Stimmung Gründe unterschieben, aber nicht Gründe von da, woher du sie nehmen solltest, aus deinen Augen, deinen Ohren, deinem Magen und Unterleib - o nein! Gründe von hinter den Welten, hinter den Sternen her! Das war dein Wahrheitsuchen. Du hast schon lange den Glauben, die Wahrheit finden zu können, abgelegt, den Glauben an eine absolute Wahrheit beiseite gelegt? - Gewiss, aber