zu gestatten. Ich war sehr wissbegierig, zu erfahren, ob man noch heut von oben da hinuntersteigen könne. Da die Treppe eine spätere Erfindung ist, so hatte früher wohl ein steinerner Gangweg hinaufgeführt. War ein solcher doch sogar bis fast auf die Spitze des babylonischen Turmes, natürlich in Spiralen, angelegt gewesen! Jene Zeit verwendete kolossale Kräfte auf den Gebrauch kolossaler Mittel. Waren die Zwecke entsprechend groß? Wer will und kann die Antwort übernehmen? Diese Riesenquadermauer erreichte nicht die volle Breite des Felsenfundamentes. Es war überhaupt jedes folgende Stockwerk schmäler als das vorhergehende gebaut, dafür aber mehr artikuliert. Je mehr der Geist den Stoff beherrscht, desto weniger ist von dem letzteren zu gleichem Zwecke nötig. Die obere Lage der Steine war etwas vorgerückt, vielleicht den sechsten Teil von ihrer Breite. Dadurch war der Abschluss erreicht worden, der zugleich als Brüstung für das jedenfalls glatte Dach gedient hatte. Welchem Zwecke hatte dieser cyklopische Bau gedient? Der Verehrung des großen, einzig-einen El, dessen Name in so vielen Gottesnamen wiederklingt? Warum ihm, dem »Allanwesenden« und »Nieverschwindenden« diese unzerstörbaren Felsenblöcke auf unwandelbarer, von der Natur selbst hergestellter Unterlage? Wie lange wohl hatte das obere Dach dieses Souterrain, wie ich es nennen will, das Sonnenlicht geschaut? Wer kann es sagen! Dann waren Andere gekommen und hatten weitergebaut. Die folgende Etage war, wie bereits erwähnt, schmäler; auch trat sie etwas zurück, um eine Vorhalle bilden zu können. Auch sie bestand aus schweren Werkstücken, welche teils dem schon angegebenen, teils den darüberliegenden Brüchen entnommen waren. Das Material der letzteren hatte hellere Farbe. Darum schaute die Etage nicht so sehr tiefernst, fast drohend wie das Erdgeschoss, zu mir herüber. Sie war nicht hoch, zeigte dafür aber schon das Bestreben der Gliederung und des figurenbildenden Meissels. Die vordere Seite wurde nicht von einer kompakten Mauer gebildet, sondern von starken, breiten, ungemein tragfähigen Pfeilern, deren Zwischenräume dem Sonnenlicht direkten Zutritt gewährten. Der Abschluss über ihnen ließ schon den Versuch zur Bogenlinie sehen. Die beiden Pfeiler, welche den Haupteingang bildeten, fielen mir ganz besonders auf. Es traten aus ihnen zwei höchst eigenartige Hochreliefs hervor, welche sitzende Figuren bildeten, an denen die Zeit leider nicht schonend vorübergegangen war. Doch konnte man noch recht wohl erkennen, dass es sich um die Darstellung eines Wesens handelte, dessen Personifizierung vier Gesichter hatte. Durfte ich diese Figuren nur als Andeutung der Himmelsrichtung, der vier Winde betrachten? Ganz gewiss nicht. Wer wurde mit vier Gesichtern abgebildet? Brahma. Aber ihm direkt war doch nie ein Tempel geweiht! Und die Reste, welche von der einstigen Vorhalle noch übrig waren, deuteten auf das alte Persien,