darüber gestritten, ob unsere Gedanken, Emotionen und Willensakte durch die Vermittlung eines materiellen Mechanismus erzeugt werden; ob wir in demselben Sinne, wie wir Organe der Empfindung, auch Organe des Gedankens und der Emotion haben. Viele eminente Physiologen behaupten es. Sie behaupten (z.B.), dass ein Gedanke ebenso sehr das Resultat einer Nerventätigkeit sei, wie eine Empfindung; dass ein besonderer Zustand unseres Nervensystems, insbesondere jenes zentralen Gehirn genannten Teils einem jeden Zustand unseres Bewusstseins beständig vorausgehe und von ihm vorausgesetzt werde. Nach dieser Theorie wird niemals ein Zustand des Geistes wirklich von dem anderen erzeugt, sondern alle Geisteszustände werden durch Zustände des Körpers hervorgerufen. Wenn ein Gedanke den andern durch Ideenassoziation hervorzurufen scheint, so ist es nicht wirklich ein Gedanke, welcher einen Gedanken zurückruft; die Assoziation bestand nicht zwischen den zwei Gedanken, sondern zwischen den zwei Zuständen des Gehirns oder der Nerven, die den Gedanken vorausgingen; der eine dieser Zustände ruft den andern hervor, während ein jeder bei seinem Vorübergehen von jenem besonderen Zustand des Bewusstseins begleitet ist, der eine Folge von ihm ist. Nach dieser Theorie wären die Gleichförmigkeit der Sukzession von Geisteszuständen bloße abgeleitete Gleichförmigkeit, die aus den Gesetzen der Sukzession der sie verursachenden Zustände des Körpers hervorgehen. Es würde darnach keine ursprünglichen geistigen Gesetze, keine Gesetze des Geistes in dem Sinne geben, in dem ich das Wort gebrauche, und die Wissenschaft des Geistes würde ein bloßer Zweig, wenn auch der höchste und dunkelste Zweig der Physiologie sein. Hr. Comte will deshalb die Erkenntnis moralischer und intellektueller Erscheinungen ausschließlich den Physiologen vorbehalten sehen, und spricht der Psychologie oder der Geistesphilosophie im eigentlichen Sinne nicht allein den Charakter einer Wissenschaft ab, sondern setzt sie auch der chimärischen Natur ihres Gegenstandes und ihrer Ansprüche wegen fast auf gleiche Stufe mit der Astrologie. Nachdem alles gesagt worden ist, was gesagt werden kann, bleibt es aber unbestreitbar, dass zwischen Zuständen des Geistes Gleichförmigkeit der Folge bestehen, und dass dieselben durch Beobachtung und Experiment bestimmt werden können. Ebenso, dass wenn es auch höchst wahrscheinlich ist, dass ein jeder Geisteszustand als unmittelbares Antezedens und nächste Ursache einen Nervenzustand hat, dies doch bis jetzt nicht in derselben bündigen Weise bewiesen ist, wie es von den Sensationen bewiesen werden kann; und selbst wenn es gewiss wäre, so müsste doch ein jeder zugeben, dass wir mit dem Charakteristischen dieser Nervenzustände durchaus unbekannt sind; wir wissen nicht, und besitzen auch bis jetzt noch keine Mittel, um zu erkennen, in welcher Beziehung sie sich von einander unterscheiden, und die einzige Art und Weise, ihre Sukzessionen oder ihre Koexistenz zu studieren, kann nur in der Beobachtung des Aufeinanderfolgens oder des Zugleichseins der geistigen Zustände bestehen, von denen sie der Voraussetzung nach die Erzeuger