in dem Urteil, »der Papst ist unfehlbar.« Wenn wir daher sehen, dass zwischen hypothetischen und anderen Urteilen viel weniger Unterschied ist, als aus ihrer Form hervorzugehen scheint, so könnten wir uns die hohe Stellung, welche dieselben in den Abhandlungen über Logik einnehmen, kaum erklären, wenn wir uns nicht daran erinnern würden, dass das, was sie von einem Urteil aussagen, nämlich, dass es eine Folgerung aus etwas anderem ist, genau dasjenige seiner Attribute ist, womit sich vor allem der Logiker zu beschäftigen hat. . 4. Die nächste der gewöhnlichen Einteilungen der Urteile ist die in Allgemeine (Universale), Besondere (Partikulare), Unbestimmte (Indefinite), und Einzelne (Singuläre); es ist dies eine Unterscheidung, welche auf den Grad von Allgemeinheit des als Subjekt des Urteils dienenden Namens gegründet ist. Hiervon die folgenden Beispiele: Alle Menschen sind sterblich Allgemeines Manche Menschen sind sterblich Besonderes Der Mensch ist sterblich Unbestimmtes Julius Cäsar ist sterblich Einzelnes Urteil. Das Urteil ist Einzelurteil wenn das Subjekt ein individueller Name ist, letzterer braucht kein Eigenname zu sein. »Der Stifter des Christentums wurde gekreuzigt« ist ebensogut ein Einzelurteil als, »Christus wurde gekreuzigt.« Wenn das Subjekt eines Urteils ein Gemeinname ist, so können wir das Prädikat entweder von allen Dingen, welche das Subjekt bezeichnet, oder nur von einigen bejahen oder verneinen. Wenn das Prädikat von allen und jedem der durch das Subjekt bezeichneten Dinge bejaht oder verneint wird, so ist das Urteils ein allgemeines; wenn dies von einem unbestimmten Teil derselben geschieht, so ist es ein besonderes. »Alle Menschen sind sterblich«; »jeder Mensch ist sterblich«, sind allgemeine Urteile. Auch, »Kein Mensch ist unsterblich,« ist ein allgemeines Urteil, indem das Prädikat unsterblich von allen durch das Wort Mensch bezeichneten Individuen verneint wird; das negative Urteil ist hier ganz gleichbedeutend mit folgendem, »Jeder Mensch ist nichtunsterblich.« Aber »Manche Menschen sind weise« und »Manche Menschen sind nicht weise«, sind besondere Urteile, da das Prädikat weise in dem einen und dem andern dieser Fälle nicht von jedem der durch das Wort Mensch bezeichneten Individuen, sondern nur von einem Teil derselben, von einigen nicht weiter spezifizierten Individuen bejaht oder verneint wird; wären dieselben näher spezifiziert, so würde das Urteil in ein Einzelurteil, oder in ein allgemeines Urteil mit verschiedenem Subjekt verwandelt, wie z.B. »Alle wohl unterrichteten Menschen sind weise«. Es gibt noch andere Formen von besonderen Urteilen, wie: »Die meisten Menschen sind unvollkommen erzogen«, wo es so lange unwesentlich ist, wie groß der Teil des Subjekts sei, von dem das Prädikat behauptet wird, als es unbestimmt