1843_Mill_Logik_606.topic_22.txt

diesen Arten die Erscheinung des tierischen Lebens in einem hohen, andere sie nur in einem sehr niedrigen Grade darbieten: so müssen wir zunächst die verschiedenen Arten in eine Reihe ordnen, in der sie nach dem Grade, wie sie das Phänomen darbieten, auf einander folgen, indem wir mit dem Menschen anfangen und mit den unvollkommensten Arten der Zoophyten endigen. Es will dies nichts Anderes sagen, als dass wir die Fälle, aus denen das Gesetz induktiv gefolgert werden soll, in die Ordnung zu bringen haben, welche in einer unserer vier Methoden der experimentalen Forschung inbegriffen ist, nämlich in der Methode der sich begleitenden Veränderungen. In Fällen, wo wir nur beschränkte Mittel besitzen, um durch künstliche Experimente eine Trennung der gewöhnlich verbundenen Umstände zu bewirken, ist, wie früher bemerkt wurde, diese Methode oft die einzige, ZU der wir unsere Zuflucht nehmen können, wenn wir mit Sicherheit zu einem wahren Schlüsse gelangen wollen. Das Prinzip der Methode ist, dass Tatsachen, welche mit einander zunehmen, oder mit einander abnehmen und verschwinden, entweder Ursache und Wirkung von einander, oder Wirkungen einer gemeinschaftlichen Ursache sind. Wenn es ermittelt worden ist, dass diese Beziehung zwischen den Veränderungen wirklich existiert, so kann der Zusammenhang zwischen den Tatsachen selbst mit Zuversicht entweder als ein Naturgesetz, oder, je nach den Umständen, als ein bloßes empirisches Gesetz aufgestellt werden. Dass der Anwendung dieser Methode die Bildung einer Reihe, wie wir sie beschrieben haben, vorhergehen muss, ist zu augenfällig, um nachgewiesen zu werden; und die bloße Anordnung einer Anzahl von Gegenständen in eine Reihe, je nach den Graden, in welchen sie eine Tatsache darbieten, deren Gesetz gesucht wird, wird durch die Erfordernisse unserer induktiven Operationen zu deutlich geboten, um hier einer weitläufigen Erörterung zu bedürfen. Es gibt aber Fälle, in denen die für den besonderen Zweck erforderliche Anordnung zum bestimmenden Prinzip der Klassifikation derselben Gegenstände zu allgemeinen Zwecken wird. Dies wird natürlich dann eintreffen, wenn diese Gesetze der Gegenstände, welche in der speziellen Untersuchung gesucht werden, an dem allgemeinen Charakter und der Geschichte dieser Gegenstände einen so großen Antheil haben - einen so großen Einfluss auf die Phänomene besitzen, wovon sie entweder die Agentien oder der Schauplatz sind - , dass alle anderen zwischen den Gegenständen bestehenden Unterschiede passenderweise als bloße Modifikationen des einen gesuchten Phänomens, dass sie als Wirkungen betrachtet werden, die durch die Mitwirkung eines zufälligen Umstandes mit den Gesetzen dieses Phänomens determiniert sind. So können bei lebenden Wesen die Unterschiede zwischen der einen und der anderen Klasse von Tieren vernunftgemäß als bloße Modifikationen des allgemeinen Phänomens, tierisches Leben, betrachtet werden; von Modifikationen, welche entweder aus den verschiedenen Graden entstehen, in denen sich dieses Phänomen bei den verschiedenen Tieren zeigt, oder aus