. III. Attribute; und erstens Eigenschaften. . 9. Aus dem was bereits über Substanz gesagt worden ist, lässt sich das über Attribut zu sagende leicht ableiten. Denn wenn uns von den Körpern nichts bekannt ist und nichts bekannt sein kann, als die Empfindungen, welche sie in uns oder in anderen erregen, so müssen diese Empfindungen alles sein, was wir zuletzt unter Attributen der Körper verstehen können; und die wörtliche Unterscheidung, welche wir zwischen den Eigenschaften der Dinge und den von ihnen erhaltenen Empfindungen machen, muss eher aus der Bequemlichkeit der Rede entspringen, als aus der Natur von dem, was der Name bezeichnet. Die Attribute werden gewöhnlich unter drei Rubriken gebracht: unter Qualität, Quantität und Relation. Wir werden bald zu den zwei letzteren kommen, uns jedoch vorerst auf die erstere beschränken. Als Beispiel wollen wir eine der sogenannten sinnlich wahrnehmbaren Eigenschaften der Gegenstände, z.B. Weiße nehmen. Wenn wir einer Substanz, z.B. dem Schnee, Weiße zuschreiben, wenn wir sagen, der Schnee besitzt die Eigenschaft Weiße, was ist wirklich damit behauptet? Einfach, dass, wenn Schnee unseren Organen gegenwärtig ist, wir eine gewisse Empfindung haben, welche wir gewohnt sind, die Empfindung von weiß zu nennen. Aber wie wissen wir, dass Schnee vorhanden ist? Augenscheinlich durch die davon hergeleiteten Empfindungen und nicht anders. Ich schließe, dass der Gegenstand zugegen ist, weil er mir eine Reihe von Empfindungen verursacht; und wenn ich ihm das Attribut Weiße zuschreibe, so meine ich damit nur, dass unter den diese Gruppe oder Reihe bildenden Empfindungen eine ist, welche ich die Empfindung von weiß nenne. Dies ist die eine Ansicht, welche man von dem Gegenstand haben kann; es gibt aber noch eine andere, hiervon verschiedene Ansicht. Man könnte sagen: es ist wahr, wir erkennen von den sinnlich wahrnehmbaren Gegenständen nichts als die Empfindungen, welche sie in uns erregen; die Tatsache, dass wir von dem Schnee die besondere Empfindung empfangen, welche wir die Empfindung von weiß nennen, ist der Grund, auf den hin wir dieser Substanz die Eigenschaft Weiße zuschreiben; sie ist der einzige Beweis, dass sie diese Eigenschaft besitzt. Aber daraus, dass ein Ding der einzige Beweis von der Existenz eines andern Dinges ist, folgt nicht, dass beide ein und dasselbe sind. Das Attribut Weiße (so kann man sagen) ist nicht die Tatsache des Empfangens der Empfindung, sondern etwas in dem Gegenstand selbst, eine ihm inhärierende Kraft, etwas vermöge oder kraft dessen der Gegenstand die Empfindung hervorruft. Wenn wir behaupten, dass der Schnee das Attribut Weiße besitzt, so behaupten wir nicht bloß, dass die Gegenwart des Schnees diese Empfindung in uns erzeugt