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müssen, die jedoch sowohl in den physikalischen Eigenschaften, als in der chemischen Zusammensetzung im höchsten Grade von demselben abweichen. Hier ist also ein Überfluss von unbekannten, noch zu suchenden Gliedern, und es kann kein Zweifel obwalten, dass die Gesetze der Erscheinungen des organischen Lebens abgeleitete Gesetze sind, die von den Eigenschaften der Körperteilchen und derjenigen elementaren Gewebe abhängen, welche verhältnismäßig einfache Verbindungen dieser Körperteilchen sind. Das erste Zeichen also, aus dem geschlossen werden kann, dass ein bisher unzerlegtes Kausalgesetz ein abgeleitetes Gesetz ist, besteht in irgend einer Anzeige der Existenz eines oder mehrer Zwischenglieder zwischen dem Antezedens und dem Konsequenz. Das zweite Zeichen ist, wenn das Antezedens eine äußerst zusammengesetzte, eine komplexe Naturerscheinung ist, und seine Wirkung daher wahrscheinlich, wenigstens zum Teil, aus den Wirkungen seiner verschiedenen Elemente zusammengesetzt ist; denn wir wissen, dass der Fall, wo die Wirkung des Ganzen nicht aus den Wirkungen seiner Theile hervorgeht, ein Ausnahmefall ist, während die Zusammensetzung der Ursachen bei weitem den gewöhnlicheren Fall bildet. Wir wollen dies durch zwei Beispiele erläutern; in dem einen ist das Antezedens die Summe von vielen homogenen, in dem andern von heterogenen Teilen. Das Gewicht eines Körpers wird durch die Gewichte seiner kleinsten Partikeln gebildet, eine Wahrheit, welche die Astronomen in ihrer allgemeinsten Fassung ausdrücken wenn sie sagen: bei gleichen Entfernungen gravitieren die Körper in dem Verhältnis ihrer Quantität von Materie gegen einander. Alle wahren Sätze, welche in Beziehung auf die Schwere aufgestellt werden können, sind daher abgeleitete Gesetze, und das letzte Gesetz, in welche sie alle aufgelöst werden können, lautet: ein jedes Teilchen der Materie zieht ein jedes andere Teilchen an. Als zweites Beispiel können wir irgend eine von den in der Meteorologie beobachteten Erscheinungen nehmen, z.B. dass die Verminderung des Drucks der Atmosphäre (durch das Fallen des Barometers angezeigt) von Regen begleitet ist. Das Antezedens ist hier eine zusammengesetzte Naturerscheinung, die aus heterogenen Elementen gebildet wird, indem die Luftsäule über irgend einem Orte aus zwei Teilen, einer Luftsäule und einer damit vermischten Säule von wässerigen Dünsten besteht; und die, durch das Fallen des Barometers angezeigte und von Regen begleitete, Veränderung in beiden zusammen muss aus einer Veränderung in der einen oder in der andern oder in beiden zugleich hervorgehen. Wir könnten daher, sogar bei Ermangelung eines jeden andern Beweises, aus der beständigen Anwesenheit dieser beiden Elemente in dem Antezedens die ziemliche Vermutung ableiten, dass das Phänomen wahrscheinlich kein letztes Gesetz, sondern ein Resultat der Gesetze der zwei verschiedenen Agentien ist, eine Vermutung, die wir nur dann aufgeben müssten, wenn wir uns mit den Gesetzen beider so wohl bekannt gemacht hätten, um versichern zu können, dass diese Gesetze nicht für sich allein das beobachtete Resultat