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diesem Lichte müssen alle durch die Methode der Übereinstimmung erhaltenen Resultate (und daher fast alle durch die bloße Beobachtung ohne Experiment erhaltenen Wahrheiten) betrachtet werden, bis sie entweder durch die Differenzmethode bestätigt oder deduktiv d.h. mit anderen Worten a priori erklärt werden. Die empirischen Gesetze können mehr oder weniger Glaubwürdigkeit besitzen, je nachdem wir Grund zu vermuten haben, dass sie bloß in Gesetze, oder in Gesetze und Kollokationen zerlegbar sind. Da die Sequenzen, welche wir in der Erzeugung und dem darauffolgenden Leben eines Tieres oder einer Pflanze beobachten, nur auf der Methode der Übereinstimmung beruhen, so sind sie bloß empirische Gesetze; aber obgleich in diesen Sequenzen die Antecedentien möglicherweise nicht die Ursachen der Folgen sind, so sind wahrscheinlich die einen sowohl wie die anderen überhaupt nur aufeinanderfolgende Stadien einer progressiven Wirkung, die einer gemeinschaftlichen Ursache entspringt und daher unabhängig von Kollokationen ist. Von der andern Seite sind die Gleichförmigkeit in der Ordnung der Erdschichten empirische Gesetze von einer viel schwächeren Art, da sie nicht allein keine Kausalgesetze sind, sondern da auch nicht einmal Grund zu glauben vorliegt, dass sie alle von einer gemeinschaftlichen Ursache abhängen. Aller Anschein spricht für ihre Abhängigkeit von einer besonderen Kollokation natürlicher Agentien, die ursprünglich auf unserer Erde existierten, und woraus in Beziehung auf die Kollokation, welche in irgend einem andern Teil des Weltalls existiert oder existiert hat, keine Folgerung gezogen werden kann. . 6. Da unsere Definition eines empirischen Gesetzes nicht allein diejenigen Gleichförmigkeit einschließt, von denen man nicht weiß, ob sie Kausalgesetze sind, sondern auch diejenigen, von welchen dieses bekannt ist, vorausgesetzt, dass man Grund habe zu vermuten, dass es keine letzten Gesetze sind: so ist hier der schickliche Ort zu betrachten, aus welchen Merkmalen wir zu erkennen vermögen, dass wenn auch eine beobachtete Gleichförmigkeit ein Kausalgesetz ist, dieses nicht ein letztes, sondern ein abgeleitetes Gesetz ist. Das erste Zeichen ist, wenn zwischen dem Antezedens a und der Folge b ein Zwischenglied, irgend ein Phänomen existiert, dessen Existenz wir zwar bemerken, dessen genaue Natur und Gesetze wir aber der Unvollkommenheit unserer Sinne oder Instrumente wegen nicht bestimmen können. Wenn ein solches Phänomen (das wir mit x bezeichnen wollen) vorhanden ist, so folgt, dass wenn auch a die Ursache von b ist, es nur die entfernte Ursache ist, und dass das Gesetz, a verursacht b, in wenigstens zwei Gesetze, a verursacht x und x verursacht b, zerlegbar ist. Dies ist ein sehr häufiger Fall, da die Tätigkeit der Natur nach einem so minutiösen Maßstab wirkt, dass viele der aufeinanderfolgenden Stufen entweder unbemerkbar sind, oder nur sehr undeutlich bemerkt werden. Nehmen wir z.B. die Gesetze der chemischen Verbindung der Körper und unter