1843_Mill_Logik_368.topic_22.txt

immer gewiss, dass ehe die Wirkung der neuen Ursache sichtbar genug wird, um Gegenstand der Induktion zu sein, viele von den infulierenden Umständen sich so verändert haben werden, dass das Experiment dadurch fehlerhaft wird. Da also zwei von den drei möglichen Methoden für das Studium von Phänomenen, die aus der Verbindung von vielen Ursachen hervorgehen, der Natur des Falles nach, untauglich und illusorisch sind: so bleibt nur noch die dritte, - diejenige, welche die Ursachen separat betrachtet, und die Wirkung nach der Vergleichung der verschiedenen Bestreben, welche sie hervorbringen, berechnet, mit kurzen Worten, die deduktive oder aprioristische Methode. Die weitere Betrachtung dieses geistigen Prozesses erfordert ein Kapitel für sich. . 1. Die Methode der Untersuchung, welche uns wegen der Unanwendbarkeit der drei direkten Methoden der Beobachtung und des Experimentierens als die Hauptquelle der Kenntnis, die wir in Beziehung auf die Bedingungen und Gesetze der Wiederkehr der verwickelteren Naturerscheinungen besitzen oder erlangen können, übrig bleibt, wird in dem allgemeinsten Ausdruck die deduktive Methode genannt; sie besteht aus drei Operationen: die erste ist eine direkte Induktion, die zweite ein Syllogismus, die dritte eine Bestätigung (Verifikation). Ich nenne den ersten Schritt in dem Verfahren eine induktive Operation, weil eine direkte Induktion als die Basis des Ganzen vorhanden sein muss, obgleich in vielen besonderen Untersuchungen die Induktion von einer früheren Deduktion vertreten werden kann; die Prämissen dieser früheren Deduktion müssen aber von einer Induktion abgeleitet sein. Die Aufgabe der deduktiven Methode ist das Gesetz einer Wirkung aus den verschiedenen Bestreben, wovon sie das vereinigte Resultat ist, zu finden. Das erste Erfordernis ist daher, dass wir die Gesetze dieser Bestreben, die Gesetze einer jeden der mitwirkenden Ursachen kennen, und dies setzt eine vorhergehende Beobachtung oder ein Experiment mit einer jeden Ursache gesondert, oder sonst eine vorausgängige Deduktion voraus, die in ihren ersten Prämissen ebenfalls von der Beobachtung oder dem Experiment abhängig sein muss. Wenn also historische oder soziale Phänomene der Gegenstand sind, so müssen die Gesetze der Ursachen, welche diese Klasse von Erscheinungen hervorbringen, die Prämissen der deduktiven Methode bilden; diese Ursachen sind menschliche Handlungen, verbunden mit den allgemeinen äußeren Umständen, unter deren Herrschaft die Menschen stehen, und welche die Stellung des Menschen in der Welt ausmachen. Die auf soziale Erscheinungen angewandte deduktive Methode muss daher damit beginnen, die Gesetze der menschlichen Handlungen und jene Eigenschaften der Außendinge, wodurch die Handlungen der Menschen bestimmt werden, zu untersuchen, oder muss voraussetzen, sie ermittelt zu haben. Einige dieser allgemeinen Wahrheiten werden natürlich durch Beobachtung und Experiment, andere durch Deduktion erhalten werden; die komplexen Gesetze menschlicher Handlungen mögen z.B. aus einfacheren abgeleitet werden, aber die elementaren und einfachen Gesetze werden notwendig immer durch ein direkt